Schadstoffe im Wasser - Belastung für die Umwelt?
In Deutschland wird das Trinkwasser gründlich gereinigt und überwacht, was notwendig ist, da sich im Grundwasser - der Hauptquelle unseres Trinkwassers - Schadstoffe wie Schwermetalle, Pflanzenschutzmittel und Medikamentenrückstände ansammeln.
Nitrate im Grundwasser
Das Grundwasser in Deutschland ist durch eine Vielzahl von Schadstoffen belastet, wobei Nitrat zu den am meisten vorkommenden Verunreinigungen zählt. Obwohl diese Stickstoffverbindung an sich nicht schädlich für die Gesundheit ist, wird sie im menschlichen Körper in Nitrit umgewandelt, das den roten Blutfarbstoff zerstört und somit insbesondere für Säuglinge gefährlich sein kann. Darüber hinaus sind die Nitrosamine, die aus Nitrit entstehen, krebserregend. Aus diesem Grund ist es von großer Bedeutung, das Grundwasser möglichst nitratfrei zu halten.
Die Hauptquelle für Nitrat ist die Landwirtschaft, vornehmlich die Massentierhaltung und die damit einhergehende Gülleproduktion. Auch die Verwendung von Düngemitteln in der industriellen Landwirtschaft trägt dazu bei, dass der Boden - und damit das Grundwasser - mit Nitrat belastet wird.
Zur Kontrolle der Nitratbelastung führt das Umweltbundesamt regelmäßig Messungen an etwa 1200 Stationen durch. Wenn der Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter dauerhaft überschritten wird, werden betroffene Quellen dauerhaft stillgelegt.
Nicht erwünschte Nebenwirkungen - Arzneimittelrückstände
Wie der Bericht über Arzneimittelrückstände in Trinkwasser und Gewässern des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag zeigt, nimmt der Verbrauch von Arzneimitteln kontinuierlich zu. Zwischen 2002 und 2015 stieg der alleinige Verbrauch von Humanarzneimitteln in Deutschland um 37 Prozent an und wird aufgrund der demografischen Entwicklung voraussichtlich bis 2045 um weitere 40 bis 70 Prozent zunehmen. Hiervon sind 33 Prozent der Human- und 45 Prozent der Tierarzneimittel für die Umwelt giftig. Es sind etwa 2.300 zugelassene Wirkstoffe allein in Humanarzneimitteln enthalten, und schon sehr geringe Konzentrationen dieser Stoffe können verheerende Auswirkungen auf Wasserlebewesen haben.
Das Problem besteht darin, dass die meisten Auswirkungen von Arzneimittelrückständen auf die Umwelt noch nicht hinreichend erforscht sind. Es gibt erhebliche Wissenslücken in Bezug auf das Vorkommen und die Folgen von Arzneimittelrückständen in der Umwelt und insbesondere im Wasser. Derzeit gibt es keine Hinweise auf eine akute oder chronische Gesundheitsgefährdung von Menschen durch Arzneistoffe im Trinkwasser. Bei steigenden Konzentrationen sollten jedoch Risikogruppen wie Kleinkinder, Schwangere oder ältere Menschen vorsichtig sein.
Wer wissen möchte, wie die Wasserqualität des Trinkwassers zu Hause ist, kann in Eigenregie einen Wassertest vornehmen. So erhält man Aufschluss, welche möglichen Stoffe sich im hauseigenen Trinkwasser befinden.
PFC im Wasser
Im Jahr 2013 wurde die Stoffverbindung im Trink- und Grundwasser in Mittelbaden entdeckt, was dazu führte, dass Brunnen stillgelegt werden mussten, weil auch Böden sowie Pflanzen kontaminiert waren. Im Verlauf der folgenden Jahre breitete sich die PFC-Verunreinigung durch das Grundwasser immer weiter in der Region aus.
Die Ursache für diese Belastung waren mit PFC belastete Papierschlämme, die auf landwirtschaftlichen Flächen verteilt worden waren. Es wurde jedoch später bekannt, dass auch Gebiete mit Militär- und Industriestandorten mit PFC-Kontaminationen betroffen sind.
PFC sind synthetische Stoffe, die in Produkten eingesetzt werden, um eine wasser-, schmutz- und fettabweisende Wirkung zu erzielen. Dazu gehören unter anderem Lebensmittelverpackungen, Outdoor-Bekleidungen, Teflonpfannen und Imprägniermittel.
PFC steht unter Verdacht, krebserregend zu sein und den Stoffwechsel sowie die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen zu beeinflussen. Es besteht auch die Möglichkeit, dass PFC die Wirksamkeit von Impfstoffen beeinträchtigt. Obwohl das Problem bekannt ist, gibt es in ganz Deutschland kein flächendeckendes Monitoring, um PFC-Verunreinigungen im Grundwasser - und damit auch im Trinkwasser - aufzudecken.

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