Nadine Schilling

Weihnachten - winterliche Zeit mit Punsch und Kaffee

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Foto: evgeny atamanenko by Adobe Stock

Weihnachten steht vor der Tür und in vielen Regionen ist es bereits winterlich kalt. Ein Magnet für viele Menschen sind wie in jedem Jahr die wunderschönen Weihnachtsmärkte. So ist auch Elm in dieser Weihnachtszeit wieder ein beliebtes Ziel. Denn der Elmer Weihnachtsmarkt jährt sich zum 28. Mal. Dabei gehört es zur Tradition, bei kühlen Temperaturen mindestens einen Glühwein zu trinken sowie etwas Leckeres an den vielen schönen Buden zu essen. Kinder freuen sich in aller Regelmäßigkeit über Kinderpunsch. Doch etwas Anderes ist in den vergangenen Jahren ebenfalls festzustellen – vermehrt wird Kaffee angeboten. Und so wie viele Weihnachtsmärkte ist der beste Kaffee sehr speziell.

Vom Elefantenkot in die Tasse

Die feinsten Kaffeesorten der Welt nennen sich „Kopi Luwak“ und „Black Ivory“. Das Besondere? Zur Veredelung wird keine hoch technisierte Maschinerie eingesetzt. Viel mehr durchlaufen die Bohnen
den Darm von indonesischen Schleichkatzen und thailändischen Elefanten. So sind die Dickhäuter einmal nicht wegen ihrer Stoßzähne gejagt, sondern der Kot ist es, was die Menschen in Thailands Norden interessiert. Das Projekt, das aus dem Elefantenmist die teuerste Kaffeesorte weltweit macht, heißt Thailand´s Golden Triangle Asian Elephant Foundation.

Für die Herstellung wird die Kaffeebohne der Sorte Thai Arabica dem Futter der Tiere untergemischt. Diese fressen sie und scheiden die Bohne anschließend wieder aus. Die Betreuer der Elefanten, Mahuts genannt, suchen die Bohnen, die im Darm des Dickhäuters nicht verdaut werden, händisch aus dem Kot. Die Kaffeebohnen also wachsen auf 1500 Metern Höhe, werden dann von den Elefanten verspeist und zum Abschluss in der Sonne getrocknet. Für ein Kilo des so produzierten Kaffees werden 10.000 Bohnen benötigt. Das bedeutet, dass die Elefanten rund 33 Kilogramm der Kaffeebohnen mit ihrem regulären Futter verspeisen.

Der daraus gewonnene Kaffee, er wird bei 200 Grad geröstet, soll besonders mild sein. Hintergrund ist, dass die Enzyme im Magen der Dickhäuter sämtliche Bitterstoffe zersetzen. Große Mengen sind dabei nicht zu erwarten. Denn die Faktoren für die „Produktion“ sind kaum zu kontrollieren. Zwar muss die Kaffeebohne grundsätzlich erst einmal geerntet werden, dann jedoch kommt es auf die Verdauung des Elefanten an. Zudem muss der Mahut seiner Arbeit gewissenhaft nachgehen. Kein Wunder also, das der „Black Ivory“ bei rund 850 Euro das Kilo liegt. Wer ihn tassenweise genießen möchte, muss sich in ausgewählte Häuser begeben, wie etwa auf den Malediven. Hier lässt er sich für 39 Euro ordern. Doch ebenfalls interessieren sich immer Hotels für den besonderen Kaffee.

Erdig und muffig

Der „Kopi Luwak“ hingegen entspringt dem Darmtrakt der wieselähnlichen Fleckenmusang. Dies ist eine indonesische Schleichkatze, deren über Kot ausgeschiedenen Bohnen nach der Röstung erdig, muffig und dunkel schmecken. Auch wenn der Kaffee oft mit „Katzenkaffee“ tituliert wird –
mit einer Katze hat das Tier wenig gemein. Das nachtaktive Tier ist laut Wissenschaftlern die einzige Katze, die Kaffeekirschen frisst. Verdaut wird allerdings nur das Fruchtfleisch. Die Bohne hingegen wird unverdaut über den Kot ausgeschieden. Auch hierbei entsteht durch die Verdauungsenzyme im Magen der einzigartige Geschmack. Ein Kilo kostet in Europa rund 220 Euro. In Indonesien hingegen ist es bereits für unter 80 Euro erhältlich.

Was das Ganze mit Weihnachten zu tun hat? Nicht nur
die schönsten Weihnachtsmärkte beschäftigen zur aktuellen Jahreszeit die Menschen – sondern ebenfalls die Geschenke. Was könnte also für Kaffeetrinker interessanter sein, als ausgewählte Kaffeebohnen mit einem Geschmack, der alles andere als alltäglich ist. Selbstverständlich darf eine solche Bohne nicht in einer „0815“-Kaffeemaschine zubereitet werden. Alleine die Zubereitung von klassischen guten Bohnen in einer einfachen Filtermaschine treibt vielen bereits die Gänsehaut in den Nacken. Schließlich will guter Bohnenkaffee frisch geröstet und in wenigen Tagen genutzt werden.

Doch wer weiß schon, welcher Knopfdruck auch den vollendeten Kaffeegenuss offeriert? 
Die Webseite von kitcheneers.de ist die Antwort. Das Team stellt sich der Aufgabe und hat einige Kaffeevollautomaten einem Test unterzogen, bei dem die Systeme auf Herz und Nieren geprüft wurden. Schließlich will der Kaffeetrinker das bestmögliche Ergebnis erzielen. So hilft die beste Bohne nichts, wenn das Gerät zur Verarbeitung minderwertig ist.

In Thailand und Indonesien hingegen ist der Edelkaffee für die Einwohner nur schwer zu erhalten. Zum einen sind die damit verbundenen Kosten recht hoch, zum anderen zeigt sich gerade in Indonesien, das der extrem scheue Fleckenmusang kaum noch vorkommt. Familien, die das Glück haben, diesen Schatz bergen zu können, freuen sich meist über das nette Nebeneinkommen - mehr ist es für sie selbst nicht.

Bei uns zur Weihnachtszeit werden Kaffeespezialitäten allerdings gerne gesehen. Egal, ob sie in den eigenen vier Wänden zubereitet werden oder auf den diversen Veranstaltungen, die sich in Kutenholz, Karlshöfen oder Bremervörde, dargeboten werden. Schließlich läuft ohne die Bohne nur wenig bei den meisten Deutschen. So trinken rund 72 Prozent der Bundesbürger jeden Tag mindestens eine Tasse Kaffee. Bei den Menschen die 46 Jahre und älter sind, sind es sogar 88 Prozent. Das macht selbst dem hierzulande so geliebten Weihnachtspunsch Konkurrenz.


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