Nadine Schilling

Ein Aufschrei in der Reproduktionsmedizin - neue Regeln bei der Eizellspende sind erforderlich

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Foto: Jonathan Borba by unsplash

Vielen Menschen, die in einer Beziehung leben, ist es in Deutschland nicht möglich Kinder zu bekommen. Liegt dies an der Biologie des Mannes, kann auf eine Samenspende zurückgegriffen werden. Hierzu lässt sich die Frau mit einer Spermaprobe eines fremden Mannes befruchten. Das entstehende Kind kann dann von Ihrem Lebensgefährten bzw. Ehemann adoptiert werden. Ebenso ist dieses Verfahren für homosexuelle Paare möglich. Doch schaut man sich die Hilfestellung auf der Seite der Frau an, kommt man ins Zweifeln. Die Eizellenspende ist in Deutschland illegal, darf also von medizinischen Instituten nicht angeboten werden. Viele Paare führt dies zu tiefer Verzweiflung. Schließlich möchten Sie im Genmaterial des Kindes wenigstens einen Partner verewigen. Dies wäre mit einer Eizellenspende sowie dem Sperma des Mannes möglich.
Doch eine
Eizellenspende ist wo am besten, wenn es in Deutschland tabu ist? Eine beliebte Lösung sind Kliniken, die eine In-vitro-Fertilisation mit Eizellenspende im Ausland anbieten. Die wohl besten Preise können Einrichtungen in Polen anbieten.

Rechtslage in Deutschland im Jahr 2019


Die Frage, welche sich um dieses Thema legt, ist eine simple sowie komplexe zugleich: "
Was macht Eltern zu Eltern?" Die Antworten spalten sich immer wieder in zwei Lager. So sagen die einen, dass das Erbe Menschen zu Eltern eines Kindes macht. Hingegen gibt es Stimmen, die laut werden und behaupten, lediglich das Großziehen des Kindes zeichnen Eltern aus. Da sich diese Frage nur schwer beantworten lässt, weiß sich auch die Regierung in Deutschland keinen Rat.

Im Jahr 1989 kam das Embryonenschutzgesetz hervor. Dieses Gesetz verbietet es bis heute, dass in Deutschland Eizellen gespendet werden. Der Gedanke dahinter: Diese unbeantwortete Frage würde sich laut deutscher Gesetzsprechung auch auf das Kind auswirken. So kann die
Spaltung zwischen genetischer und aufziehender Mutter dazu führen, dass die Kinder unter psychischen Folgen zu leiden haben. Dies ist die Begründung, warum die Eizellenspende ein Deutschland nicht erlaubt ist.

Wissenswert: Zudem gibt es sogenannte Fast-Embryonen. Es handelt sich hierbei um Eizellen, welch ein einem Vorkernstadium befindlich sind. Zwar ist der Samen schon in der Eizelle eingegliedert, doch die komplette Verschmelzung ist noch nicht abgeschlossen. Die Frage, was mit diesem Zellen passieren darf, bringt ebenfalls große Fragezeichen hervor.


Wohin zur Eizellenspende?


Sie haben sich entschlossen, eine Eizellenspende in Anspruch zu nehmen? Dann stellt sich nur noch die Frage, in welchem Land sich dieser Eingriff der Reproduktionsmedizin am besten durchführen lässt.
Viele Interessierte suchen sich Polen als das Land der Spende aus. Dies liegt nicht nur daran, dass das Land seit vielen Jahren Eizellenspenden durchführt, sondern auch an den verhältnismäßig sehr geringen Preisen. Im Durchschnitt zahlen Sie in Europa um die 4000 bis 5000 Euro. In Polen hingegen lässt sich der Eingriff meist im Rahmen von 2000 Euro durchführen. Zudem sind die Kliniken, von denen es im Jahr 2014 37 gab, die aktiv Eizellenspenden durchführten, auf die Patienten aus dem Ausland spezialisiert. West- und Osteuropa trifft sich in Polen zur Eizellenspende. Die Ärzte sowie ein Großteil des Personals sprechen daher fließend Englisch sowie Russisch, um die Patienten umfassend zu betreuen.

Eine Absicherung für alle Interessierten Patientinnen ist die Sicherstellung der hohen Qualitätsansprüche in diesen Kliniken. Wenn eine polnische Klinik als akkreditiert bezeichnet wird, können Sie sichergehen, dass das Gesundheitsministerium stets ein Auge auf die Klinik hat. Akkreditierte Kliniken sind dazu verpflichtet auf Anfrage des Gesundheitsministeriums alle Daten über Behandlungen sowie deren Ergebnisse vorzulegen. So kann sichergestellt werden, dass die Behandlungsabläufe aber auch die Resultate der Eingriffe mit den gewünschten Standards übereinstimmen.

Sollten Sie sich nicht in Polen behandeln lassen wollen, können Sie auch nach Österreich ausweichen. Hier ist die Eizellenspende ebenfalls legal, sodass sie in zahlreichen renommierten Kliniken durchgeführt wird.

Zukunftsmusik? – Die Reproduktionsmedizin wird gelockert


Jetzt sorgt ein Gutachten für Aufruhe. Er ist dafür, die Gesetze der Reproduktionsmedizin anzupassen. Sein Mitautor Tewes Wichmann legt dazu dar, was die Legalisierung der Eizellenspende brächte.
PD Dr. sc. hum. Tewes Wichmann arbeitet und forscht am
Institut für Medizinische Psychologie im Universitätsklinikum Heidelberg. Seine Auffassung zur Eizellenspende ist zweigeteilt. Doch er bringt starke Argumente für die Lockerung der gesetzt in Deutschland hervor. So seinen Frauen immer wieder dazu bereit, sich des Eingriffes im Ausland zu unterziehen. Hier haben die Kinder später keinerlei Möglichkeiten mehr, die genetische Mutter ausfindig zu machen. Noch heute ist es in Polen, Bulgarien und all den anderen Ländern der Eizellenspende ein anonymes Verfahren, das die Eizellen hervorbringt. Die Frauen spenden die Eizellen gegen ein Entgelt, haben aber im Anschluss an die Einpflanzung keinerlei Rechte mehr an der Eizelle. Zudem gehe für die Frauen, welche sich dem Eingriff unterziehen, ein großes Risiko einher. In den durchführenden Ländern seien die Standards der psychosozialen Konditionen meist deutlich geringer als in Deutschland. Dies geht ist negativen Folgen für die Frauen einher.

Eine Lockerung des Verbotes könnte daher zu einer geregelten Eizellenspende führen. Die Kinder wüssten auch nach Jahrzehnten noch, wer die genetische Mutter ist. Dies vermindert starkes seelisches Leiden. Zudem könnten die Frauen, welche Eizellen spenden und Frauen, welche Eizellen empfangen deutlich besser betreut werden.

 


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