Anja Kalski

Immer mehr Schönheitsoperationen in Deutschland

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Foto: lev dolgachov

In den Jahren 2010 bis 2020 hat sich die Zahl der Schönheitsoperationen weltweit fast verdoppelt und auch in Deutschland fragen Jahr für Jahr mehr Frauen – und zunehmend Männer – nach den unterschiedlichsten ästhetischen Behandlungen oder Eingriffen. Einige Schönheitsoperationen stehen dabei besonders hoch im Kurs.

 

Die häufigsten Schönheitsoperationen

Schönheitsideale durchziehen die gesamte Menschheitsgeschichte. Zwei davon haben sich bis heute gehalten: ein schlanker Körper und jugendliche, straffe Haut besonders im Gesicht. Nicht jeder oder jedem sind sie von Natur aus gegeben. Alltagseinflüsse und spätestens das Älterwerden tun ihr Übriges und hinterlassen Spuren im Gesicht oder am Körper. Zugleich hat die Medizin mit ihrem Spezialgebiet der ästhetisch-plastischen Chirurgie immer mehr Wege gefunden, Alterungsprozesse und andere tatsächliche oder vermeintliche Makel zu korrigieren. Damit trifft sie den Nerv der Zeit. Die Nachfrage nach Schönheitsoperationen wächst seit Jahren kontinuierlich. Besonders gefragt waren hierzulande 2021:

• Lidstraffungen
• Brustvergrößerungen
• Fettabsaugungen
• Lippenkorrekturen und
• Bruststraffungen

Doch
Statistiken zu den beliebtesten Schönheitsoperationen in Deutschland zeigen auch, dass manche Eingriffe keinen oder nur teilweise ästhetischen Hintergrund besitzen, sondern auf medizinischen Korrekturbedarf zurückgehen. Zum Beispiel befreien Brustverkleinerungen von Schmerzen in Nacken oder Rücken. Frauen mit großen, schweren Brüsten leiden oft Jahre unter solchen Schmerzen, entwickeln dabei chronische Haltungsschäden oder sogar Bandscheibenvorfälle und psychische Probleme. Wie viele Frauen betroffen sind, deutet ein Blick auf die häufigsten Schönheitsoperationen in Deutschland nur an: 2021 war fast jeder 25. Eingriff eine solche Brustreduktion beziehungsweise Brustverkleinerung.

 

Gründe für den wachsenden Trend zur Beauty-OP

Eng verbunden mit der steigenden Zahl an Schönheitsoperationen ist ein gesellschaftlicher Wandel hin zu einer ganzheitlichen Selbstoptimierung zu beobachten. Mehr Sport mit neuen Trainingsmethoden und eine gesunde oder vegane Ernährung bedeuten für viele dabei nur den Einstieg. Ein gesunder Lebenswandel schiebt Alterungsprozesse wie die Faltenbildung auf, kann aber die meisten echten oder gefühlten körperlichen Makel nicht beseitigen. Für weitergehende körperliche Anpassungen folgt dann häufig der Gang zu Schönheitschirurgen oder anderen Beautyspezialisten. Deren Kundinnen und Kunden werden immer jünger. Fachärzte berichten von immer mehr Frauen und Männern ab etwa 30 Lebensjahren in ihren Praxen. Sie wünschen überwiegend Botox-Behandlungen oder Faltenunterspritzungen und kleinere chirurgische Korrekturen im Gesicht. Die Mediziner sehen dahinter vor allem zwei Gründe: die Sozialen Medien und die zunehmende Verbreitung von Videokonferenzen. Beide lösen eine intensivere Auseinandersetzung mit dem äußeren Erscheinungsbild aus. Besonders die Sozialen Medien legen dazu in vielen Bereichen Schönheitsideale und makellose Ästhetik nah, die zudem noch mit Beliebtheit, Erfolg und einem positiven Lebensgefühl assoziiert werden. Nicht wenige nehmen diese Hochglanzbilder unkritisch als Maßstab für das eigene Äußere und finden so zwangsläufig immer Details, die nur eine Schönheitsoperation verändern kann.

 

Verbesserte Selbstwahrnehmung

Diese Eingriffe erfordern jedoch immer eine sorgfältige Abwägung und eine fundierte Beratung durch verantwortungsbewusste Schönheitschirurgen. Denn nur dann kann durch die Veränderung auch tatsächlich die Zufriedenheit entstehen, die für eine positive Selbstwahrnehmung wesentlich ist. In einer derartigen Selbstwahrnehmung liegt am Ende – mit oder ohne Schönheitsoperation – immer der Schlüssel für ein ausgeglichenes, zufriedenes Leben. Dazu gehört es auch, nicht in allen Belangen nach Perfektion zu streben und sich ständig selbst unter Druck zu setzen. So bleibt schließlich mehr Energie, sich nur für die Veränderungen einzusetzen, die wirklich notwendig und sinnvoll sind.




 
 


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