Anja Kalski

Abschied vom guten, alten Fotoalbum? Noch lange nicht!

Bilder

Foto: Unsplash.com

Fotos sind vor allem für Familien wertvolle Zeitzeugnisse. Eine solche Chronik gerät angesichts digitaler Möglichkeiten leider immer mehr in Vergessenheit. Doch noch bleibt das Blättern durch Kartonseiten und das Umblättern der transparenten Schutzpapiere ein beliebter Teil der Familienkultur.


Fotoalbum als Lebenszeugnis

Bereits vor der Geburt beginnen die Fotoshootings der Kleinsten. Spätestens ab den ersten Minuten im ersten Strampler werden Lebensereignisse wie im Zeitraffer auf Fotopapier gebannt. Spätestens an den Schlechtwettertagen im Winter sitzt die Familie über der Ordnung dieser einzigartigen Chronik. Für Chronisten sind die Funde von Fotoalben in ihrer Aussagekraft gleichbedeutend mit einem Tagebuch. Geändert hat sich das akribische Sammeln und Sortieren von Fotografien auch im digitalen Zeitalter nicht.


Das Leben und seine Veränderungen in Fotos festhalten

Das Schweigen der Familie nach dem Satz »Wir haben unser Traumhaus gefunden« ist förmlich zu hören. Sofort liegen Fotos vom Baugrund oder vom fertigen Objekt auf dem Tisch. Zwischen Ankündigung und Einzug entsteht ein eigenes Album
eine eigene Chronik zu Baufortschritten, Anbauten und vom Einzug. In Zeiten ohne besondere Abwechslung ist das Blättern in sonnigen, fotografischen Erinnerungen ein Grund für neue Motivation oder sentimentale Gespräche über die betrachteten Personen und Orte. Menschen mit Gedächtnisproblemen finden oft mit dieser Stütze wieder besser in die chronologische Gedankenwelt zurück.


Fotobuch oder Fotoalbum? Die Unterschiede

Viele Fotografien entstehen heutzutage digital, entweder auf dem Handy oder einer digitalen Kamera. Höchstens zum Verschenken werden sie ausgedruckt. Üblicher ist aktuell das Abspeichern in einer persönlichen Cloud oder dem USB-Stick. Daraus lässt sich ohne Papierkram ein
Fotobuch erstellen und gleich vor dem Ausdruck digital beschriften. Ein Fotoalbum wird zunächst Seite für Seite mit Fotos bestückt. Diese werden entweder mit Fotoecken oder mit der kompletten Fläche auf den Kartonseiten fixiert. Beschriftet wird von Hand unter oder neben jedem Bild.


Fotoqualität als Entscheidungshilfe

Auch jüngere Fotografien im Fotoalbum sind nicht perfekt. Gesichter von zu weit oben oder unten, verwischte Bewegungen oder der Daumen über der Linse gehören dennoch zu dieser nostalgischen Sammelkultur dazu. Sollen Fotos besondere Highlights aus Natur und Umgebung dokumentieren, ist der Anspruch viel höher.
Spektakuläre Momentaufnahmen von einer Wanderung, einem Naturschauspiel oder einer sensationellen Landschaft werden häufig mit digitalen Bearbeitungsmethoden inszeniert. Sie zeigen daher weniger chronologische Blitzlichter als vielmehr einen Augenblick mit maximaler emotionaler Ausstrahlung.


Was außer dem Fotoalbum noch persönlich beeindruckt

Fotos müssen heutzutage nicht mehr auf Fotopapier gedruckt werden. Sie schmücken Tassen und Becher, ein Medaillon an der Halskette oder sogar
selbst bedruckte Chipkarten als Türöffner. Der Respekt vor dem Foto geht mit dieser Wandlung der fotografischen Sammlung nicht verloren. Er wird nun im Alltag schneller und häufiger greifbar als das Fotoalbum im Wohnzimmerschrank. Damit bekommt das Fotoalbum als tägliche, wertgeschätzte Erinnerung sogar eine neue Bedeutung. Jetzt können die besten Momente so oft und vielseitig wie möglich an jedem einzelnen Lebenstag auf allen erdenklichen Dingen direkt betrachtet werden.

Fazit:
Die einen stöhnen, wenn die Großeltern das Fotoalbum aus dem Schrank holen. Andere stürzen sich mit wahrer Wonne über die Bilderchronik. Eine moderne Variante ist das Fotobuch, das dem Fotoalbum mit einzeln eingeklebten Aufnahmen jedoch noch lange nicht den emotionalen Rang ablaufen wird.

 

 

 


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