Nadine Schilling

Die Hanfpflanzen und ihre Eigenschaften

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Foto: Crystalweed cannabis by unspalsh

 

Die Hanfpflanzen Cannabis Sativa, Cannabis Indica und Cannabis Ruderalis haben ihre jeweils besonderen Stärken. Dies macht sie für Züchter interessant.

Die drei Arten der Hanfpflanze

Über tausend Cannabis-Sorten wurden weltweit von Züchtern entwickelt. Sie alle lassen sich auf gekonnte Mischungen aus nur drei Cannabis-Arten zurückführen: Cannabis Sativa, Cannabis Indica und Cannabis Ruderalis. Alle drei Arten weisen ihre eigenen Vorzüge auf. Das Ziel der Mischungen ist die Hervorhebung der jeweils günstigsten Eigenschaften dieser drei Gattungen, die passend auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmt werden.

Wir schauen uns diese drei Grundarten der Hanfpflanze nun genauer an, hat sie doch mittlerweile in der Medizin und auch im alltäglichen Leben u. a. in Form von CBD-Produkten Einzug erhalten.

Intensives Rauscherlebnis durch die Cannabis Sativa

Die Cannabis Sativa ist die bekannteste der drei Cannabis-Arten: Das Symbol der Hanfbewegung zeigt immer ein ikonisiertes Blatt der Cannabis Sativa und Sorten wie Amnesia Haze schöpfen reichhaltig aus ihrem Füllhorn.

Die Hanfpflanze gedeiht am besten in den Tropen mit Thailand, Mexiko, Kolumbien und Jamaika als typische Herkunftsländer. Die Vegetation ist üppig, sodass die Cannabis-Gattung einen hohen Wuchs im Kampf um das Sonnenlicht entwickelt. Bis zu fünf Meter kann sie in die Höhe ragen. Die meisten Hanfpflanzen dieser Art werden zwischen zwei und vier Metern groß. Die Cannabis Sativa charakterisiert sich durch eine Vielzahl einzelner Seitenzweige mit zahlreichen lockeren und luftigen Knospen. Die Pflanze ist sehr ertragreich und besitzt ein vergleichsweise helles Grün. Typisch für sie sind die langen und schmalen fünfgliedrigen Blätter, die entfernt an eine menschliche Hand erinnern. Ihre Blütezeit beträgt 60 bis 90 Tage. Ihr Entdecker ist Carl von Linné, der ihr 1753 ihren botanischen Namen gab, der als „gewöhnlicher Hanf“ übersetzt werden kann.

Was ihre Wirkung angeht, so ist die Sativa im Vergleich mit den beiden anderen Hanfpflanzen herausragend. Die Cannabis Sativa besitzt hohe CBD-Anteile und noch einmal sehr viel mehr THC-Anteile. Ihr Konsum führt zu einem intensiven Rauscherlebnis. In dieser Hinsicht kann sie die Inspiration und Kreativität steigern und bei einer positiven Grundstimmung nicht nur anregend und aktivierend, sondern auch euphorisierend wirken.

Cannabis Indica: idealer Medizinalhanf

Die Cannabis Indica ist ebenfalls eine bekannte Hanf-Art. Sie wurde nur 32 Jahre nach der Cannabis Sativa von Jean-Baptiste de Lamarck entdeckt, der ihr ihren botanischen Namen gab (indischer Hanf). Ihre Blütezeit beträgt 45 bis 60 Tage. Auch die Cannabis Indica bevorzugt eine heiße Umgebungstemperatur, wächst im Unterschied zur Cannabis Sativa aber eher in trockenen und wüsten Gegenden wie den asiatischen Steppen und Bergregionen des Himalayas. Typische Herkunftsländer sind neben Indien Pakistan, Afghanistan, Marokko, Libanon und China.

Die Cannabis Indica muss nicht mit anderen Pflanzen um das Sonnenlicht konkurrieren, sodass sie sich in ihrem Wachstum auf die Breite konzentrieren kann. Die Hanfpflanze ist deshalb mit 1,2 bis 1,5 Metern weitaus kleiner als die Cannabis Sativa, aber mit ihrem gedrungenen und buschigen Erscheinungsbild sehr viel breiter. Auch die Cannabis Indica ist überaus ertragreich, besitzt aber mehr CBD-Anteile. Das ist der Grund dafür, dass die Cannabis Sativa als Medizinalhanf eine gute Figur macht und unter anderem appetithemmend, entkrampfend, schlaffördernd, sedierend, angstlösend und antientzündlich wirkt.

Vorbild in puncto Robustheit und Resistenz: die Cannabis Ruderalis

Die Dritte im Bunde ist schließlich die in Russland im Jahre 1926 von Dmitri E. Janischwesky entdeckte Cannabis Ruderalis, was in etwa mit „ungeformter Hanf“ übersetzt werden kann. Der Name drückt vielleicht Geringschätzung aus, mit der die optisch wenig eindrucksvolle Hanfsorte zu Beginn ihrer Entdeckung behandelt wurde. Was THC und CBD angeht, so gibt sie wenig her. Ihr Nutzen für die Kreation effektvoller Hanfsorten erklärt sich vielmehr durch ihre Widerstandsfähigkeit, die sie als positive Eigenschaft an die Samen weitergegeben soll.

Die Cannabis Ruderalis hat eine Blütezeit von drei bis sieben Wochen und bevorzugt für ihr Wachstum kältere Regionen. Sie wird nur 50 bis 100 Zentimeter groß und ist auch wegen ihrer wenigen Seitenzweige und kleinen Blätter wenig ertragreich. Neben ihren anspruchslosen und widerstandsfähigen Eigenschaften ist sie für Züchter durch ihre Sonderstellung innerhalb der Hanf-Familie interessant: Sie ist für ihr Wachstum nicht auf den Lichtzyklus angewiesen. Züchter können die Hanfpflanze somit weitgehend sich selbst überlassen und brauchen nur wenig einzugreifen. 

 
 


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