Marcel Foltmer

Gemeinsam Natur gestalten

Wallhöfen. Beim geplaten Naturpark Teufelsmoor soll es nicht um eine Einschränkung der Landwirtschaft gehen, sondern um eine von allen Bürger:innen getragene Gestaltung des Teufelsmoores.
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Die Diskussion um die Einrichtung eines Naturpark Teufelsmoor wird schon länger geführt; während die Maßnahmen manchen Naturschützer:innen nicht weit genug gehen, haben viele Landwirt:innen Angst, dass ihre Arbeit weiter eingeschränkt werden könnte. Der Förderverein, der sich schon länger für den Naturpark einsetzt, hat in Wallhöfen nun den Samtgemeinderat, die Gemeinderäte und Interessierte aus der Samtgemeinde Hambergen genauer über die Ausmaße des Naturparks aufgeklärt.
 
Unbegründete Sorge
 
„Ich kann verstehen, dass viele Landwirte erst mal verhalten sind, wenn sie Begriffe wie ‚Naturpark‘ hören“, meint Volker Kullik, stellvertretender Bürgermeister in Gnarrenburg und aktives Mitglied im Förderverein. Allerdings seien solche Sorgen völlig unbegründet. Schließlich sei ein Naturpark gar nicht dazu in der Lage, Schutzgebiete auszuweisen und Verbote oder Gebote aufzuerlegen, so Kullik. Viel mehr ginge es dabei um die Anstrengung vieler Beteiligter, das Gebiet, in diesem Fall das Teufelsmoor, selbst zu gestalten, ein Prozess, bei dem Landwirt:innen genauso mitwirken können wie Naturschützer:innen. Sorgen, dass die Landwirtschaft durch weitere Schutzmaßnahmen eingeschränkt wird und somit an Lukrativität für die Landwirt:innen verliert, müsse es somit nicht geben.
 
Unabhängige Initiative
 
Weiterhin betont Jürgen Streckfuß, Mitglied des Fördervereins aus Hambergen, dass der Verein und mit ihm der Naturpark möglichst unabhängig sein soll: „Wir möchten neutral sein, nicht der verlängerte Arm des Landkreises.“ Diese Unabhängigkeit gelinge aber nur bei einer regen aktiven und finanziellen Beteiligung der Bevölkerung. Der Verein arbeitet ehrenamtlich, trotzdem kommen immer wieder einige Kosten, zum Beispiel aufgrund einer Machbarkeitsstudie, auf ihn zu. Streckfuß appelliert somit an die Bürger:innen, sich jetzt und in Zukunft zu beteiligen. Denn auch wenn nach der Ausschreibung des Naturparks einige Mitarbeiter:innen beschäftigt werden, können viele Projekte erst durch Ideen und Engagement der Bevölkerung entstehen und umgesetzt werden.
Im Landkreis Osterholz ist Grasberg momentan die einzige Gemeinde, die den Naturpark ablehnt, in vielen anderen wurde bereits Zustimmung ausgesprochen. Auch in Rotenburg und Bremen, die beide ebenfalls Teil des Parks werden würden, ist die Resonanz größtenteils positiv. Der Landkreis Verden hat eine negative Haltung zum Projekt, würde die Zugehörigkeit der Gemeinde Ottersberg zum Naturpark aber tolerieren, sollte diese Interesse zeigen. Auch ohne die Beteiligung von Verden und Grasberg könne der Naturpark entstehen, so Streckfuß, er fände diese Lösung aber sehr bedauerlich.
 
Vielfältige Aufgaben
 
Der Naturpark Teufelsmoor, der entlang der Hamme- und Wümmeniederung entstehen soll, schließt große Teile des Landkreises mit ein, nur die Gemeinde Schwanewede ist nicht im Plan mit vorgesehen.
Ein Naturpark stellt nicht nur Naturschutz und Landschaftspflege in den Vordergrund. Er basiert zudem auch auf der Entwicklung der Landwirtschaft und richtet seinen Fokus auf Naherholung und verstärkte Bildungsarbeit im Bezug auf die Umwelt in der Region.


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