Marcel Foltmer

"Fridays for Future"-Aktivisten fordern Klimagerechtigkeit

Osterholz-Scharmbeck. Die lokale Gruppe von „Fridays for Future“ hat sich mit verschiedenen Bündnispartnern zusammengetan, um ihre Forderung nach Klimagerechtigkeit umzusetzen.

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Erst vor einem Monat hieß es auf den Straßen von Osterholz wieder: Demonstrieren für eine klimaneutrale und gerechte Zukunft.  Foto: mf

Erst vor einem Monat hieß es auf den Straßen von Osterholz wieder: Demonstrieren für eine klimaneutrale und gerechte Zukunft. Foto: mf

Nach einem Jahr Zwangspause aufgrund der Covid-19-Pandemie war die „Fridays for Future“-Bewegung vor einigen Wochen wieder weltweit auf der Straße, um die Aufmerksamkeit einmal mehr auf den Klimawandel zu lenken und explizite Handlungen zu fordern, um dessen Auswirkungen zu mindern.
Seit Sommer letzten Jahres mischt auch die Ortsgruppe in Osterholz-Scharmbeck mit und organisiert in der Kreisstadt in regelmäßigen Abständen Demonstrationen und andere Aktionen. Nach über einem Jahr Aktivismus hat sich der Fokus immer wieder leicht verschoben, jetzt lautet das Stichwort: Klimagerechtigkeit.
Als sich die Gruppe bildete, lag ihr Fokus vor allem auf Dingen, die der einzelne Mensch erreichen kann: regionaler Einkauf, wenige Autofahrten, keine Flugreisen, persönlicher Verzicht für das Klima.
 
Änderungen fordern
 
Und während all das immer noch wichtige Punkte seien, gehe es ihnen jetzt darum, politische Änderungen zu fordern, damit Rahmenbedingungen geändert werden und Konzerne „ein bisschen mehr auf das Klima achten“, so ein Sprecher. Maßnahmen gegen den Klimawandel sollen nicht ohne Rücksicht auf Verluste getroffen werden, sondern sozial verträglich sein.
Um möglichste viele Menschen mit diesen Forderungen zu erreichen, hat sich die Ortsgruppe mit vielen verschiedenen Bündnispartnern in der Region zusammengetan: Neben den Jugendorganisationen der Parteien, dem ADFC und der evangelischen Jugend wird auch mit attac, dem BUND und verschiedenen Gewerkschaften, zum Beispiel ver.di, zusammengearbeitet.
Durch lokale Bündnisarbeit sind auch die Forderungen lokaler geworden: Unter anderem fordern die Aktivisten, dass der ÖPNV im Landkreis ausgebaut wird, damit der Verzicht auf den Individualverkehr im Auto einfacher fällt.
 
„Landkreis muss handeln“
 
Generell müsse der Landkreis selbst handeln, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Eine klimagerechte Politik entstehe schließlich nicht nur auf nationaler und internationaler Ebene, sondern auch ganz konkret im Lokalen.
So bemängelt die Gruppe, dass beim Neubau der Sporthalle an der IGS in Buschhausen ökologische Faktoren nicht berücksichtigt worden seien. Auch die Anpassung der Landwirtschaft sei ein wichtiges Thema, Monokulturen und Massentierhaltung sollen zum Beispiel durch ökologischere Methoden ersetzt werden.
 
Geplante Aktionen
 
Neben den regelmäßigen Demonstrationen plant „Fridays for Future“ Osterholz auch andere Aktionen: Vom 6. bis 8. November ist ein Wochenende voller Workshops mit der evangelischen Jugend geplant, auf dem vor allem Kinder und Jugendliche, aber auch allen anderen mehr über Klimagerechtigkeit erfahren können. Auch eine Expertin des Alfred-Wegener-Instituts ist eingeladen.
Weiterhin soll im Laufe des Jahres eine Podiumsdiskussion stattfinden, auf die alle Fraktionen des Stadtrates, mit Ausnahme der NPD, eingeladen sind.


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