Susanne Roth

Agieren statt Reagieren - Dorfentwicklung selbst gestalten

Platjenwerbe. Ein Dorf mit Charakter, so sehen die Platjenwerber ihren Ortsteil der Gemeinde Ritterhude. „Platjenwerbe ist das Filetstück der Gemeinde“, so die einhellige Meinung vor Ort. Besonders beschaulich und schön, mit einer besonderen Lage am Rande von Bremen. Als Ritterhuder scheinen sich die rund 2500 Platjenwerber eher weniger zu sehen.
 

Bilder
Hoffen auf viele Teilnehmer zum dritten Workshop am 18. August. Von links: Dr. Christoph Morgenroth, Hans-Günther Teute (1. Vorsitzende Heimatverein) und Wolfgang Goltsche.  Foto: sr

Hoffen auf viele Teilnehmer zum dritten Workshop am 18. August. Von links: Dr. Christoph Morgenroth, Hans-Günther Teute (1. Vorsitzende Heimatverein) und Wolfgang Goltsche. Foto: sr

Nun steht noch für dieses Jahr eine Aktualisierung des Gemeindeentwicklungskonzeptes an. Die Dorfgemeinschaft Platjenwerbe, unter der Federführung des Heimatvereins Platjenwerbe, möchte daran aktiv mitwirken. Dafür wurde eine Zukunftswerkstatt ins Leben gerufen, die sich in drei Workshops mit dem Jetztzustand und mit der gewünschten Zukunft ihres „Dorfes“ auseinandersetzt. Diskutiert wurden die Bereiche Ortsbild, Wohnen, Freiraumentwicklung, Mobilität sowie Kind und Betreuung.
Im ersten Workshop, an dem sich rund 50 Einwohner beteiligten, ging es um die Erstellung und das Zusammentragen von Ideen. Beim zweiten Treffen, etwa zwei Monate später, lagen schon erste Ergebnisse und eine erste Rohfassung der Diskussion aus dem ersten Workshop vor. In intensiven Gesprächen wurden diese Ergebnisse, Vorschläge und Ideen von den etwa 35 Teilnehmern noch einmal diskutiert und spezifiziert. Die Ergebnisse wurden auf dem Dorffest im Juni präsentiert. Rund 100 Besucher informierten sich über die Ergebnisse und gaben ihr Feedback. Ein erstes Ergebnisdokument liegt nun auch in schriftlicher Form vor. Auf der Seite des Heimatvereins www.heimatverein-platjenwerbe.de kann das mehrseitige Dokument heruntergeladen werden.
Der Tenor des Dokuments ist ganz klar, dass die besondere Aura des Ortsteiles erhalten werden soll. Das beinhaltet den alten Baumbestand genauso wie anzulegende Blühstreifen, Ausblicke in die freie Landschaft, Straßenbeleuchtung, Mehrgenerationenwohnen, Einkaufsmöglichkeiten, die Installation eines Bürgerbüros, Beschilderung von Radwegen mit Hinweisen auf alte Gebäude und Sehenswürdigkeiten sowie eine Begrenzung von Neubauten und damit verbundenen Neubürgern. „Platjenwerbe kann nicht die ganze Welt aufnehmen“, so Dr. Christoph Morgenroth, in der Zukunftswerkstatt zuständig für das Ortsbild. Auch neues Gewerbegelände sei ausdrücklich nicht erwünscht. Wolfgang Goltsche, der sich die Mobilität auf die Fahnen geschrieben hat, bemängelte mehr als schlechte Rad- und Fußwege, die mit Rollstuhl oder Rollator nicht mehr zu nutzen seien. Hier hofft er dringend auf Verbesserung.
Ein dritter Workshop steht noch an. Am 18. August von 11 bis 13 Uhr sind die Platjenwerber noch einmal ins Dorfgemeinschaftshaus geladen. Dann sollen das Ergebnisdokument und vor allem die darin enthaltenen Forderungen an die Entwicklung Platjenwerbes abschließend diskutiert werden. Das Endergebnis soll schließlich im September öffentlich vorgestellt und danach der Gemeindeverwaltung und der Politik übergeben werden.


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