Jörg Monsees

25 Jahre KGS Hambergen - Großes Schulfest am 20. September

Hambergen (jm). Die Kooperative Gesamtschule - kurz KGS - wird 25 Jahre alt. Diesen Anlass nutzten Schulleitung, ehemalige und aktuelle Kollegen, um die Geschichte der Gesamtschule Revue passieren zu lassen und einen Ausblick für die Zukunft zu geben. Am 20. September wird das Jubiläum außerdem beim großen Schulfest gefeiert.

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Aktuelle und ehemalige Lehrkräfte der KGS Hambergen ließen die 25-jährige Geschichte Revue passieren und freuen sich auf das Schulfest am 20. September.  Foto: jm

Aktuelle und ehemalige Lehrkräfte der KGS Hambergen ließen die 25-jährige Geschichte Revue passieren und freuen sich auf das Schulfest am 20. September. Foto: jm

In anderen europäischen Ländern, etwa Italien, Großbritannien, Frankreich oder den skandinavischen Staaten, sei die Gesamtschule längst die gängige Schulform, berichteten KGS-Leiterin Gitta Breden und ihre Kollegen. Deutschland sei mit dem immer noch weit verbreiteten dreistufigen Schulsystem ein Sonderfall.
 
Eine neues Konzept
In Hambergen war 1994 Schluss mit der strikten Trennung von Haupt-, Realschule und Gymnasium. Klaus-Dieter Lüken, der an der Einführung des Gesamtschulkonzepts in Hambergen als Lehrer maßgeblich beteiligt war, berichtet: „Wir waren damals eine Haupt- und Realschule mit Orientierungsstufe. Es gab schon immer ein gemeinsames Lehrerzimmer und es wurde viel über die Grenzen der Schulform diskutiert. Wir hatten also eine gute gemeinsame Grundlage.“ Im Schuljahr 1993/94 habe es dann Signale gegeben: „Wenn ihr was in Richtung Gesamtschule machen wollt, muss es dieses Jahr passieren, danach ist erstmal Schluss mit Genehmigungen“, erinnert sich Lüken, der sich daraufhin mit einer Planungsgruppe auf den Weg machte, ein Konzept zu erarbeiten. „Viele waren unzufrieden mit dem dreigliedrigen System. Durch die frühere Zuordnung war der Weg nach oben oft versperrt, der Weg nach unten war kurz.“ Über die Hälfte der damaligen Lehrer habe sich in der Planungsgruppe engagiert, auch die Gesamtkonferenz und die Elternschaft stimmten mehrheitlich für das neue Konzept. Dieser Rückhalt sei besonders wichtig gewesen, berichtet Lüken. Denn in der Politik sei die Form der Gesamtschule nicht sehr beliebt gewesen.
 
Schulform bietet tolle Möglichkeiten
Unumstritten ist sie bis heute nicht. Es habe auch viel Gegenwind gegeben, erinnern sich Klaus-Dieter Lüken und Ina Harjes, die ab 1999 an der KGS Hambergen unterrichtete. Dennoch halten sowohl ehemalige als auch aktuelle Lehrer aus Hambergen die Kooperative Gesamtschule für die beste Schulform. „Ich möchte an keiner anderen Schule mehr unterrichten“, sagt etwa Thorsten Grönniger. Es sei spannend, die unterschiedlichen Zweige zu unterrichten, außerdem hätten die Schüler tolle Möglichkeiten, sich im Laufe der Zeit zu entwickeln. In Hambergen entschied man sich für ein besonders durchlässiges Modell der Gesamtschule: Die Kurse in den Hauptfächern liegen parallel im Stundenplan, sodass Schüler je nach Leistungsniveau jederzeit in einen anderen Zweig wechseln können. Viele Fächer werden außerdem im gemischten Klassenverband unterrichtet. „Ein hoher Anteil gemeinsamer Unterricht war unser Wunsch. Das war das Ziel und das Neuland, das wir betreten haben“, sagt Klaus-Dieter Lüken.
 
Schule für alle ist ein Anliegen
Seit 2004 hat die KGS Hambergen eine gemeinsame Oberstufe mit der IGS Osterholz-Scharmbeck, einzelne Kurse finden auch mit Schülern des Gymnasiums in der Loger Straße statt. Dank Zentralabitur kann auch niemand mehr behaupten, der Abschluss an einem „richtigen“ Gymnasium sei mehr wert. Eine der Herausforderungen für die Zukunft bestehe trotzdem darin, Gymnasiasten an die KGS zu bekommen, sagt Schulleiterin Gitta Breden. „Eine Schule für alle“ sei ihr Anliegen und der rote Faden in der Geschichte der KGS. Auch wenn die Schule wie bisher für Anmeldungen aus dem Kreis Cuxhaven offen sei, möchte man sich zukünftig stärker auf Hambergen fokussieren, kündigt Breden an. „Wir möchten alle Kinder aus den Grundschulen in Hambergen an unserer Schule haben“, sagt sie.
Weitere Themen seien ein Teilneubau mit neuem Raumkonzept, die Digitalisierung und eine noch stärkere Kooperation mit der IGS Osterholz-Scharmbeck, auch in der Mittelstufe. Zunächst steht aber das Jubiläum an: Am Freitag, 20. September feiert die KGS von 15 bis 18 Uhr ein großes Schulfest. An den Vorbereitungen hat jede einzelne Klasse mitgewirkt. Auf eine offizielle Feierstunde wird verzichtet, stattdessen bauen die Klassen eigene Stände auf dem Gelände auf, bieten Speisen und Getränke an oder führen Musik und Tanz auf. Ein Teil der Schulstraße wird während des Festes gesperrt, lediglich die Zufahrten zu den Parkplätzen bleiben offen. Besucher können auch an der Uwe-Brauns-Halle parken.


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