Heino Schiefelbein

Vortrag über Diabetes bei den Landfrauen

Lamstedt. Zu einer besonderen Bildungsveranstaltung hatte der Landfrauenverein der Börde Lamstedt eingeladen. Der Facharzt für Diabetologie Dr. med. Henry Kayser aus Bremervörde hielt einen äußerst interessanten Vortrag zum vielschichtigen Thema Diabetes.

Bilder
Die Vorsitzende des Landfrauenvereins Börde Lamstedt, Karin Fuhrberg, bedankte sich bei Dr. Henry Kaiser, für einen interessanten Vortrag.    Foto: sla

Die Vorsitzende des Landfrauenvereins Börde Lamstedt, Karin Fuhrberg, bedankte sich bei Dr. Henry Kaiser, für einen interessanten Vortrag. Foto: sla

Von dieser Stoffwechselstörung sind nahezu acht Millionen Menschen betroffen, also fast jeder Zehnte. Deshalb ist es wichtig, mehr darüber zu erfahren. Zunächst beschrieb der Referent die Diabetes-Typen nach den Leitlinien der Deutschen-Diabetes-Gesellschaft, bevor er die am häufigsten vorkommenden gegenüberstellte.
An Typ 1 erkranken zumeist Kinder und Jugendliche plötzlich mit deutlichen Krankheitssymptomen wie übermäßigen Durst, erhöhte Harnausscheidung und starken Gewichtverlust. Zur Therapie muss Insulin verabreicht werden, da die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produziert. Heilung ist nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht möglich. Das betrifft etwa 400.000 Menschen in Deutschland.
Die meisten Diabetiker, acht Millionen, leiden unter Typ 2, dem sogenannten Altersdiabetes. Der Beginn der Erkrankung ist schleichend und deshalb schwer zu erkennen. Die Personen sind zumeist älter und übergewichtig. Es besteht eine hohe Vererbungswahrscheinlichkeit. Als Therapie werden Bewegung und Ernährungsumstellung empfohlen. Bei Diabetes Typ 2 liegt zu Beginn der Erkrankung kein Insulinmangel, sondern ein Insulinüberschuss vor. Dabei ist zu beachten, dass zu viel Insulin Hungergefühl verursacht und den Stoffwechsel verändert, sodass es zur Gewichtszunahme kommen kann. Hier kann zusätzlich die Einnahme von Tabletten helfen. Der Diabetes Typ 2 wird in den letzten Jahren zunehmend auch bei jüngeren Menschen diagnostiziert.
Anhand von Folien mit Bildern von roten Blutkörperchen, an denen sich Zuckermoleküle anlagern, veranschaulichte Dr. Kayser den Verschluss von feinen Blutgefäßen und Nervenbahnen.
Diabetes kann zahlreiche Folgeerkrankungen nach sich ziehen, die vor allem Gehirn, Augen, Nieren, Nerven, Durchblutungsstörungen und krankhafte Veränderungen an Knochen und Gelenken betreffen.
Spezielle Diätlebensmittel sind nicht notwendig, doch der Verzicht auf Weißmehl, Zucker und Süßigkeiten sowie aufs Rauchen ist gesundheitsfördernd. Alkohol sollte nur in Maßen genossen werden. Am Beispiel von drei geeigneten Mahlzeiten am Tag stellte er heraus, dass für Diabetiker ungesunde Bestandteile der Mahlzeit nur ausgetauscht werden sollten. Gemüse, Salate und ungesättigte Fette bereichern die Ernährung. Patienten müssen gut auf sich achtgeben, was Schuhwerk und Fußpflege anbelangt.
Kleinere Wunden müssen sofort ärztlich versorgt werden. Trockene Füße, vermindertes Schmerz- und Temperaturempfinden sind typische Zeichen des diabetischen Fußes.
Anhand von weiteren Bildern demonstrierte Dr. Kayser richtiges Setzen der Spritzen mit fünf bis acht Millimeter langen Nadeln zur einmaligen Nutzung. Im Folgenden gab der Diabetologe einen umfassenden Überblick über Kontrollen und Therapien, auch durch weitere Fachärzte.
Da so viele Menschen einen Diabetes haben, werde unermüdlich geforscht und neue Ergebnisse lassen nicht lange auf sich warten. Inzwischen gibt es schon Blutzuckermessgeräte, die kontinuierlich den Blutzucker messen, eine künstliche Bauchspeicheldrüse für Diabetiker Typ 1 und Nasenspray für den Notfall bei lebensgefährlicher Unterzuckerung. Er bedauerte, dass Diabetiker oftmals erst zu spät zum Spezialisten kämen. Zur mehrstündigen Schulung brauche man seine Teilnahme nur anzumelden.


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