Lena Stehr

Gegen Stigmatisierung kämpfen

Bremervörde. Wie elementar wichtig das Angebot der Begegnungsstätten in Bremervörde uns Gnarrenburg für Menschen mit psychischen Erkrankungen insbesondere in Pandemiezeiten ist, machen die Leiterinnen Tanja Scheefe und Evin Elma deutlich.

Bilder
Evin Elma (li.) und Tanja Scheefe leiten die Begegnungsstätten in Bremervörde und Gnarrenburg und machen das Beste aus der Situation während der Pandemie.

Evin Elma (li.) und Tanja Scheefe leiten die Begegnungsstätten in Bremervörde und Gnarrenburg und machen das Beste aus der Situation während der Pandemie.

Die Begegnungsstätte in der Ritterstraße 19 in Bremervörde sei die „Keimzelle“ des Vereins „Tandem - Soziale Teilhabe gestalten“, sagt der Vereinsvorsitzende Andreas von Glahn. Bereits seit 1994 bilde der Tandem-Treff den Mittelpunkt der Vereinsarbeit. In dieser Zeit seien zahlreiche und vielschichtige Projekte und Arbeitsbereiche des Vereins entstanden. Und das sei nicht nur auf die tolle Arbeit des - hauptsächlich aus ehrenamtlichen bestehenden - Tandem-Teams zurückzuführen, sondern ebenso ein Verdienst der Besucher:innen.
Leiterin der Begegnungsstätte in Bremervörde ist Evin Elma. Sie ist Ergotherapeutin und macht gerade eine sozialpsychiatrische Zusatzausbildung. Den 2015 gegründeten Tandem-Treff in Gnarrenburg, Hermann-Lamprecht-Straße 1, leitet Tanja Scheefe. Sie hat lange als Kauffrau und zahnmedizinische Fachangestellte gearbeitet und studiert inzwischen Sozialmanagement.
Hauptberuflich sind beide Frauen bei der Gesellschaft für soziale Dienste (Geso) beschäftigt und leiten die Begegnungsstätten in Teilzeit.
Eines der Hauptanliegen von Scheefe und Elma sowie auch aller anderen Tandem-Mitarbeitenden ist es, gegen die Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen und ihnen einen geschützten Raum zu bieten, in dem sie sich austauschen und wohlfühlen können.
 
Pandemie erschwert die Arbeit
 
Insbesondere während der Pandemie seien die Mitarbeitenden an ihre Grenzen gekommen und einige Prinzipien seien auf der Strecke geblieben. So mussten Besucher:innen sich anmelden, anstatt einfach so vorbeizukommen, viele Regeln mussten erklärt und überprüft werden. Dass die Anonymität der Besucher:innen weggefallen und deutlich weniger Zeit für die Bedürfnisse der Menschen zur Verfügung stand, sei sehr belastend, sagen Scheefe und Elma unisono.
Dennoch seien alle in Kontakt geblieben, Angebote wurden angepasst und neue Projekte ins Leben gerufen, die coronakonform durchgeführt werden konnten. Unter anderem wurden auch vier Tablets für Zoom-Meetings angeschafft und statt des gemeinsamen Mittagessens an zwei Tagen in der Woche, habe es Essen zum Mitnehmen gegeben, so von Glahn.
Dass auch dank der guten Aufklärungsarbeit der Mitarbeitenden inzwischen so gut wie alle bei Tandem Beschäftigten und die Besucher:innen geimpft seien, erleichtere die Arbeit zusätzlich und gebe Sicherheit. Dennoch sei über das 2G-Prinzip innerhalb des Vereins auch kontrovers diskutiert worden.
 
Es gibt noch Hemmschwellen
 
Wichtig ist den Verantwortlichen, dass die Begegnungsstätten zu jeder Zeit Anlaufstelle für Betroffene bleiben - auch während der Pandemie. Nach wie vor trauten sich aber viele Menschen nicht, die Angebote der Begegnungsstätten in Anspruch zu nehmen, sagt Tanja Scheefe. Insbesondere in Gnarrenburg gebe es noch Vorbehalte.
„Bei uns sind alle willkommen und niemand muss sich scheuen, uns anzusprechen. Die Begegnungstreffs sind ein Ort zum Wohlfühlen und bei uns ist die Stimmung immer gut“, sagt Scheefe.
Sie uns ihre Mitstreiter:innen freuen sich auch immer über neue Ehrenamtliche - gerne auch jüngere Menschen - die sich im Tandem-Verein engagieren wollen.
 
Kontakt
 
Nähere Informationen und Kontakt: Telefonnummer: 04761/72177, E-Mail: info@tandem-brv.de, www.tandem-brv.com/begegnungsstaetten.


UNTERNEHMEN DER REGION