

Bremervörde. Dr. Thomas Reinbacher hatte in seinem Leben alles erreicht, was er sich erträumte: Eine wunderbare Frau, ein liebes Kind, Promotion unter den Auspizien des Bundespräsidenten in technischer Informatik an der TU Wien, eine Forschungskarriere am NASA Ames Research Center in Kalifornien und eine steile Managementkarriere bei McKinsey & Company, Amazon und googel. Er fand einen internationalen Freundeskreis und unternahm ausgedehnte Fernreisen. Sein Leben war perfekt – bis dahin.
Das Ende des Anfangs
Im Jahr 2021 erfolgte der mentale Total-Absturz. Reinbacher erhielt die Diagnose „Schwere Depression“. Es folgten zwei schwere depressive Episoden und unvorstellbar lange 204 Tage in der Psychiatrie. Unzählige Therapieansätze, kleine Fortschritte inklusive großer Rückschritt, ein Spießrutenlauf durch die Psychopharmaka und die Erkenntnis, dass nur eine radikale Akzeptanz der Krankheit einen ersten Schritt nach vorne ermöglicht.
Nach fast zwei Jahren aus diesem dunklen Loch herauszukommen, wurde mit Abstand zur größten Leistung seines Lebens. Als Reinbacher zur Behandlung in der geschlossenen Psychiatrie war und keinen Ausweg mehr sah, schwor er sich: „Wenn ich hier gesund herauskommen, dann sprichst du offen über deine Krankheit und versteckst dich nicht mehr.“ Seither geht es Reinbacher darum, anderen zu helfen und endlich das Stigma der Depression zu brechen.
Tickets im Vorverkauf
Mit seinem Vortrag auf der Kulturbühne wird Dr. Thomas Reinbacher von seinem aufregenden Lebensweg und dem langen Kampf nach der Depression zurück in ein Leben 2.0 berichten. Thematisch wird es um eine Übersicht von arten und Häufigkeit von psychischen Erkrankungen gehen. Und darum, wie faszinierend und erschreckend die Gedankenwelt eines depressiven Menschen sein kann, was er in 200 Tagen in psychiatrischer Behnaldung und Therapie gelernt hat, warum es ein Zeichen der Stärke ist, sich Hilfe zu holen, wie man Frühwarnzeichen einer Depression erkennt, wie er seine Sichtweise auf mentale Gesundheit versus Leistungsbereitschaft veränderte und wie man sich, auch als Angehöriger, schützt.
Die Veranstaltung findet am Dienstag, 10. März, um 19.30 Uhr auf der Kulturbühne, Bremer Straße 11, statt. Veranstalter ist das Bündnis gegen Depression im Landkreis Rotenburg in Kooperation mit dem TANDEM e. V. und der Bremervörder Beschäftigungsgesellschaft (BBG). Tickets sind ab sofort erhältlich bei der Kulturbühne/BBG und unter anmeldung@tandem-brv.de.




