

Morgens der erste Blick aufs Smartphone, dann stundenlange Bildschirmarbeit, abends Netflix: Unsere Augen leisten täglich Schwerstarbeit. Trotzdem schenken die meisten Menschen ihnen kaum Beachtung, solange sie nicht drücken, tränen oder verschwimmen. Dabei zeigen Studien, dass Sehprobleme in Deutschland weit verbreitet sind und häufig zu spät erkannt werden.
Viele Menschen gewöhnen sich schleichend an nachlassende Sehkraft. Kopfschmerzen nach der Bildschirmarbeit, Schwierigkeiten beim nächtlichen Autofahren oder ein leichtes Verschwimmen beim Lesen werden als normale Erschöpfung abgetan. Tatsächlich steckt dahinter oft eine unkorrigierte Fehlsichtigkeit oder der frühe Beginn einer Augenerkrankung. Die Stiftung Auge empfiehlt daher, spätestens ab dem 40. Lebensjahr regelmäßige Augenvorsorge zu betreiben, um gefährliche Erkrankungen wie das Glaukom frühzeitig zu entdecken.
Wer täglich viele Stunden vor Monitoren verbringt, kennt das Phänomen: Die Augen brennen, fühlen sich sandig an oder werden ungewöhnlich schnell müde. Fachleute sprechen vom sogenannten Digitalen Augenbelastungssyndrom, im Englischen auch als "Computer Vision Syndrome" bekannt. Ursache ist unter anderem der seltenere Lidschlag beim Starren auf Bildschirme, was die natürliche Benetzung des Auges stört. Dazu kommt die Blaulichtbelastung, die nicht nur das Sehen anstrengt, sondern auch den Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinanderbringen kann.
Was hilft, die Augen im Alltag zu entlasten:
• Die 20-20-20-Regel: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden in 20 Fuß Entfernung (etwa 6 Meter) schauen.
• Für ausreichend Raumbeleuchtung sorgen und Blendung durch direkte Lichtquellen hinter dem Monitor vermeiden.
• Den Bildschirm auf Augenhöhe und in einem Abstand von mindestens 50 bis 70 Zentimetern aufstellen.
• Bewusst häufiger blinzeln oder bei anhaltenden Beschwerden Augentropfen ohne Konservierungsstoffe verwenden.
• Regelmäßige Pausen im Freien einplanen: Tageslicht und Fernsicht sind natürliche Erholung für die Augen.
Warum eine gute Sehkorrektur den Unterschied macht
Eine nicht oder schlecht korrigierte Fehlsichtigkeit zieht einen langen Rattenschwanz an Beschwerden nach sich: chronische Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, Rückenschmerzen durch unbewusstes Vorstrecken des Kopfes und nachlassende Produktivität. Dabei ist die Lösung oft einfacher, als viele denken. Erfahrene Fachoptiker wie eyes + more mit einem modernem Brillensortiment bieten nicht nur eine professionelle Sehstärkenbestimmung, sondern beraten auch zu Gleitsichtgläsern und Blaulichtfilter-Gläsern, die gezielt auf den digitalen Alltag ausgelegt sind.
Bestimmte Augenerkrankungen verlaufen jahrelang ohne merkliche Symptome. Wer in der Familie Fälle von Grünem Star, Makuladegeneration oder Netzhauterkrankungen kennt, sollte das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Laut PRO RETINA Deutschland e. V., einer Selbsthilfeorganisation für Menschen mit Netzhautdegenerationen, lässt sich bei erworbenen Augenerkrankungen durch regelmäßige augenärztliche Vorsorgeuntersuchungen und konsequentes Monitoring vieles abwenden, was später zu dauerhaftem Sehverlust führen könnte.
Kaum jemand denkt beim Mittagessen an die eigenen Augen. Dabei hat das, was täglich auf dem Teller landet, einen direkten Einfluss auf die Sehgesundheit. Lutein und Zeaxanthin, die in grünem Blattgemüse wie Spinat und Grünkohl stecken, schützen die Makula vor oxidativem Stress. Omega-3-Fettsäuren aus fettem Seefisch unterstützen die Tränenschicht und beugen trockenen Augen vor. Antioxidantien aus Beeren und Zitrusfrüchten wiederum helfen, Zellschäden in der Netzhaut zu reduzieren. Wer dazu ausreichend trinkt, tut seinen Augen bereits einen großen Gefallen. Mehr zu lokalen Gesundheitsthemen und Vorsorgetipps finden Leserinnen und Leser in den Themenwelten des Anzeiger-Verlags, wo regelmäßig informative Beiträge rund um Gesundheit und Alltagsthemen aus der Region erscheinen.
Sehgesundheit ist kein Nischenthema für ältere Menschen. Sie beginnt mit kleinen Gewohnheiten im Alltag, mit bewussteren Pausen, einer sorgfältig angepassten Sehkorrektur und dem Mut, beim Augenarzt auch dann hinzugehen, wenn (noch) nichts wehtut. Denn wer frühzeitig handelt, behält seine Sehkraft oft bis ins hohe Alter.
































