Tina Garms

Die Traktorenflüsterin - Ausbildung zur Mechatronikerin auch für Frauen interessant

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Schon als Simone zehn Jahre alt war, half sie ihrem Vater, Traktoren wieder in Gang zu bringen. Heute arbeiten Tochter und Vater zusammen in dessen Werkstatt.

Schon als Simone zehn Jahre alt war, half sie ihrem Vater, Traktoren wieder in Gang zu bringen. Heute arbeiten Tochter und Vater zusammen in dessen Werkstatt.

(djd). Simone Mühlberger ist Landmaschinenmechatronikerin, sie repariert unter anderem Kettensägen und Erntemaschinen für Heu. Ihre Leidenschaft für diesen Männerberuf verdankt sie ihrem Vater Thomas, der sie auch ausgebildet hat. Schon als Simone zehn Jahre alt war, half sie ihrem Vater, einen Traktor wieder in Gang zu bringen. Gemeinsam mit ihrem Vater bediente sie einen Kran, mit dem sie die Fahrerkabine nach oben hoben, unter der sich der Motor mit dem kaputten Getriebe befand.
Lehre in Vaters Werkstatt
Simone Mühlberger hat sich nie für einen anderen Beruf interessiert. Nach der Hauptschule begann sie ihre Lehre in der Werkstatt des Vaters. Gegen die Ausbildung in einer fremden Werkstatt entschied sie sich, weil sie sich mit den Kunden und den Maschinen in der Gegend vertraut machen wollte. Es gibt viele Nebenerwerbsbauern mit Grünland oder Wald. Dreieinhalb Jahre dauerte die Lehrzeit und damit etwas länger als andere Ausbildungen. Das liegt daran, dass sich die Lehrlinge in elektronische Steuerungen, hydraulische und pneumatische Systeme und die Mechanik ganz unterschiedlicher Maschinen einarbeiten müssen. Ihre Lehre schloss Simone als eine der Besten ihres Jahrgangs ab, sechs Jahre später absolvierte sie ihre Meisterprüfung. Mittlerweile ist Simone ausgebildete Land- und Baumaschinenmechatronikerin mit Meisterbrief. Um die Chancen und Möglichkeiten einer fundierten Ausbildung geht es auch in der Kampagne „Ausbildung macht Elternstolz“ des Bayerischen Wirtschaftsministeriums. Mit der Kampagne sollen Jugendliche und deren Eltern von den Vorteilen einer Handwerkslehre oder Ausbildung überzeugt werden.
Bis heute eine Männerdomäne
Simone arbeitet heute mit ihrem Vater in seiner Landmaschinenwerkstatt. Mehr als 20 Maschinen warten im Lagerraum oftmals auf ihre Reparatur. An Arbeit mangelt es also nicht. Wenn man sich in der Werkstatt umsieht, ahnt man schnell, dass hier körperlich hart gearbeitet wird. Das ist sicher ein Grund, weshalb der Beruf „Bau- und Landmaschinenmechatroniker“ bis heute eine Männerdomäne ist. Von den 7.354 Auszubildenden, die der Zentralverband des Deutschen Handwerks und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag 2016 zählten, waren nur 111 Frauen. Bei schweren Aufgaben weiß sich Simone aber zu helfen. Falls sie einen Traktorreifen nicht alleine bewegen kann, fragt sie den Vater oder den Gesellen. Und wenn eine Schraube zu festsitzt, nimmt sie ein Verlängerungsrohr: „Ich finde immer eine Lösung.“


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