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Amelie Nobel

Wetten, dass Lilienthal gewinnt

Das Bündnis für Demokratie Lilienthal wettet mit seinem Bürgermeister Kim Fürwentsches, dass Lilienthal bei der Europawahl die höchste Wahlbeteiligung erreicht.

Machen Werbung für Europa und die Demokratie: Daniela Galashan und Wiebke Hammermann.

Machen Werbung für Europa und die Demokratie: Daniela Galashan und Wiebke Hammermann.

Lilienthal. Es ist Montagabend. Im Gemeindezentrum der Kirchengemeinde Lilienthal haben sich Menschen unterschiedlichen Alters, viele aus Vereinen oder Parteien, versammelt, um über ein wichtiges Anliegen zu sprechen: Die Europawahl am 9. Juni. Alle sind sich einig, dass es wichtig sei, an der Wahl teilzunehmen. Einige von ihnen gehören zu den über 1.000 Menschen, die bei einer Kundgebung im Januar im Amtsgarten bereits für die Werte der Demokratie demonstriert haben, andere sind heute zum ersten Mal zum Aktionstreffen gekommen. Das Aktionstreffen, geplant vom Bündnis für Demokratie Lilienthal, steht unter einem besonderen Motto: „Wie wir uns einbringen können, um eine demokratische Gesellschaft aktiv zu gestalten“.

Der Abend ist zweigeteilt. Im ersten Teil haben die Organisator:innen kurze Vorträge vorbereitet, später werden die Anwesenden selbst aktiv Ideen sammeln, wie man zum Wählen animieren kann.

 

Eine besondere Wette

 

Im Mittelpunkt der Überlegungen, wie man Menschen zum Wählen animieren könnte, steht eine besondere Wette: Sollte Lilienthal bei der Europawahl die höchste Wahlbeteiligung im Landkreis erzielen, wird Lilienthals Bürgermeister Kim Fürwentsches mit dem Fahrrad zur Partnergemeinde Stadskanaal in den Niederlanden fahren. Er ist davon überzeugt, dass die höchste Wahlbeteiligung in Lilienthal erreicht werden kann. Die Gemeinde hat sie bereits 2019 mit einem Wert von 67,78 Prozent erreicht. Beim Bündnis für Demokratie Lilienthal hofft man sehr, die Wette zu gewinnen und im besten Fall diesen Wert noch zu steigern.

 

Die Bedeutung von Demokratie

 

Den ersten Vortrag des Abends hält Lilienthals Bürgermeister Kim Fürwentsches. Für ihn geht es vor allem darum, die Menschen aufzuklären und zu motivieren, bei der Wahl ihre Stimme abzugeben. Denn nur mit einer aktiven Wahlbeteiligung könne eine Demokratie funktionieren. Demokratie lebe vom Mitmachen und könne nur durch eine aktive Beteiligung gestützt und geschützt werden, betont Fürwentsches.

Für Maria Kotzur, die die Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Osterholz betreut, hat Demokratie auch viel mit persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen zu tun. Sie appelliert an alle Beteiligten, nicht wegzuschauen, sondern präsent zu sein und Gebrauch zu machen von dem eigenen Wahlrecht.

Dass eine funktionierende Demokratie auch ein funktionierendes Sozialsystem braucht, wird in der Rede von Mona Aminian-Zoelch, der Regionalleiterin vom Lebensraum Diakonie e.V. für Osterholz, Verden und Rotenburg deutlich. Ihr ist es wichtig, dass die Menschen noch einmal daran erinnert werden, dass die Demokratie auch ermöglicht, das eigene Leben frei zu gestalten. Die Europawahl sei eine gute Möglichkeit sicherzustellen, dass die eigenen Werte und Interessen auch vertreten werden.

 

Wie kann man Bürger zum Wählen bewegen?

 

Im zweiten Teil des Abends haben die Anwesenden Ideen gesammelt, um möglichst viele Menschen zum Wählen zu bewegen. Neben Werbung in sozialen Medien oder der Verteilung von Flyern gibt es auch den Vorschlag, sich zum Beispiel vor einer Europa-Flagge zu fotografieren, um für die Europawahl zu werben. Auch die Einrichtung eines „Speaker‘s Corner“ ist eine Überlegung, um an öffentlichen Orten für die Wahl zu werben, so der Vorsitzende des Kirchenvorstandes Martin Heinlein. Man solle auch stärker in Schulen, Geschäften oder Restaurants werben.

 

Jede Stimme zählt

 

Die Schüler Knut Miesner und Theresa Slopinski können dieses Jahr zum ersten Mal ihre Stimme abgeben. Beide sind beim CVJM aktiv und auch zu dem Aktionstreffen gekommen. Knut Miesner möchte an seiner Schule in Form von Stickern zum Wählen auffordern. Für Theresa Slopinski sei die Werbung für die Demokratie vor allem wichtig, weil diese Staatsform es ermögliche, freie Entscheidungen zu treffen. Damit das so bleibt, müssten alle mitmachen und ihre Stimme abgeben.


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