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Wassermassen in Lilienthal

Regenfälle und Hochwasser nehmen die Gemeinde Lilienthal ein.

In Lilienthal stehen zurzeit mehrere Straßen unter Wasser. Die Feuerwehr versucht mit Sandsäcken Schlimmeres zu verhindern.

In Lilienthal stehen zurzeit mehrere Straßen unter Wasser. Die Feuerwehr versucht mit Sandsäcken Schlimmeres zu verhindern.

Lilienthal. In Niedersachsen herrscht aktuell in mehreren Ortschaften Hochwasser. Im Landkreis ist die Gemeinde Lilienthal besonders stark betroffen.

Die letzten Tage sind geprägt von starken Regenfällen und dem daraus resultierendem Hochwasser. Bereits am ersten Weihnachtsfeiertag, 25. Dezember, wurden die Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr während ihres Weihnachtsfestes alarmiert. Der Wörpedeich war an einigen Stellen bereits durchlässig, sodass diese Stellen mit Sandsäcken erhöht wurden, um Schlimmeres zu verhindern. Die am stärksten vom Hochwasser betroffenen Straßen sind um den Zollpfad, An der Wörpe, Am Holze, Stadskanaal und Mühlendeich. Besonders auf Höhe vom Stadskanaal bestand ein erhöhtes Risiko eines Deichbruchs.

 

Keller und Tiefgaragen sind verboten

 

Am zweiten Weihnachtstag spitzte sich die Lage weiter zu. Auch wenn die Lage morgens noch relativ stabil war, konnte keine Entwarnung gegeben werden und es wurde mit weiter steigenden Pegelständen gerechnet.

Aus diesem Grund appellierte die Gemeinde Lilienthal noch am gleichen Tag an die Bürger:innen der betroffenen Gebiete, auf ihre Sicherheit zu achten. Im Bereich Stadskanaal wurde ein Kellerbetretungsverbot ausgesprochen. Keller und Tiefgaragen sollten nicht betreten werden, elektronische Geräte und Heizungen in bedrohten Räumen sollten möglichst abgeschaltet oder gesichert werden und Wertsachen sollten in höhere Stockwerke gebracht werden. Zudem wurde davon abgeraten, mit dem Auto durch überflutete Straßen zu fahren.

Um auf Nummer sicher zu gehen, wurde Anwohner:innen geraten, sich für den Notfall einen Schlafplatz bei Freunden oder Verwandten zu organisieren. Die Gemeinde selbst stellte die Turnhalle Ostlandstraße als Notunterkunft zur Verfügung. Sie sollte allerdings nur genutzt werden, wenn kein anderer Platz gefunden werden kann. Was zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar war: Die Turnhalle wurde schneller benötigt als gedacht.

 

Der Deichriss

 

Am Abend des 27. Dezembers kam es dann zu einem Ereignis, dass die Einsatzkräfte im Vorfeld versucht haben zu verhindern. Zunächst wurde in der Gemeindestraße Zollpfad die Gas- und Stromversorgung unterbrochen.

Wenig später fing der Wörpedeich im Bereich des Mehlandsdeichweges an zu reißen. Um einen Deichbruch zu verhindern, waren die Einsatzkräfte, die sich ohnehin die ganze Zeit in dem Gebiet aufhielten, direkt vor Ort und bauten weitere Sandsäcke auf. Ob die durchgeführten Maßnahmen dauerhaft standhalten würden, ließ sich nicht sagen.

Priorität hatte dann die Evakuierung der Anwohner:innen. Etwa 300 Menschen hatten Zeit, die wichtigsten und notwendigsten Gegenstände und Dokumente einzupacken. Dann wurden sie mit einem Shuttle-Service abgeholt und in die für den Notfall vorbereitete Turnhalle Ostlandstraße gebracht. In dem evakuierten Bereich wurde daraufhin der Strom komplett abgestellt.

Aufgrund der angespannten Situation wurde eine Untersagung des Betretens der gesamten Deichanlagen ausgesprochen. Lediglich die Einsatzkräfte und zuständige Behördenmitarbeitende dürfen diese Bereiche betreten und sich dort aufhalten. Die Feuerwehr ist Passanten und Anwohnenden gegenüber weisungsbefugt und darf sie notfalls vom Platz verweisen.

 

Außergewöhnliches Ereignis

 

Auch der Landkreis Osterholz reagierte auf diesen Vorfall und unterstützt die Gemeinde. Der Landkreis hat nun das sogenannte außergewöhnliche Ereignis festgestellt. Laut dem Niedersächsischen Katastrophenschutzgesetz stelle ein außergewöhnliches Ereignis u.a. eine Gefahr für Leben, Gesundheit und lebenswichtige Versorgung dar, die mit der örtlichen Gefahrenabwehr nicht länger zu bewältigen seien. Zudem kann das Ereignis einen Katastrophenfall nach sich ziehen. Dadurch, dass das außergewöhnliche Ereignis festgestellt wurde, ist es der Gemeinde möglich, überörtliche Hilfe anzufragen.

Landrat Bernd Lütjen stehe in ständigem Kontakt mit Lilienthals Bürgermeister Kim Fürwentsches. „Die Wassermassen sind unfassbar. Für mich ist klar, dass wir hier unterstützen. Meine Gedanken sind aktuell bei den evakuierten Anwohnerinnen und Anwohnern“, sagt Lütjen.

Die Gemeinde Lilienthal steht den besorgten Einwohnenden täglich von 8 bis 20 Uhr unter 04298/929-190 zur Verfügung. Zusätzlich informiert die Gemeinde die Bürger:innen auf ihren Social Media Accounts über die neusten Erkenntnisse.


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