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Waakhausen: Ergebnisse beunruhigen Initiative

Worpswede-Waakhausen (jm). Die Zwischenergebnisse des Gefährdungsgutachten zum Schießstand in Waakhausen beunruhigen die Bürgerinitiative Naturschutz Worpswede.

Worpswede-Waakhausen (jm). In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Kreisabfallwirtschaft stellten Gutachter erste Zwischenergebnisse zur Schadstoffbelastung am Schießstand in Waakhausen vor. Der Bericht veranlasst die Bürgerinitiative Naturschutz Worpswede, eine sofortige Schließung und schnellstmögliche Sanierung der Anlage zu fordern.

Der Ausschuss hatte Lars Levermann und Klaus Konertz von der Bremer Firma Umtec eingeladen, um Zwischenergebnisse des Gefährdungsgutachtens zu präsentieren, das das Unternehmen aktuell anfertigt und voraussichtlich im ersten Quartal 2021 abschließen wird. Die beiden Gutachter legten dar, dass die sogenannten Prüfwerte für Blei-Belastung und andere Schadstoffe in Boden, Wasser und Grundwasser deutlich überschritten werden. Die Werte im Boden machten Maßnahmen zur Gefahrenabwehr nötig, auch beim Blei-Wert im Wasser bestehe Handlungsbedarf. 580 Bohrungen hatte Umtec auf der drei Hektar großen Fläche rund um den Schießstand durchgeführt, um Proben zu entnehmen.
Was den 2006 errichteten Erdwall und das Netz zum Auffangen der Munition betreffe, gebe es keine Hinweise auf Schäden oder undichte Stellen. Die Vorrichtungen erfüllten nach wie vor ihren Zweck, folgerten die Gutachter aus ihren Daten. Teilweise Entwarnung auch beim Grundwasser: Es seien zwar Verschmutzungen festgestellt worden, diese seien jedoch stationär. Eine weitere Ausbreitung des Metalls im Grundwasser befürchten die Gutachter aktuell nicht.
Bürgerinitiative beunruhigt
Die Schießstand-Gegner interpretieren die Ergebnisse unterdessen anders. Aufgrund der nachweisbaren Grundwasserverseuchung sei Gefahr im Verzug, schreibt die Bürgerinitiative Naturschutz Worpswede in einer Pressemitteilung und fordert, sofort ein umfassendes Sanierungsgutachten in Auftrag zu geben und entsprechende Maßnahmen anschließend ohne Zeitverzug durchzuführen. Darüber hinaus müssten die Kugelstände unverzüglich geschlossen werden, um zu verhindern, dass weitere Schadstoffe ins Erdreich gelangen.
Unverständnis äußert die Initiative vor allem über die Tatsache, dass die Gutachter keine Hinweise auf undichte Stellen am Erdwall gefunden hätten. „Ohne Berücksichtigung der in der Umgebung des Sicherungsbauwerkes stark erhöhten Bleiwerte im Boden und Wasser, trotz der Feststellung erheblicher Versetzungen in dem Bauwerk, trotz der dadurch bedingten starken Abknickung der mit der Folie fest verschweißten Sichtrohre und der damit zu befürchtenden Einrisse in der Abdeckung berichtete der Gutachter, dass es keine Hinweise für eine Undichtigkeit gebe“, heißt es in der Mitteilung der Initiative. Eine Dichtigkeitsprüfung sei in den Zwischenergebnissen nicht geliefert worden, Aussagen zur Funktionalität des Sicherungsbauwerks beruhten daher auf Annahmen, bemängeln die Mitglieder.
„Nach jahrelangem Wegschauen muss die verantwortliche Behörde jetzt zeitnah, zielgerichtet und entschlossen handeln, indem sofort weiterer Bleieintrag auf den Kugelständen unterbunden wird und nach endgültiger Fertigstellung der Gefährdungsanalyse ein umfassender Sanierungsplan aufgestellt wird“, fordert die Bürgerinitiative. Vor allem dürfe kein weiterer Wall auf dem Gelände errichtet werden, solange nicht erwiesen sei, dass das vorhandene Bauwerk dicht sei.


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