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Proteste ruhiger als erwartet

Landkreis/Ritterhude (cne). Am vergangenen Montag fanden im Landkreis wieder Proteste gegen die Corona-Maßnahmen wie gegen deren Kritiker:innen statt. Insgesamt flacht die Zahl der Teilnehmenden ab.
Die Protagonistinnen der angemeldeten Demo (SPD und Bündnis für Demokratie).

Die Protagonistinnen der angemeldeten Demo (SPD und Bündnis für Demokratie).

Schon seit Wochen machen sich Menschen an Montagen auf den Weg, um gegen die angeordneten Corona-Maßnahmen der Regierung „spazieren zu gehen“, oder diesen „Spaziergängern“ mit angemeldeten Versammlungen demonstrativ entgegenzutreten. Mehrfach kam es bei Begegnungen der gegnerischen Gruppen mindestens zu verbalen Auseinandersetzungen, weshalb die Polizeipräsenz an diesen Tagen erheblich verstärkt wurde. So auch am vergangenen Montagabend, an dem die Polizei im Landkreis Osterholz elf Demonstrationen mit annähernd 200 Teilnehmerinnen begleitete, von denen nur drei bei den zuständigen Behörden zuvor angemeldet worden waren.
Im Vergleich zu den Vorwochen fielen die jeweiligen Kundgebungen jedoch kleiner aus.
In den Ortschaften Grasberg, Hambergen, Lilienthal, Schwanewede, Worpswede und Ritterhude demonstrierten zwischen 17.30 und 19.15 Uhr nach Angabe der Polizei fast 190 Menschen sowohl gegen die geltenden Corona-Bestimmungen als auch für die Demokratie und das Impfen.
 
Ritterhude
 
So fanden in Ritterhude zeitgleich drei Demonstrationen statt, eine davon ordentlich im Vorfeld angemeldet. Diese Gruppe traf am Rathaus auf eine unangemeldete, friedliche Versammlung junger Antifaschistinnen, die sich „schützend“ vor dem Rathaus postiert hatten. Während die Versammlungen in der Ortsmitte Ritterhudes ungestört verliefen, musste die Polizei bei einer unangemeldeten Versammlung in Ritterhude-Ihlpohl gegen die geltenden Corona-Maßnahmen ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Nichteinhaltung der Beschränkungen gegen eine Person einleiten.
Unterdessen verspannt sich das Verhältnis unter den Gegnerinnen der „Spaziergänger“. So werfen die Antifaschistinnen auf ihrem Intagramaccount der Ritterhuder SPD vor, sie habe sich nicht nur nicht mir ihnen solidarisch gezeigt, sondern sie zudem öffentlich kritisiert. Dabei seien sie es gewesen, die sich auch Rechtsradikalen in den Weg gestellt hätten. Ein Bild für die Zeitung vor dem Rathaus, wie es SPDler:innen am Montag schießen ließen, würde gegen solche Kräfte nichts ausrichten.
Die SPD ihrerseits betont auf ihrem Social-Media-Kanal, dass sie mit ihrem friedlichen Protest das Rathaus und Anlieger:innen schütze, ohne Bürger:innen und Geschäftsleute einzuschüchtern oder Werktätige zu behindern.
 
Schwanewede
 
In Schwanewede wurden ebenfalls wegen Verstoßes gegen die geltenden Beschränkungen die Personalien dreier Personen festgestellt, gegen zwei Teilnehmende wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Nichttragens von FFP2-Masken eingeleitet. Die vorgelegten Atteste entsprachen ebenfalls nicht den Anforderungen. Auch diese Versammlung von 30 Personen war zuvor nicht angemeldet worden.
 
Worpswede
 
Worpswede erlebte gleich drei zeitgleich stattfindende Demonstrationen. In einem unangemeldeten Aufzug zogen 30 Personen durch den Ort und demonstrierten gegen die geltenden Corona-Maßnahmen. In vier Fällen trugen Teilnehmende keine FFP2-Maske, sodass die Polizei Ordnungswidrigkeitsverfahren einleitete und die Teilnehmenden schließlich von der Veranstaltung ausschloss. Inzwischen hatten sich zwei Demonstrationen mit je 20 Teilnehmenden, die sich gegen die Demonstrationen der Kritiker der Corona-Maßnahmen richteten, zusammengetan. Eine dieser Demonstrationen war zuvor angemeldet worden. Als Zeichen der Verbundenheit bildeten die Teilnehmenden eine Menschenkette.
 
Lilienthal
 
In Lilienthal bezogen deutlich mehr Mitmenschen Position gegen Kritiker der Corona-Maßnahmen: Vor dem Rathaus hielten 15 Lilienthaler:innen eine Versammlung ab und wendeten sich damit gegen die Demonstration der acht Corona-Kritiker, die unangemeldet durch die Ortschaft marschierten.
In Hambergen zogen 12, in Grasberg 14 Menschen in unangemeldeten Aufzügen durch die Ortschaften, um so gegen die geltenden Corona-Bestimmungen zu protestieren.


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