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Neue Schiedspersonen vereidigt

Im Schiedsamt Osterholz-Scharmbeck wechseln die Gesichter. Die Aufgabe bleibt dieselbe: Streit schlichten, bevor aus Nachbarschaftskonflikten Gerichtsverfahren werden.

Volker Pfeil (Stadtverwaltung) und Inken Tittel (Amtsgericht), beide zuständig für die Schiedspersonen der Stadt (beide links) und Bürgermeister Torsten Rohde (rechts) rahmen die neuen und die ausscheidenden Schiedsleute ein (von links): Rolf Wehlers, Karin Simon, Lars Müller und Wolfgang Blum.

Volker Pfeil (Stadtverwaltung) und Inken Tittel (Amtsgericht), beide zuständig für die Schiedspersonen der Stadt (beide links) und Bürgermeister Torsten Rohde (rechts) rahmen die neuen und die ausscheidenden Schiedsleute ein (von links): Rolf Wehlers, Karin Simon, Lars Müller und Wolfgang Blum.

Bild: Ska

Osterholz-Scharmbeck. Das Ehrenamt einer Schiedsperson ist kein Leichtes – und doch, es bereitet Freude. Das wurde während einer kleinen Feierstunde im Rathaus in Osterholz-Scharmbeck deutlich. Rolf Wehlers und Lars Müller wurden für die kommenden fünf Jahre in das Schiedsamt berufen. Mit einer kleinen Dankesurkunde der Justizverwaltung des Landes Niedersachsen wurden Karin Simon und Wolfgang Blum aus dem Schiedsamt verabschiedet. Die Urkunden überreichte Amtsgerichtsdirektorin Inken Tittel, die für die Schiedsleute der Stadt zuständig ist.

Bürgermeister Torsten Rohde überreichte den ausscheidenden Schiedspersonen Karin Simon und Wolfgang Blum ebenfalls ein kleines Präsent. „Wir sind sehr froh, Schiedspersonen zu haben“, versicherte er. Mit dem Ehrenamt sei eine sehr wichtige Aufgabe verbunden. Schiedsleute bewirkten oft, dass die Menschen sich wieder die Hand reichen. Die Gerichte würden entlastet, sagte Torsten Rohde und dankte für den ehrenamtlichen Einsatz in der Stadt Osterholz-Scharmbeck.

 

Enge Zusammenarbeit mit dem Amtsgericht

Die Aufgabe einer Schiedsperson besteht darin, bei bestimmten Strafsachen sowie bei privatrechtlichen Streitigkeiten eine Einigung, einen Vergleich, zwischen allen Beteiligten zu erzielen. Die Schiedspersonen in Osterholz-Scharmbeck haben sich darauf verständigt, dass Karin Simon als erste Schiedsperson und Wolfgang Blum als Stellvertreter fungierte. Beide arbeiteten stets eng mit der Amtsgerichtsdirektorin zusammen. Inken Tittel stand immer mit Aufklärung zu rechtlichen Fragestellungen und Rat zu Formalien zur Seite. Darüber hinaus gab es diverse Fortbildungen, regelmäßige Telefonate und Treffen, das gebundene niedersächsische Nachbarschaftsgesetz sowie eine informative Schiedsamtszeitung mit Fällen aus der Praxis.

 

Beachtliche Erfolgsquote

In den fünf Jahren ihrer Ehrenamtsdauer verbuchte Karin Simon in rund 80 Prozent ihrer Fälle eine erfolgreiche Schlichtung. Sie habe das Amt sehr gerne bekleidet und sehr viel gelernt, berichtete sie. Dennoch sei es arbeits- und zeitaufwändig, mit viel Bürokratie, was für sie bedeutete, viele Ehrenamtsarbeiten am Wochenende zu leisten, da sie noch in Vollzeit bei der Bremer Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung berufstätig sei.

Es gehört mehr dazu, als Menschen am Gartenzaun zu beschwichtigen. Karin Simon berichtete, dass viele Nachbarschaftskonflikte auf Schiedspersonen zukommen, da ein Schlichtungsverfahren beim Schiedsgericht vorgeschaltet sein muss, bevor ein Kontrahent vor dem Amtsgericht klagen darf.

 

30 Jahre vollstreckbare Titel

So gibt es auch vom Schiedsgericht durch die Ehrenamtlichen hochoffizielle Ladungen der an einem Streit Beteiligten. Geladen wird ins Rathaus, in den kleinen Sitzungssaal. Es werden Vergleiche geschlossen, protokolliert und „gerichtsfest“ formuliert. Daran haben die Streitparteien sich zu halten. „Es handelt sich um einen für 30 Jahre vollstreckbaren Titel“, so Inken Tittel.

Schon die Ladung ins Rathaus setzt für alle an einem Streit Beteiligten ein Zeichen. Eine Einigung zwischen Tür und Angel oder am Gartenzaun ist zwar möglich, aber das Protokollieren und Formulieren ist trotzdem erforderlich. Für Tür-/ Angel- und Gartenzauneinigungen fühlte sich Wolfgang Blum als Experte. Der Ruheständler war Dozent an der Fischakademie in Bremerhaven.

In Niedersachsen sind Schiedspersonen für jedes Amtsgericht verpflichtend. Wie die Schiedsleute sich in den Städten und Gemeinden organisieren und wie hoch ihre Aufwandsentschädigung ist, ist unterschiedlich.

 

Neue sind prädestiniert für das Ehrenamt

Der Pensionär Rolf Wehlers, ehemals bei der Stadt zuständig für Personal, Organisation und Recht, und der Speditionskaufmann Lars Müller und freuen sich schon jetzt auf die fünf Jahre ihrer Ehren-Amtszeit, die vor ihnen liegen. Rolf Wehlers ist aus seiner vergangenen Berufslaufbahn heraus geradezu prädestiniert für das Amt. Lars Müller ist sicher, dass ihm seine Ausbildung zum Mediator in dem Amt zugutekommen wird.


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