Gemeinsamen Nenner finden
Worpswede. Die erneute Suche einer Vier-Parteien-Konstellation nach einem gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Worpsweder Bürgermeisters war erfolgreich. Die Mitglieder einer Findungskommission aus UWG, SPD, Linken und Grünen einigten sich auf Rico Germanus. Der 52-jährige Gymnasiallehrer reiht sich nun in die Liste der aktuell fünf Bewerber für das Amt des im Herbst scheidenden Stefan Schwenke ein. Neben Germanus treten Galerist Markus Lippek, Bundeswehrsoldat Andre Ottens, Strafverteidiger Konrad Schäfer und Rechtsanwalt Felix Westpfahl (CDU) an.
Den gemeinsamen Nenner finden
Rico Germanus wurde in Berlin geboren. Die Familie zog bereits nach kurzer Zeit in die Nähe von Jaderberg. Nach einem weiteren Umzug verbrachte Germanus seine Schulzeit in Bremen und erwarb die Fachhochschulreife an der Wilhelm-Wagenfeld-Schule. Sein Wunsch, Nautik zu studieren, scheiterte an einer angeborenen Rot-Grün-Sehschwäche. Stattdessen entschied er sich für den Studiengang „Schiffbau und Meerestechnik“ an der Hochschule Bremen. Germanus wollte jedoch stärker mit Menschen arbeiten und entwickelte den Plan, in England ein weiteres Studium zu beginnen. Um das Vorhaben finanzieren zu können, arbeitete er nebenbei auf dem Bau und sparte das notwendige Geld zusammen. Er erhielt einen Studienplatz für „Medienwissenschaften und Fotografie“ in London und schloss dort mit dem „Bachelor of Honours (Hons.)“ ab. Anschließend absolvierte er am International Graduate Center der Hochschule Bremen einen Europastudiengang mit den Schwerpunkten Verwaltung, Recht, Politik und Wirtschaft. Gleichzeitig wurde er politisch aktiv und trat in die SPD ein.
„Mir haben diese verschiedenen Ausbildungen und Wechsel in meinem Leben geholfen, die Neugier zu bewahren und mich schnell in Dinge einarbeiten zu können“, ist sich Germanus sicher. Seine berufliche Erfüllung fand er schließlich im Lehrerberuf. Als Quereinsteiger absolvierte er zwei Jahre lang ein Lehrerseminar in Hamburg und arbeitet seit 17 Jahren an einem Gymnasium in Bremen. „Das ist ein wunderbarer Beruf mit großem Facettenreichtum. Man bildet sich ständig weiter und hat viele Herausforderungen zu meistern.“
Privat ist Rico Germanus verheiratet und lebt mit seiner Ehefrau, einer selbstständigen Fotografin, sowie drei Kindern und einem Hund in Worpswede. Seit seinem 13. Lebensjahr spielt er Bass in einer Band. Zudem liebt er das Faltbootfahren. Darüber hinaus ist er Jäger und Angler und bezeichnet sich selbst als naturverbunden.
„Verbinden, nicht spalten“
Rico Germanus ist SPD-Mitglied und war in früheren Jahren im Ortsverein Peterswerder politisch aktiv. „Ich habe mich bewusst entschieden, als unabhängiger Kandidat bei der Wahl anzutreten. Auf kommunaler Ebene sollte ein Bürgermeister neutral sein und Brücken schlagen zwischen Bürgern, Verwaltung und Politik“, so der Bewerber.
Er suche den gemeinsamen Nenner, um die Gemeinde im besten Sinne voranzubringen und zukunftsfähige Strukturen zu entwickeln. Alle acht Ortschaften müssten in die Planungen einbezogen werden, Grabenkämpfe sollten unbedingt verhindert werden.
Ein konkretes Ziel möchte er vom langjährigen Bürgermeister Stefan Schwenke übernehmen: Die Marke von 10.000 Einwohnern soll überschritten werden. Das hätte positive Auswirkungen auf die jährlichen Finanzzuweisungen aus dem kommunalen Finanzausgleich. Den ersten Schritt auf dem Weg zur Bürgermeisterwahl hat der Kandidat bereits geschafft. Die 120 notwendigen Unterstützerunterschriften liegen inzwischen vor.

Die Flügel drehen wieder
Betroffene erarbeiten Forderungen
Laufen, springen, werfen



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