

Osterholz-Scharmbeck. Gemeinsam mit Betroffenen hat das „Bündnis B74nie“ 15 konkrete Forderungen erarbeitet, mit denen mehr Sicherheit, weniger Lärm und spürbare Entlastung für Anwohner an der B74 erreicht werden sollen - ohne auf die teure Ortsumfahrung zu warten.
Anwohnerinnen und Anwohner der viel befahrenen B74 aus Settenbeck, Scharmbeckstotel und Ritterhude fordern schnelle Lösungen gegen Verkehrslärm und gefährliche Situationen vor ihren Haustüren: Beim Treffen des Bündnisses „B74nie“ haben Betroffene der B74 im Saal des Gemeindehauses Scharmbeckstotel gemeinsam einen Katalog mit 15 konkreten Maßnahmen erarbeitet, der an die Politik übergeben werden soll. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, wie Belastungen an der B74 ohne jahrelange Planungen und die hohen Kosten einer Ortsumfahrung schon heute spürbar verringert werden könnten.
Jörg Fanelli-Falcke vom Bündnis machte deutlich, welche Dimensionen eine „Ortsumfahrung B74neu“ hätte: Die Strecke wird kreuzungsfrei und in jede Fahrtrichtung zu mindestens zwanzig Prozent dreispurig geplant – mit Bauwerken, „die einer Autobahn ähneln“. Die seit Längerem von der Landesstraßenbaubehörde geprüfte Ost- und Westtrasse würde in beiden Fällen durch Auf- und Abfahrten, massive Brücken- und Trogbauwerke sowie abgeschnittene Wegeverbindungen „gewaltige Zerstörungen für die Ortschaften bedeuten“.
Sofortmaßnahmen statt Millionenprojekt
Statt auf eine auf mindestens 28 Millionen Euro kalkulierte Straße zu warten, fordern die Betroffenen wirkungsvolle Sofortmaßnahmen. Besonders wichtig sei die Überwachung der Einhaltung der bestehenden Geschwindigkeitsbegrenzungen an der B74 in den Siedlungsgebieten. Sehr dringend sei zudem eine regelmäßige Überwachung der Ampelkreuzung B74/Bunkenburgsweg, da dort regelmäßig rote Ampeln missachtet oder bei Gelb noch beschleunigt werde, wodurch gefährliche Situationen entstünden. Der Tenor der Anwesenden: „Hier braucht es regelmäßige Überwachung, bevor Kinder zu Schaden kommen.“
Entlang der B74 an der Stader und Bremer Landstraße sollte ein Überholverbot sowie dauerhaft nächtliche Geschwindigkeitsmessungen für die Einhaltung von Tempo 50 sorgen. Gefordert werden außerdem verengte Ortseinfahrten, um die Aufmerksamkeit der Autofahrer auf der B74 zu erhöhen.
Lärm vermeiden und Verkehr sicherer führen
Ein Ärgernis seien Straßenreparaturen, die den Lärm sogar verschlimmern. So wurde beispielsweise auf der Settenbecker Straße der Belag nur geflickt, was zu Unebenheiten führte, die durch den Verkehr einen ständig wechselnden und lästigen Geräuschpegel verursachen. Künftig sollten solche Ausbesserungen mit geräuschärmerem, ebenem Belag ausgeführt werden.
Da das riskante Einfädeln in den Verkehr an der Einfahrt B74/Auf der Heide in Verbindung mit dem stark frequentierten Geh- und Radweg täglich Gefahren birgt, sollte dort ein Kreisverkehr für deutlich mehr Sicherheit sorgen. Zusätzlich verlangt die Initiative eine intelligentere, überregionale Verkehrslenkung sowie, dass Schwerlastverkehre statt durch die Orte möglichst über die Autobahnen geführt werden.
Jörg Fanelli-Falcke und Herbert Behrens vom Bündnis fassen das Anliegen der Initiative zusammen: „Das sind alles Maßnahmen, die schnell umsetzbar sind, echte Entlastung bringen und wesentlich weniger kosten würden als eine zusätzliche ‚Ortsumgehung Ritterhude B74neu‘. Was wir brauchen, ist politischer Wille, der uns Bürger an der B74 endlich entlastet und nicht Millionen ausgibt, die zusätzliche Belastungen durch Zielverkehre verursachen.“



