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„Kommt einem Neubau gleich“ Stadion Moorsmannskamp wird umfassend saniert

Ritterhude (jm). Im zweiten Anlauf hat es doch noch geklappt: Die Gemeinde Ritterhude bekommt rund 1,4 Millionen Euro Fördergelder für die Sanierung des Stadions Moormannskamp. Im kommenden Jahr sollen die umfassenden Bauarbeiten beginnen.

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Wird komplett saniert: Das Stadion Moormannskamp bekommt unter anderem einen neuen Kunstrasenplatz und eine neue Laufbahn. Der Bund fördert die Erneuerung mit 1,4 Millionen Euro.

Wird komplett saniert: Das Stadion Moormannskamp bekommt unter anderem einen neuen Kunstrasenplatz und eine neue Laufbahn. Der Bund fördert die Erneuerung mit 1,4 Millionen Euro.

Foto: Joerg Monsees

Für den Entwurf zeichnet das Planungsbüro „Kilian + Kollegen Landschaftsarchitekten Büro für Freiraum- und Sportstättenplanung“ verantwortlich. Bei drei verschiedenen Büros habe die Gemeinde angefragt, berichtet Stefan Berndt aus dem Sachgebiet Gebäude und Grundstücke der Gemeinde. Die Oldenburger, die viel Erfahrung in der Gestaltung von Schulhöfen und Sportstätten haben, bekamen den Zuschlag.
 
Kunstrasenplatz kommt
 
Herzstück des neuen Stadions wird ein 101 Meter langer und 68 Meter breiter Kunstrasenplatz, auf dem sowohl Fußball als auch American Football gespielt werden kann. Diese Maßnahme wurde in der Gemeinde schon länger diskutiert: „Der Platz hier im Stadion ist doppelt belastet durch Schule und Vereine“, erklärt Bürgermeisterin Susanne Geils. Grundsätzlich seien alle Sportplätze in Ritterhude überspielt. Im Falle des Stadions sei es leider immer wieder nötig gewesen, den Rasenplatz komplett zu sperren. „Wenn deshalb Spiele verschoben werden müssen, hat das Auswirkungen auf die gesamte Saison. Das ist ein großes Problem, mit dem wir uns seit Jahren rumschlagen“, so die Bürgermeisterin.
Erste Bewerbung um Fördermittel scheiterte
Dass Pflegemaßnahmen mit den Spielzeiten der verschiedenen Vereine und Ligen jongliert werden müssen, soll dank Kunstrasen bald Geschichte sein. Möglich wird das nur durch üppige Fördermittel des Bundes - die Gemeinde könnte sich einen Kunstrasenplatz nicht leisten. Bereits 2018 bewarb sich Ritterhude um Mittel aus dem Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Damals wurde die Gemeinde nicht berücksichtigt. Im März 2020 wurden der Verwaltung dann doch noch Gelder in Aussicht gestellt. Das Antragsverfahren begann noch einmal von vorne, in diesem Frühjahr kam dann schließlich der Zuwendungsbescheid aus dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.
Rund 1,4 Millionen Euro bekommt die Gemeinde für das Bauprojekt, das bis Ende 2023 abgeschlossen sein muss. Der Eigenanteil beläuft sich auf etwa 460.000 Euro, sodass insgesamt eine Investitionssumme von 1,9 Millionen Euro zusammenkommt.
 
Generalüberholung für das Stadion
 
Dafür bekommt die über 40 Jahre alte Bezirkssportanlage eine Generalüberholung. „Das kommt fast einem Neubau gleich“, erklärt Landschaftsarchitekt Oliver Kilian. Rund um den zukünftigen Kunstrasenplatz wird die 400 Meter lange Rundlaufbahn mit vier Strecken komplett neu gebaut. Auf der Geraden im Osten kommen zwei weitere Bahnen dazu, sodass auf sechs Bahnen über 100 oder 110 Meter gesprintet werden kann. Neben der südlichen Kurve wird es ein Feld für Basketball und Volleyball geben, auch Hochsprung und Kugelstoßen sollen dort möglich sein. Eine Weitsprunggrube (mit der Möglichkeit, Stabhochsprung zu trainieren) ist auf der gegenüberliegenden Seite geplant. Im Norden soll es außerdem mehrere Fitnessstationen, darunter Trampoline und eine Calisthenics-Anlage (in Behördensprache „nicht-normiertes Turnen“ genannt) geben. Dies hatten sich Schüler:innen in einem gemeinsamen Workshop mit allen Nutzergruppen gewünscht, auch die Vereine können sich vorstellen, eine solche Anlage in ihr Training zu integrieren.
Umziehen müssen die Speer- und Diskuswerfer:innen - der Kunstrasenplatz ist als Landefläche denkbar ungeeignet. Die Sportler:innen der beiden Disziplinen bekommen eine Trainingsanlage auf der sogenannten „variablen Fläche“. Dabei handelt es sich um den zweiten Rasenplatz am Schulzentrum Moormannskamp, der auch für das Fußball- und Football-Training genutzt wird.
 
Verbesserungen der Barrierefreiheit
 
Die Wassergrube wird nach dem Umbau des Stadions nicht mehr zu finden sein. Diese werde kaum genutzt, sei im Planungsverfahren festgestellt worden. Somit ist der Hürdenlauf die einzige Leichtathletik-Disziplin, die im Stadion Moormannskamp in Zukunft nicht mehr trainiert werden kann. Die Sanierung umfasst nicht nur die Sportanlagen: Im Zuge der Bauarbeiten soll auch die vorhandene Tribüne aufgefrischt werden, neue Sitzgelegenheiten entstehen auf der gegenüberliegenden Seite. Dort wird auch eine neue Rampe für Rollstuhlfahrer:innen gebaut, denn das Förderprogramm sieht Verbesserungen der Barrierefreiheit als Bedingung vor. Das Sanitärgebäude wird in diesem Zuge durch eine Behindertentoilette erweitert.
Die Bauarbeiten sollen im nächsten Jahr beginnen. Wenn es gut läuft, könnte die Sanierung im Spätherbst 2022 bereits abgeschlossen sein, spätestens jedoch 2023.


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