eb

Helfende Hände auf der Golfanlage

Lilienthal (eb). Menschen mit und ohne Beeinträchtigung arbeiteten Hand in Hand - im Rahmen des „Day of Caring“ halfen neun Stadtwerker:innen bei der Platzpflege auf dem Lilienthaler Golfplatz.

Bilder
zur Bildergalerie

„Wir sind noch nie so schnell fertig geworden mit unserer Driving Range. Bälle sammeln und waschen war im Nullkommanichts erledigt, nach dem Motto: viele Hände, schnelles Ende“, so Peter Sobieray, Heilerziehungspfleger des Niels-Stensen-Hauses. Die Greenkeeper der Stiftung Arbeit und Leben gehören seit Jahren im Golfclub Lilienthal zum festen Personalstamm und übernehmen stets mit Freuden Aufgaben im Rahmen der Platzpflege.
Aber auch den neun Mitarbeiter:innen der Osterholzer Stadtwerke, die in diesem Jahr im Rahmen des „Day of Caring“ den integrativen Verein in ihrer Arbeit unterstützen, machte die Aufgabe sichtlich Spaß.
„Von einem Tag des ,Ehrenamtlichen Engagements‘ profitieren alle Seiten“, erklärt Oliver Milz, der Stadtwerke-Prokurist, der ebenfalls den Kugelschreiber gegen eine Schaufel eintauschte.
Die Stadtwerke beteiligen sich seit 2018, letztes Jahr gab es coronabedingt eine Pause. „Die größten Gewinner sind natürlich die Einrichtungen, die helfende Hände für ihr Projekt erhalten. Wir kommen aus verschiedenen Unternehmensbereichen und können uns nebenbei noch besser kennenlernen. Und am Ende profitieren alle von dem gemeinsamen Erfolgserlebnis. Solche Aktionen tragen zum guten Betriebsklima bei“, so Milz.
 
Herausforderung Entkusseln
 
Das Auffüllen der Bunker mit neuem Sand, die Rosenbeete winterfest machen und vor allem das „Entkusseln“ der Heidefläche standen auf dem Programm, wobei die letzte Arbeit sicherlich die herausforderndste war. „Was in der Lüneburger Heide die Schafe erledigen, nämlich nachwachsende Birkenschösslinge zu beseitigen, um der Heide das Überleben zu sichern, muss auf dem Golfplatz per Hand durchgeführt werden. „Auf den Knien rutschend diese Tätigkeit auszuführen, ist sicherlich etwas anderes, als die tägliche Büroarbeit“, stellte die Stadtwerkerin Sigi Tobehn lächelnd fest. Aber man packte nicht nur mit an, man lernte auch Neues aus der Welt des Golfs.
 
Das dreifache Handicap
 
Die Stadtwerker:innen erfuhren z. B. von der dreifachen Bedeutung des „Handicaps“ beim Lilienthaler Golf-Club. Neben dem sportlichen Fachbegriff und dem Einsatz der „Beschäftigten mit Handicap“ staunten sie darüber, dass der Sport auch sehr gut von Menschen mit Beeinträchtigungen wie Parkinson, MS- und ADHS-Syndrom und sogar mit einseitigen Lähmungen durchgeführt werden kann. Ab 2022 soll Golf sogar als Reha-Maßnahme durch die Kassen anerkannt werden.
Claus Kleyboldt, Präsident des GC Lilienthal, freute sich riesig über diese Premiere. „Das ist sicherlich auch eine gute Idee für andere Unternehmen. Auf unserer 70 Hektar großen Anlage würden sich unsere Greenkeeper öfter über solch eine Unterstützung freuen.“ Bei der Begrüßung stellte der Präsident vor allem noch einmal heraus, dass das Schaffen von festen Arbeitsplätzen für die eingeschränkten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nunmehr seit 20 Jahren ein Versprechen ist, welches weiterhin Gültigkeit habe.


UNTERNEHMEN DER REGION