Patrick Viol

Handwerker Helden

Am 19. September zeigt der bundesweite Tag des Handwerks, wie vielfältig moderne Handwerksberufe sind. Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr nicht nur klassische Karrierewege, sondern auch neue Formen der Berufsorientierung.

Landkreis. Wer im Handwerk arbeitet, kann am Ende des Tages häufig ganz konkret sehen, was entstanden ist. Ein repariertes Fahrzeug, ein gedecktes Dach, eine neue Heizung, ein Möbelstück oder frisch gebackenes Brot: Diese unmittelbare Verbindung zwischen eigener Arbeit und sichtbarem Ergebnis steht in diesem Jahr im Mittelpunkt des bundesweiten Tags des Handwerks. Unter dem Motto „Wir machen Karriere mit Gefühl“ wirbt die Branche am Samstag, 19. September, für ihre Ausbildungs- und Karrierewege.

Seit 2011 findet der Aktionstag jeweils am dritten Samstag im September statt. Handwerkskammern, Innungen, Kreishandwerkerschaften, Fachverbände und Betriebe nutzen ihn bundesweit, um auf die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks aufmerksam zu machen. Zugleich richtet sich der Blick auf junge Menschen, die vor der Frage stehen, wie es nach der Schule weitergehen soll. Mehr als 130 Ausbildungsberufe stehen ihnen im Handwerk offen.

Karriere muss nicht nur nach oben führen

Mit dem diesjährigen Motto will das Handwerk bewusst ein anderes Bild von Karriere zeichnen. Nicht Konkurrenz und Ellenbogen sollen im Vordergrund stehen, sondern Können, Gemeinschaft und das Gefühl, mit der eigenen Arbeit etwas zu bewirken. Karriere müsse nicht zwangsläufig bedeuten, sich in einem ständigen Wettlauf nach oben zu befinden. Im Handwerk könne sie ebenso heißen, Verantwortung zu übernehmen, sich fachlich weiterzuentwickeln, den Meister zu machen oder später einen eigenen Betrieb zu gründen beziehungsweise zu übernehmen.

Mit dem eigenen „Hero“ auf Berufssuche

Dass Berufsorientierung dabei längst nicht mehr nur über Praktikum, Ausbildungsmesse und Broschüre funktioniert, zeigt die Kampagne mit der App „Handwerk Heroes“. Sie soll Jugendliche spielerisch mit der Vielfalt der Berufe in Kontakt bringen. Zu Beginn erstellen die Nutzerinnen und Nutzer ihren eigenen digitalen „Hero“. Körperform, Frisur, Kleidung und Accessoires lassen sich verändern, dazu kommen futuristische Werkzeuge wie Laser-Sägen, Roboterarme oder Cyber-Anzüge. Mehr als 100.000 Kombinationen sind möglich.

Hinter den ausgewählten Gegenständen und Hintergründen stecken Interessen und Vorlieben. Daraus schlägt die App passende Handwerksberufe vor – ohne dass sich die Nutzung wie ein klassischer Berufstest anfühlen soll. Anschließend wird aus der Charaktergestaltung ein Spiel: Beim sogenannten „Task-Guessing“ müssen Tätigkeiten verschiedener Handwerksberufe erkannt werden. So lernen die Nutzer gleichzeitig zentrale Aufgaben der einzelnen Berufe kennen.

136 Berufe für die digitale Sammlung

Ziel ist es, eine digitale Sammlung mit allen 136 Berufen zu vervollständigen. Je mehr Tätigkeiten richtig erraten werden, desto mehr Berufe werden freigeschaltet. Die App soll damit nicht nur zum Spielen anregen, sondern zugleich als mobiles Nachschlagewerk dienen. Zu den Berufen gibt es kompakte Informationen und weiterführende Angebote.

Auf einer Deutschlandkarte sind zudem die selbst erstellten „Heroes“ anderer Nutzer zu sehen. Eine GPS-Ortung findet dabei nicht statt. Den Standort auf der Karte können die Nutzerinnen und Nutzer über einen frei gesetzten Punkt selbst bestimmen. Die App ist kostenlos im Apple App Store und im Google Play Store erhältlich und kann nach Angaben der Kampagne auch bei Berufsmessen, Schulveranstaltungen oder anderen Veranstaltungen zur Berufsorientierung eingesetzt werden. Dort lässt sie sich beispielsweise über einen QR-Code direkt aufrufen.

Handwerk trifft digitale Lebenswelt

Auch an anderer Stelle sucht das Handwerk 2026 gezielt den Kontakt zu jungen Menschen in deren digitaler Lebenswelt. Rund um den Aktionstag läuft erstmals ein bundesweites Turnier auf einer eigens entwickelten Handwerk-Map im Computerspiel Fortnite. Je zwei Spielerinnen oder Spieler aus jedem Bundesland können sich für das Finale qualifizieren. Die besten 32 treten am 19. September gegeneinander an.

Der digitale Ansatz ergänzt damit die klassischen Angebote der Berufsorientierung. Denn trotz Apps, Gaming und Social Media bleibt der Kern derselbe: Junge Menschen sollen erfahren, welche Berufe es gibt, was Handwerkerinnen und Handwerker konkret tun und welche Wege nach einer Ausbildung offenstehen.

Weitere Informationen zum Tag des Handwerks, zu den Ausbildungsberufen und zur App „Handwerk Heroes“ gibt es unter www.handwerk.de.


UNTERNEHMEN DER REGION

E-PaperMarktplatzStellenmarktZusteller werdenLeserreiseMagazineNotdienst BremervördeNotdienst OHZReklamationgewinnspielformular