

Osterholz-Scharmbeck. Vor dem Hintergrund andauernder und neuer Konflikte, die sämtliche Prognosen wirtschaftlicher Natur fragil bis düster erscheinen lassen, konnte sich das Wachstum der Volksbank eG Osterholz Bremervörde ganz gut sehen lassen: Um 3,11 Prozent erhöhte sich die Bilanzsumme im Jahr 2025.
„Zarte“ Stabilisierung
Michael Kersting, Vorstandsmitglied gemeinsam mit Stefanie Kase und Jan Mackenberg, verortete die regionale Wirtschaft im Elbe-Weser-Raum auf ein niedriges Niveau, „aber mit ersten zarten Stabilisierungstendenzen. Das Konjunkturbarometer drehte zwischenzeitlich wieder leicht ins Plus, bleibt aber unter dem langjährigen Mittel“, erklärte Kersting. Erwartungen blieben so verhalten.
Auch die Volksbank habe so ihre Herausforderungen mit der alternden Gesellschaft in der Region bei gleichzeitig wachsendem Druck auf die Erwerbstätigen. Dieses Verhältnis werde die Bankdienstleistungen, Filialkonzepte und den Zahlungsverkehr prägen. Um Veränderungen zu tragen, ist ein Bilanzanstieg von 55,3 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr sicherlich hilfreich. Besonders deutlich zeige sich im um 8,46 Prozent gewachsenen Kundenwertvolumen (das sind 332,2 Millionen Euro mehr als letztes Jahr) das Vertrauen der Kunden in ihre Volksbank und deren Verbundpartner wie Union Investment, Schwäbisch Hall oder R+V Versicherungen.
Kunden investieren - vor allem in die eigenen vier Wände
Beim Kundenanlagevolumen inklusive der Geldanlagen der Verbundpartner werde deutlich, dass „sich unsere Kunden weiterhin für alternative Geldanlagen gegenüber bewährter Spar- und Anlageprodukte entscheiden und beispielsweise in Anleihen oder Fonds investieren“, sagte Stefanie Kase angesichts des Anstiegs von 9,73 Prozent auf rund 2,4 Milliarden Euro. Interessant ist das um 92,6 Millionen Euro gewachsene Kundenkreditvolumen von rund 1,8 Milliarden Euro: „Ein Großteil dieser Kreditentscheidungen bezieht sich auf das Baufinanzierungsgeschäft unserer Kunden und Kundinnen“, erläuterte Kase. Während in Konjunkturberichten eher verhaltenes Investitionsverhalten beschrieben würde, nähme die Volksbank eG sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich eher Gegenteiliges wahr. „Das spiegelt sich in unseren Wachstumszahlen.“ Doch blind drauflos vergibt die Volksbank natürlich keine Kredite: „Wir haben im Kreditgeschäft interne Richtlinien für die Kreditvergabe erarbeitet. Mit diesem Schritt möchten wir einen weiteren Beitrag für das Erreichen der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen leisten.“
Weniger Papier und Bargeld
Praktisch zählte die Volksbank übrigens noch knapp 36.000 Überweisungen, die per ausgefülltem Beleg beauftragt wurden. Dem stünden 1,25 Millionen digitale Überweisungen gegenüber. Das sind 80.000 Positionen mehr als 2024. „Wir begrüßen diesen Trend, denn die Überweisungen über unsere Terminals, per Internet Banking und in unserer Banking-App sind für die Kunden komfortabel und vor allem äußerst sicher“, unterstrich Michael Kersting. Bargeldabhebungen seien im Vorjahresvergleich auf dem Rückzug, „was die Entwicklung hin zum bargeldlosen Zahlungsverkehr unterstreicht“, so Kersting. Aber mit der Implementierung des digitalen Euro rechne bei der Volksbank niemand vor 2029.
Neue Tochtergesellschaft gegründet
Nachhaltig wirke die Genossenschaftsbank mit den 30.126 Mitgliedern nicht nur in der Kreditvergabe, sondern ganz praktisch auch mit der Baumpflanzaktion mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in der Region Oese/Basdahl. Hier habe man einen Beitrag geleistet und aktiv das Bild der Volksbank als wirtschaftlich solide, ökologisch verantwortlich und sozial verankert gepflegt. „Insgesamt zahlten wir 276.000 Euro an viele Förderungen in unserer Region an fast 300 Empfänger aus.“ Eine große Investition sei der vollständige Umbau der Niederlassung in Lilienthal. Man freue sich, die neuen Räumlichkeiten auf dem neuesten technischen Stand den Kundinnen und Kunden endlich zu zeigen.
Angesichts des Wohnraumbedarfs (allein im Stadtgebiet stünden dem Bedarf von rund 800 Wohneinheiten ein Dazukommen von 100 Wohneinheiten pro Jahr entgegen), zöge der Eigenheim- und Eigentumswohnungsmarkt an. Mit der Gründung der VB Bauland GmbH & Co. KG verfüge die Volksbank eG nun über eine eigene Tochtergesellschaft, die speziell für die Erschließung von Bauland tätig sei. „Ein klares Zeichen für die Zukunftsfähigkeit unserer Region und eine Möglichkeit, um weiteren Wohnraum in unserer schönen Region zu schaffen“, fand Jan Mackenberg.




