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Eulenpopulation in der Region 2020 gesunken

Osterholz-Scharmbeck (eb). Eulenfreund*innen der BIOS legen aktuellen Bericht zum Schleiereulenschutz vor und erklären, warum man des Nachts immer seltener die schaurig schönen Rufe der Eulen hört.

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Eulen brauchen ausreichend Nahrung, um sich zu vermehren. Ohne Futter flacht die Brutstimmung ab.  Foto: eb

Eulen brauchen ausreichend Nahrung, um sich zu vermehren. Ohne Futter flacht die Brutstimmung ab. Foto: eb

Womit hängt es zusammen, dass die früher auf fast jedem Kornboden brütenden Schleiereulen im Jahr 2020 rar geworden sind? Eine Gruppe von Eulenfreunden hat sich vor wenigen Jahren im Landkreis Osterholz-Scharmbeck gefunden und sucht regelmäßig die Region von der Weser im Westen und bis zum Teufelsmoor im Osten nach Brutpaaren ab. Sie hängt Eulenkästen für Waldkäuze, Nisthilfen für Waldohreulen und Brutröhren für Steinkäuze in Bäume und baut große Schleiereulenkästen, um sie in Dachböden einzusetzen. Außerdem zählen die Gruppenmitglieder die Jungeulen, die in den hölzernen „Zweiraumwohnungen“ großgezogen werden.
 
Niederschmetternde Bruterfolge
 
Waren es 2019 allein im westlichen Teil des Landkreises, also im Raum Schwanewede und Umzu, über 60 junge Schleiereulen, so haben Brutkontrollen in diesem Jahr weniger als ein Drittel davon ergeben. Auch im Raum Lilienthal und Teufelsmoor sind die Bruterfolge aktuell ähnlich niederschmetternd. Manche Schleiereulenkästen enthalten nur noch zwei oder drei Küken gegenüber sieben oder mehr Junge im letzten Jahr. Viele andere bleiben ohne Brut.
 
Von Mäusen und Eulen
 
Die Gründe hierfür lägen - neben dem Wandel in der Landschaft und Landwirtschaft - in der Nahrungsgrundlage der Schleiereulen: im Rückgang der Feldmauspopulation.
Während 2019 zum Leidwesen der Landwirte die Population der Feldmäuse geradezu explodierte, sei in diesem Jahr die Reproduktionsrate dramatisch gesunken, vermutlich durch Rekordniederschläge im Februar (mit 135 Litern pro m² fiel in Niedersachsen das Dreifache der durchschnittlichen Monatsmenge an Regen) verbunden mit weniger Sonnenstunden (statt im Mittel 66 gab es in diesem Februar nur 50 Stunden). Dazu komme möglicherweise ein Ausbruch des Hantavirus, welches die Mäusevorkommen weiter dezimiert habe, so die Eulenfreund*innen.
Da Mäuse die nahezu alleinige Nahrungsgrundlage der Schleiereulen darstellen, bedinge deren Reduzierung ein Rückgang der Eulenpopulation. Balz und Brutstimmung hingen stark von der verfügbaren Nahrung ab und wer Hunger leidet, fange nicht zu brüten an. Hinzukomme, dass der lautlose Beuteflug der Eulen durch ein spezielles empfindliches Gefieder, nämlich durch eine feine kammartige Zähnung bestimmter Federn und Flaumhärchen auf den Schwingen, ermöglicht wird. Bei starkem Regen werde eine Eule nahezu flugunfähig, was die ohnehin schon schwierige Nahrungssuche noch erschwere.


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