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Die Kunst der Interpretation

Ritterhude (ek). Im Hamme Forum werden am Sonntag, 15. März, klassische Musikstücke modern interpretiert und mit dem Original verglichen. Ein musikgeschichtlicher Abend, der einige Überraschungen bereithält.

„Klassik remix“ nennen die Veranstalter im Hamme Forum die Neuauflage des vor zwei Jahren mit großem Erfolg gelaufenen Formats „Klassik neu erlebbar“. Frischer und jünger soll klassische Musik auch ein jüngeres Publikum erreichen. Das wünscht sich nicht nur Elmar Schäfer vom Hamme Forum. Zusammen mit der Sparkasse Rotenburg Osterholz, den Osterholzer Stadtwerken und der Rolf und Hannelore Kähler Stiftung wurde möglich, mit Hans-Jürgen Osmers einen Komponisten und Arrangeur zu gewinnen, der am Sonntag, 15. März, um 19.30 Uhr einen wirklich einmaligen Orchester-Abend präsentieren wird. „Musikalisch wird es mediterran“, begann Osmers einen kleinen mitreißenden Vortrag über die Musik des Abends. Italien, Frankreich, Spanien“ - das sei die lose Verknüpfung der Stücke. Doch der Abend werde anders werden, denn „wir haben 2026“, sagte Osmers. In der Klassik sei die Musik eben wie damals: „Historische Instrumente, Tempo – der Komponist hat als Künstler detailliert weitergegeben, wie seine Musik zu sein hat. Vorteil: Man kann nachempfinden, wie es damals geklungen haben mag. Der Nachteil“, fasste Osmers zusammen: „Die Musik ist museal geworden.“

Interpretationskunst

Was wollte Bach ausdrücken? Wollte Beethoven alle Gefühle im Bauch ausschalten? „Nach dem Zweiten Weltkrieg hörte die breite Masse viel einfachere und formalere Musik, die wie ein Baukastenprinzip komponiert wurde.“ Die große Veränderung zur klassischen Musik sei, dass nicht mehr der Komponist der Künstler sei, sondern der Interpret.

Um die Klassik in unsere Zeit zu bringen, bedürfe es keiner klassischen Opernsängerin, die technisch einwandfrei den Klangwunsch der Komponisten erfülle. „Sonja Firker ist eine super Popsängerin, die den Mut oder die Dreistigkeit mitbringt, die klassischen Lieder so zu interpretieren, dass sie auch für die Klassik-Ungeübten erfahrbar, erlebbar und nachvollziehbar sein wird“, stellte Osmers die Berliner Jazz- und Popsängerin vor, die am Abend des 15. März singen wird.

Auch das Orchester werde „ganz normal“ spielen, nannte es Osmers. Nur mit dem Austausch von Akkorden würden klassische Themen mit hohem Wiedererkennungswert ganz andere Emotionen bei den Zuhörern wecken.

Re-Arrangements

Osmers spielte am Klavier aus dem dritten Akt von Verdis Rigoletto „La donna è mobile“, das jeder schon mal gehört hat, der die Werbung von Tiefkühlpizza im TV kennt. Und tatsächlich: eine andere Tonfarbe, andere Akkorde, nicht weniger harmonisch, ließ die Arie moderner und anders zugänglich werden. „Das Lied und der Inhalt haben plötzlich viel mehr Aspekte und Tiefe“, beschrieb es Osmers. „Wir werden jedem Arrangement das klassische Original gegenüberstellen zum direkten Vergleich“, sagte Osmers. „Und weil die Komponisten länger als 70 Jahre tot sind, verletzen wir mit unserer Musik keine Urheberrechte.“

Der langjährige Dozent für Musiktheorie und Repertoire an der Stage School Hamburg wird sein Wissen bestimmt auch am Konzertabend an seine Zuhörerschaft weitergeben. Dass die jüngeren Hörer ebenfalls die Klassik für sich entdeckt haben, wusste Osmers auch: „Musikstücke, die klassische Themen umgewandelt haben, haben sehr viele Aufrufe bei TikTok.“ Tickets gibt es ab 43 Euro in der Geschäftsstelle direkt gegenüber des Hamme Forums


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