Janine Girth

Blühendes Komponistenviertel - Sanierungsfortschritte werden deutlich sichtbar in Mozartstraße

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Jörg Günther (ArgePlan) vor dem Hochhaus, sichtbar von der B74, das zurzeit saniert wird und bald einen anderen Eingang und eine andere Adresse haben wird.  Foto: ek

Jörg Günther (ArgePlan) vor dem Hochhaus, sichtbar von der B74, das zurzeit saniert wird und bald einen anderen Eingang und eine andere Adresse haben wird. Foto: ek

Osterholz-Scharmbeck. „Es ist was geschafft worden“, sagte Torsten Rohde als Bürgermeister der Stadt hinsichtlich der fertigen Umgestaltung der Fahrbahn der Mozartstraße, der Errichtung einer neuen Kita im Komponistenviertel und dem Beginn der baulichen Aufwertung des bekanntesten und höchsten Hochhauses der Stadt. Im Seminarraum im Haus der Kulturen trafen sich die Beteiligten, um der Öffentlichkeit das Geschaffte zu präsentieren und einen Ausblick auf das noch zu Schaffende zu werfen.
Mara Hartwig, Mitarbeiterin Tiefbau in der Stadtverwaltung, beschrieb kurz, was in sechs Monaten Bauzeit mit der Mozartstraße passiert war: „Wir haben den Verkehr beruhigt durch den Rückbau der Fahrbahn von neun Metern Breite auf viereinhalb Meter. Dazu ist jetzt ein geordnetes Parken möglich und wir haben mehr Grünfläche geschaffen.“ Die Stadt habe kooperativ mit den Stadtwerken zusammengearbeitet, sodass neue Versorgungsleitungen verlegt werden konnten. „Insgesamt liegen die Baukosten bei 770.000 Euro, inklusive der Planungskosten sind es 880.000 Euro, davon ist eine Fördersumme von 680.000 Euro eingeflossen. Es ist aber noch nicht schlussgerechnet.“ Nun fehlten im Quartier noch Hecken und Bäume. „Die kommen noch“, sagte Hartwig mit Hinblick auf die Witterungsverhältnisse. Sandsteinblöcke sind bereits platziert worden, die die Autofahrer ausbremsen sollen.
Sehr gut angenommen
„Die gesamte Maßnahme ist bei den Anwohnern sehr gut angenommen worden. Wir können uns über eine einwandfreie Zusammenarbeit freuen, wenn man bedenkt, dass zeitgleich die Kita fertiggestellt worden ist, hat das alles sehr gut geklappt.“ Seit 2002 konzentriere sich die Stadt auf die sozialräumlich und städtebauliche Entwicklung im Gebiet Mozartstraße / Drosselstraße, das bis 1991 mehr als 8.000 US-amerikanischen Soldaten und ihren Familien ein Zuhause geboten hatte. Dass die Sanierung des Viertels so lange gedauert habe, lag an der diffusen Eigentümerfrage im Vorfeld, sagte Jörg Günther von ArgePlan, einem Hannoveraner Büro, das die Sanierungsmaßnahme planerisch begleitet.
Von suboptimal zu bezahlbarem Wohnraum
Die neue Besitzerin der 450 Wohnungen, die Adler Real Estate AG, habe die Wohnungen in einem suboptimalen Zustand vorgefunden, erinnerte sich Riccardo Zinfollino. Mehrere Eigentümer, hoher Leerstand mit durchwachsenem Klientel. „Mit einer Sanierung von 1,5 Millionen Euro wollten wir hier bezahlbaren Wohnraum schaffen. Die Verträge der überwiegend geförderten Wohnungen mussten wir beibehalten.“ Dennoch: Trotz aller Maßnahmen werde die Miete in keinem Fall erhöht werden. Vielmehr werde sehr großer Wert darauf gelegt, dass keine Mieter verloren werden. „Jede Wohnung wird grundsaniert in einem Wert zwischen 10.000 und 15.000 Euro. Das ist kein Überstreichen der Wände - wir reden mindestens von neuen Bädern.“ Bereits jetzt freue man sich über eine erheblich gesunkene Fluktuation der Mieter. „Die Stadt tut sehr viel, wir tun sehr viel.“
Jörg Günther (ArgePlan) blickte zuversichtlich auf den Sanierungsabschluss 2020/21. „Das nächste und letzte wird der Abriss dieses Schandflecks sein“, sagte er und meinte damit den Garagenhof. Anstelle der verwahrlosten Garagen sollen Carports errichtet werden. Das Hochhaus Mozartstraße 9 werde komplett umgekrempelt, sagte Günther. „Der Eingang kommt auf die andere Seite vom Bahrenwinkeler Weg.“ Die Balkons, die Fassaden, die Eingänge werden saniert und barrierefrei gestaltet. „So bekommt es hier ein ganz anderes Image. Bis 2021 wird hier ein blühendes, ganz anderes Quartier entstehen. So wollen wir weitermachen, das Komponistenviertel ist auf einem sehr guten Weg, mit Erfolg aus der Sanierung entlassen zu werden.“ Auch der Bürgermeister, flankiert von politischen Ratskollegen, freute sich, dass man wegkomme vom ehemaligen Image durch die bewusste Vermarktung des jetzigen Komponistenviertels. „Viele kennen diese weißen Blöcke gar nicht mehr.“


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