Andreas Klüh

Begleitung statt Einsamkeit

Ein preisgekröntes Projekt der Alzheimer-Gesellschaft Lilienthal zeigt im Osterholzer Kreiskrankenhaus, wie gezielte Begleitung von Demenzpatienten während des Klinikaufenthalts nicht nur Einsamkeit lindert, sondern auch Pflegekräfte spürbar entlastet.
Petra Reiß und der niedersächsische Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi.

Petra Reiß und der niedersächsische Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi.

Bild: Akl

Osterholz-Scharmbeck. Der niedersächsische Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung, Dr. Andreas Philippi (SPD), besuchte das Krankenhaus der Kreisstadt und informierte sich vor Ort über das Projekt der Alzheimer-Gesellschaft Lilienthal und Umzu e. V., „Begleitung von Menschen mit Demenz während eines Klinikaufenthaltes“. Im Rahmen dieses Konzepts begleiten und unterstützen seit einem guten Jahr vier Mitarbeiterinnen der Gesellschaft an Demenz erkrankte Patientinnen und Patienten während ihrer stationären Unterbringung in der Klinik.

Preisgekröntes Projekt

Das Projekt „Begleitung von Menschen mit Demenz während eines Klinikaufenthaltes“ konnte im letzten Jahr bei dem Wettbewerb „Gesichter für ein gesundes Miteinander“ der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) gleich zweimal punkten. Im November erhielten die Geschäftsführerin der Alzheimer-Gesellschaft, Petra Reiß, und ihre Mitarbeiterinnen den Sonderpreis „Pflege“ auf Landesebene und nur einen Monat später in Berlin auch auf Bundesebene. Reiß erinnerte sich: „Das war wirklich schön und ein ganz besonderes Erlebnis für uns alle, die in der Hauptstadt mit vor Ort waren.“

Angelegt ist das Projekt auf drei Jahre und besteht im Wesentlichen aus zwei Säulen. Zum einen besuchen speziell ausgebildete Mitarbeiterinnen demenziell Erkrankte im Krankenhaus und versuchen durch Vorlesen, Singen, kleine Spiele oder Gespräche eine emotionale Bindung herzustellen. Zum anderen können die Angehörigen der Patienten Beratungen zum Umgang mit der Demenzerkrankung erhalten und sich Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten nach dem Klinikaufenthalt einholen. Das Ganze erfolgt dabei in enger Abstimmung mit den pflegerischen Teams der Stationen und wird fachlich durch demenzbeauftragte Pflegekräfte des Kreiskrankenhauses begleitet.

Erste Ergebnisse haben überaus positive Effekte gezeigt. So fühlen sich die Patienten geborgener und weniger insgesamt einsam. Klinikleiterin Doris Sonström, Pflegedienstleiter Sönke Caspers und der Leiter der Station 6, Nicolas Dunkel, lobten die sehr gute Zusammenarbeit mit den externen Ehrenamtlichen und sehen in dem Besuchsdienst auch eine große Entlastung für die täglichen pflegerischen Arbeiten der Krankenhausbeschäftigten.

 

Finanzierung durch Spenden

Das Projekt „Begleitung von Menschen mit Demenz während eines Klinikaufenthaltes“ wird durch Zuwendungen und Spenden finanziert. Landrat Bernd Lütjen erinnerte sich, dass er seinerzeit bei Gesprächen mit Bundeswehrverantwortlichen der Logistikschule in Garlstedt die Alzheimer Gesellschaft ins Gespräch gebracht hatte, als es um die Verwendung von Spendengeldern ging. Petra Reiß bestätigte: „Das war tatsächlich der Erstbetrag den wir damals bekommen haben und zwar genau 3.620 Euro. Das war sozusagen der Startschuss für dieses Krankenhausprojekt“.

Mittlerweile haben weitere Institutionen wie die Carl-Heinz & Hannelore Knief Stiftung aus Bremen, die VGH, die ASO oder die Hoth-Stiftung aus Buchholz in der Nordheide Gelder eingezahlt. Durch die Aktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ flossen ganze 8.000 Euro in die Projektkasse. Wer mehr über die Arbeit der Alzheimer-Gesellschaft in Lilienthal erfahren möchte, kann sich auf der Webseite www.alzheimer-gesellschaft-lilienthal.de weitere Informationen einholen.


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