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Barkenhoff bekommt Plakatentwürfe von Vogeler geschenkt

Worpswede (pvio). Der Barkenhoff hat vom Unternehmen Fielmann drei Plakatentwürfe von Heinrich Vogeler geschenkt bekommen, die Jürgen Oswald von der Museen unterstützenden Fielmann Stiftung für das Worpsweder Museum in einem Bremer Auktionshaus erstanden hat.

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Die Plakatentwürfe hat Vogeler in den 30 Jahren für die KP in der Sowjetunion angefertigt. Dementsprechend glücklich ist die wissenschaftliche Leiterin des Barkenhoffs Beate Arnold über die Schenkung. Sie gehören zu Vogelers Spätwerk, von dem nur sehr wenige Arbeiten erhalten geblieben seien. Im Barkenhoff konnte daher der Schwerpunkt bislang nur auf die frühen Arbeiten von Vogeler gelegt werden. „Nach und nach wollen wir jetzt aber auch das Spätwerk ins Haus holen“, verrät Arnold. Die drei Plakatentwürfe werden in der für das nächste Jahr geplanten Doppelausstellung mit dem Titel „WIR: Bilder für eine neue Kunst des Zusammenlebens“ eine zentrale Stellung einnehmen, so Arnold.
 
Standardisierungsprogramm
 
Die Plakatwürfe sind als Komplexbilder angelegt, die charakteristisch für Vogelers Spätwerk sind. Das heißt, das Bild ist in verschiedene Prismen aufgeteilt, in denen verschiedene Szenerien dargestellt werden. Motivisch präsentieren die Prismen in den drei Plakaten Arbeitsszenen in der Baumwollproduktion. Die Plakate begleiteten die Mechanisierungsversuche der Agrarwirtschaft durch die KP im Zuge der forcierten Industrialisierung und dem Fünfjahresplan (1928-1932). Die Sowjets setzten in den 30er Jahren in der Agrarwirtschaft auf den Einsatz von Chemikalien und nannten diesen Prozess „Biontisierung“ (Keimstimulierung), wie auch Vogeler einen seiner Entwürfe nannte.
 
Eigene Bildsprache
 
Vogelers Bilder setzen sich von der damals durch Stalin durchgesetzten Ästhetik des sozialistischen Realismus einerseits ab, kamen ihm aber auch auf besondere Weise entgegen und trafen sich mit jenem in ihrem massentauglichen und erzieherischen Charakter. Vogelers Bilder dieser Zeit seien eine Art „berichtende Kunst“, wie Arnold anhand der Plakatentwürfe beschreibt. Dennoch, trotz seines propagandistischen Engagements, habe Vogeler künstlerisch nie gänzlich seinen Platz in der Sowjetunion gefunden. Er habe selbst gar einige Bilder aus dieser Zeit zerstört.
 
Unterstützung von Museen
 Die Fielmann Stiftung unterstütz Museen mit geringem Budget. Übergeben wurde die Plakate von Jürgen Oswald, dem Kunstverständigen der Fielmann Stiftung, und Corinna Facktor, die Niederlassungsleiterin der Fielmann Filiale in Osterholz-Scharmbeck. Die Schenkung der Plakate ist bereits die Zweite gewesen. Beim ersten Mal erhielt der Barkenhoff Skizzenbücher von Vogeler.


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