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Ralf G. Poppe

„Prototyp mit spitzfindigem Humor“

Bundesverdienstkreuz am Bande für Frank Pingel

Bremervörde. Rund 160 Gäste waren bei der stimmungsvollen Verleihungsfeier im Hotel Daub dabei und würdigten Pingels vielseitiges ehrenamtliches Engagement sowie seine einmalige Persönlichkeit.

Eine besonders außergewöhnliche Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland fand am vergangenen Wochenende im Hotel Daub statt, als dem ehemaligen Bremervörder Ortsbürgermeister Frank Pingel diese Ehrung durch Landrat Marco Prietz zuteil wurde. Dass die Feier so außergewöhnlich, hatte viele Gründe. Zum einen waren rund 160 Gäste anwesend, darunter CDU-Mitglieder des deutschen Bundestages. Zum anderen, weil es besonders in der freundschaftlichen Festrede des Landrates sehr viele Momente zum Schmunzeln und Lachen gab.

 

Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet

 

Unter den Gästen waren nicht nur Bernd Klingner, 1968 Olympia-Sieger im Kleinkaliber Dreistellungskampf, Hans-Heinrich von Schönfels, Präsident des Deutschen Schützenbundes, und Renate Heuer, Bundesvorsitzende des Welfenbundes von 1952, sondern mit den beiden Bundestagsabgeordneten Oliver Grundmann (Stade) und Enak Ferlemann (Cuxhaven), dem niedersächsischen Landtagsabgeordneten Marco Mohrmann (Rhade) sowie dem ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten und heutigen Europa-Abgeordneten David McAllister namhafte CDU-Politiker der Region. Dazu kamen mit Reinhard Brünjes, Eduard Gummich und Detlev Fischer alle noch lebenden ehemaligen Bürgermeister der Stadt Bremervörde. Und auch der amtierende Bürgermeister Michael Hannebacher war vor Ort.

 

Zahlreiche Ehrenämter

 

Der neue Bundesverdienstkreuzträger Frank Pingel, der bereits mehrere Verdienstmedaillen und -nadeln hat, sei mit seinen 52 Jahren für diese Ehrung verhältnismäßig jung, sagte der Landrat. Vorgeschlagen habe den stellvertretenden Präsidenten des Bezirksschützenverbandes Elbe-Weser-Mündung e.V. das ehemalige Stadtratsmitglied Björn Lorenz, heute Vorstandsmitglied des Gemeindevorstandes der CDU Bremervörde.

Die Liste der ehrenamtlichen Verdienste von Pingel wären nicht kurz in Worte zu fassen, derart viele Ehrenämter bekleidet(e) der ledige Volksbank-Angestellte, so Prietz weiter. So war Pingel von 2001-2021 Mitglied im Rat der Stadt Bremervörde, von 2016-21 ehrenamtlicher Ortsbürgermeister, von 2004-2016 Schatzmeister der Schützengesellschaft zu Bremervörde e.V., von 2015-19 Vizepräsident des Nordwestdeutschen Schützenbundes e.V., deren Präsident er seit 2019 ist. Darüber hinaus ist Pingel seit 2012 Präsident des DRK-Kreisverbandes Bremervörde, seit 2013 stellvertretender Bezirkskoordinator der DRK Bezirksarbeitsgemeinschaft Lüneburg, sowie seit 2014 Mitglied des Landesverbandsrates und Mitglied des Vergabeausschusses Solidar- und Zukunftsfonds des DRK-Landesverbandes. Seit 1997 ist Pingel obendrein Vorsitzender des Vörder Yachtclubs Bremervörde e.V., seit 2013 Vorsitzender des Aufsichtsrates der Sozialstation Bremervörde Geestequelle GmbH und seit 2019 Schatzmeister des Deutschen Bundeswehrverbandes Kameradschaft Ehemalige, Reservisten, Hinterbliebene.

 

Humorvolles Unikat und wandelndes Lexikon

 

So fasste sich auch Landrat Marco Prietz, der das Verdienstkreuz im Namen des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier verleihen durfte, eher kurz, anstatt alle ehrenamtlichen Tätigkeiten ausführlich zu kommunizieren. Schließlich wolle man noch vor 23.45 Uhr mit dem gemütlichen Teil des Abends beginnen. „Ich bitte sie mir zu glauben, dass dieser Mann schon richtig viel gemacht hat“, so Prietz. Wo bei anderen Verleihungen des Verdienstkreuzes die Wortbeiträge im kleineren Rahmen eher sehr konservativ ausfallen, sorgte Prietz mit seiner sehr freundschaftlichen Rede für ausgelassen gute Stimmung in seiner Ansprache. „Es ist nicht leicht, die richtigen Worte zu finden, weil ich hier nicht nur als Landrat stehe, sondern Frank seit vielen Jahren einer meiner allerbesten Freunde ist“, so Prietz.

Wenn ihn ein fremder Mensch fragen würde, wer Frank Pingel sei, würde er feststellen, dass der Mann ein ziemliches Unikat sei. Ein Prototyp, der genau einmal gebaut wurde und nicht in Serie gegangen ist. Pingel sei wie ein Kraftwerk, unendlich fleißig, aber auch ein Freund klarer und deutlicher Worte. „Gerade, wenn es um seinen Humor geht, manchmal seine Spitzfindigkeiten dabei sind, die man auch erst kennenlernen und verstehen muss, wo er nach dem Motto agiert, `Lieber mache ich mir einen Menschen zum Feind, als auf eine gute Pointe zu verzichten´“, so Prietz. „Es gab Momente in den Sitzungen, wo ich dachte, jetzt liegt der Ball auf dem Elfmeterpunkt. Und vielleicht würden Andere aus diplomatischen Gründen nicht zulangen. Dann hat Frank insbesondere in Stadtratssitzungen den Moment in Zeitlupe ausgekostet und jeden wissen lassen, dass er jetzt einen Stich setzt.“

Zudem sei Pingel ein wandelndes Lexikon, besitze seit 1871 jedes Geschichtsbuch, das die deutsche Geschichte bis zum heutigen Tag dokumentiere. „Er hat alle persönlich gelesen, Eckdaten auswendig gelernt und ist zu jeder Tages- und Nachtzeit imstande, diese Informationen -ob gefragt oder ungefragt- abzurufen“, so der Landrat weiter.

Die Stimmung im Saal glich nun eher einer ausgelassenen Karnevalsgesellschaft als einer trockenen Ordens-Verleihung. Nach weiteren Wortbeiträgen von Bremervördes Bürgermeister Michael Hannebacher, Ortsbürgermeister Dirk-Frederik Stelling, dem Kommandeur des Vorstands der Bremervörder Schützengeselschaft, Christian Harms, von Hans-Heinrich von Schönfels, dem Präsidenten des Deutschen Schützenbundes sowie von DRK-Kreisgeschäftsführer Rolf Eckhoff ergriff Frank Pingel das Wort, um sich bei allen Gästen zu bedanken, besonders auch bei seinem Arbeitgeber, der all seine ehrenamtlichen Aktivitäten stets unterstütz habe. Anschließend wurde bei leckeren Speisen und Getränken zünftig gefeiert.


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