

Niedersachsen. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Niedersachsen ist erneut gestiegen. Nach Angaben des Landesamt für Statistik Niedersachsen stellten im Jahr 2025 insgesamt 1.910 Unternehmen bei den Amtsgerichten einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Das waren 86 Fälle mehr als im Vorjahr, ein Plus von 4,7 Prozent. Im Jahr zuvor hatte der Anstieg noch deutlich höher bei 33,5 Prozent gelegen.
Die meisten Unternehmensinsolvenzen entfielen auf den Bereich Handel sowie Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen. Dort wurden 342 Verfahren gezählt, ein Zuwachs von 3,3 Prozent. Im Jahr zuvor hatte noch das Baugewerbe die Statistik angeführt. Nach einem Rückgang um 11,0 Prozent verzeichnete es 2025 nun die zweithöchste Zahl an Insolvenzanträgen.
Weniger bedrohte Arbeitsplätze
Trotz der gestiegenen Zahl an Verfahren waren weniger Arbeitsplätze betroffen als im Vorjahr. Rund 12.500 Beschäftigte waren 2025 durch Unternehmensinsolvenzen bedroht. Das entspricht einem Rückgang um 19,2 Prozent gegenüber den rund 15.500 betroffenen Arbeitsplätzen im Vorjahr.
Besonders viele Arbeitsplätze entfielen erneut auf das Verarbeitende Gewerbe. Dort waren rund 3.200 Stellen gefährdet. Es folgten das Gesundheits- und Sozialwesen mit etwa 2.200 bedrohten Arbeitsplätzen. In beiden Wirtschaftsbereichen lag die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten pro Insolvenz mit mehr als 20 deutlich über dem Branchendurchschnitt.
Mehr Privatinsolvenzen
Auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen nahm zu. 11.165 Privatpersonen meldeten 2025 Insolvenz an, ein Anstieg um 5,8 Prozent. Die durchschnittliche Schuldenlast lag bei rund 41.300 Euro je Verfahren.
Weitere 2.760 Insolvenzverfahren entfielen auf andere Gruppen. Darunter waren 2.461 Anträge von ehemals selbstständig Tätigen, ein Plus von 7,9 Prozent. Hinzu kamen 250 Nachlass- oder Gesamtgutinsolvenzverfahren sowie 49 Anträge von Gesellschaftern oder vergleichbaren Personengruppen.
Insgesamt wurden in Niedersachsen 15.835 Insolvenzanträge gestellt. Das entsprach einem Zuwachs von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.



