

Worpswede. Unter dem Titel „Die Einfachheit der Form – Bildhauerinnen im Dialog“ eröffnete am Sonntag, 1. Februar, in der Galerie Altes Rathaus Worpswede eine Ausstellung, die den Bogen von der klassischen Moderne bis zur zeitgenössischen Bildhauerei spannt. Zu sehen ist die Schau bis Sonnabend, 15. März.
Ausgangspunkt der Ausstellung ist ein Tagebucheintrag Modersohn-Beckers aus Paris vom 25. Februar 1903. „Die große Einfachheit der Form ist etwas Wunderbares …“, notierte die Künstlerin damals. Dieser Gedanke dient als Leitmotiv für die Arbeiten der sieben beteiligten Bildhauerinnen, die sich mit Reduktion, Klarheit und innerer Wahrheit auseinandersetzen.
Zugleich erinnert die Ausstellung an die besondere Rolle Modersohn-Beckers als Frau in einer von Männern dominierten Kunstwelt des frühen 20. Jahrhunderts. Als eine der ersten Künstlerinnen, die sich im professionellen Kunstbetrieb behaupteten, gilt sie bis heute als Pionierin der Moderne.
Die zeitgenössischen Positionen greifen das ästhetische und geistige Erbe Modersohn-Beckers auf und übertragen es in eine heutige Formensprache. So entsteht ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen historischer Vision und aktueller Interpretation.
Mit der Ausstellung würdigt die Gemeinde Worpswede nicht nur eine der prägenden Künstlerinnen des Ortes, sondern setzt zugleich ein Zeichen für die Sichtbarkeit von Bildhauerinnen in der Gegenwartskunst.
Die Präsentation im Alten Rathaus versteht sich auch als Auftakt für die fünfte Ausstellung zeitgenössischer Kunst auf der Bergstraße. Das Projekt wird seit 2021 im Rahmen von „Kunst im öffentlichen Raum“ von der Arbeitsgruppe Skulpturen gemeinsam mit der Kulturbeauftragten der Gemeinde realisiert. Ab Dienstag, 1. April, wird „Die Einfachheit der Form – Bildhauerinnen im Dialog“ dort für ein Jahr unter freiem Himmel zu sehen sein. An der Ausstellung beteiligt sind Martina Benz aus Bremen, Sarah Hillebrecht aus Bremen, Susanne Kraißer aus Bad Belzig, Silke Rehberg aus Münster, Ilka Raupach aus Schwielowsee/Caputh, Tina Schwichtenberg aus Kiel und Berlin sowie Stefanie Supplieth aus Bremen.



