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Ralf G. Poppe

Ohne sie läuft nichts

Am Tag des Ehrenamts, 5. Dezember, fand in Kuhstedt eine Feierstunde zur Würdigung der Ehrenamtlichen aus dem Landkreis Rotenburg statt.

Kuhstedt. Rund 45 Prozent der Deutschen im Alter ab 14 Jahren engagieren sich ehrenamtlich in Vereinen, Verbänden, sozialen Einrichtungen, Kirchen, Schulen und Kindergärten und noch vielen weiteren Organisationen. Dabei packen sie dort mit an, wo Hilfe gebraucht wird und kümmern sich um andere.

Am 5. Dezember, dem internationalen Tag des Ehrenamtes, ehrte Rotenburgs Landrat Marco Prietz in Kuhstedt 26 Engagierte stellvertretend für insgesamt 197 Personen, denen im Zeitraum von Dezember 2022 bis November 2023 online die Ehrenamtskarte des Landkreises verliehen wurde. Unterstützt wurde Prietz dabei von Sandra Pragmann und Gerlinde Wozniak aus der Servicestelle Ehrenamt vom Amt für Kreisentwicklung.

 

Die Ehrenamtskarte

 

Die Ehrenamtskarte ist seit 2008 im Landkreis fester Bestandteil für die Würdigung von Menschen für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit und zugleich ein Ausdruck öffentlicher Anerkennung. Erhalten kann ein solche Ehrenamtskarte, wer ohne Bezahlung eine freiwillige, gemeinwohlorientierte Tätigkeit von mindestens fünf Stunden in der Woche, bzw. 250 Stunden im Jahr ausübt, sein Ehrenamt weiter ausüben möchte, und sich zum Zeitpunkt der Beantragung bereits drei Jahre ehrenamtlich engagiert. Gleiches gilt für Inhaber:innen der Juleica (bundesweit einheitliche Jugendleiter:in-Card für ehrenamtliche Mitarbeiter:innen in der Jugendarbeit).

Die Ehrenamtskarte kann über www.freiwilligenserver.de beantragt werden. Inhaber:innen der Ehrenamts-Karte dürfen in Niedersachsen einige Vergünstigungen in Anspruch nehmen. Dazu gehört die kostenlose Teilnahme an kulturellen und sportlichen Veranstaltungen ebenso wie der Besuch von Museen, Schwimmbädern oder anderen Freizeiteinrichtungen.

 

Sinnstiftendes Engagement

 

Dass ehrenamtliches Engagement sinnstiftend sein kann, bestätigt das geehrte Ehepaar Nicole und Martin Müller aus Gnarrenburg. Beide sind Teil des Bereitschaftssanitäter:innen-Teams des DRK Kreisverbandes Bremervörde. Martin Müller ist zudem Ausbilder für erste Hilfe. „Im Ehrenamt finden wir den Ausgleich zu unserem Hauptjob, können dabei anderen helfen, viel Gutes tun und haben dabei auch noch Spaß mit einem ganz tollen Team“, so die Müllers.

John Wulff vom DRK-Kreisverband Bremervörde-Zeven aus Bremervörde sieht es ähnlich. Als Trainer der Fußballgruppe des Familienunterstützenden Dienstes der Lebenshilfe beim Kooperationspartner TuS Elsdorf e.V. könne er zum Einen seine große Leidenschaft ausleben und sich dabei insbesondere um Menschen mit Beeinträchtigungen kümmern, die im normalen Vereinsbetrieb Schwierigkeiten hätten, Fuß zu fassen.

 

Die Geehrten

 

Gemeinsam mit Wulff und den Müllers wurden am 5. Dezember im Gasthof Ahrens in Kuhstedt weiterhin folgende Ehrenamtliche aus dem Nordkreis durch Landrat Marco Prietz begrüßt und geehrt:

Marieta Czermack aus Zeven (DRK Kreisverband Bremervörde Ortsverband Zeven/Ehrenamtliche Sanitäterin)

Heike Horstman aus Selsingen (MTSV Selsingen/Ehrenamtswartin im Gesamtverein und Spartenleiterin Badminton; Orgateam Kinderfasching, Weihnachtsbaum schmücken, Ostereier-Suchaktion im Verein)

Manfred Klie aus Zeven (Feuerwehr Brüttendorf/Ortsbrandmeister)

Anna Peters aus Zeven (DRK/Katastrophenschutz/DRK-Bereitschaft Zeven

Steffen Timm aus Rockstedt (Freiwillige Feuerwehr Rockstedt/Förderverein der Grundschule Rhade e.V., 1. Vorsitzender)

Monika Warnken aus Zeven (DRK Bremervörde/Kleidershop in Zeven)

Henry Witte aus Zeven (Mitarbeiter im Weissen Ring der Aussenstelle Rotenburg/Wümme; Betreuung, Begleitung und Beratung von Personen, die Opfer von Straftaten geworden sind.)

„Ich freue mich, dass heute auch Mitglieder des Kreistages aus den unterschiedlichen politischen Fraktionen dabei sind, um damit zum Ausdruck zu bringen, dass wir parteiübergreifend sowohl in der Politik als auch in der Verwaltung hinter unseren Ehrenamtlichen stehen und deren Arbeit unterstützen möchten“, so Prietz.

 

„Ein zerbrechliches Gut“

 

Aus den Fraktionen des Kreistages waren Doris Brandt (SPD), Wiebke Scheidl (CDU) und Reinhard Lindenberg (WFB) erschienen, um das Ehrenamt im Landkreis zu würdigen. Lindenberg erinnerte auf Nachfrage an die Kehrseite der Medaille, da es neben Beifall für Ehrenamtliche manchmal auch Kritik an deren Arbeit gebe. „Da kann einen schon mal der Mut verlassen. Das ehrenamtliche Engagement ist ein zerbrechliches Gut, mit dem wir sehr sorgfältig umgehen müssen“, so Lindenberg. Wie die anderen Beteiligten sehe er es daher als seine Aufgabe an, dafür zu sorgen, dass alle, die sich ehrenamtlich engagieren, in ihrem Engagement unterstützt werden. Und dass ihnen möglichst wenig Steine in den Weg gelegt werden. Die Arbeit im Ehrenamt müsse Spaß machen, so der Kreistagsabgeordnete.


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