Patrick Viol

Mehr Anstrengung nötig

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen fordert mehr Engagement von der Landesregierung, damit alle Beschäftigten von ihrem Job leben können

Niedersachsen. In Niedersachsen arbeiten 17 Prozent aller Beschäftigten im Niedriglohnsektor. Sie arbeiten zu einem niedrigeren Gehalt als im Bundesdurchschnitt – obwohl der Mindestlohn erst zum 1. Januar 2026 erhöht wurde. Bundesweit sind es 16 Prozent. Besonders betroffen sind dabei Frauen. Viele dieser schlecht bezahlten Jobs sind in der Dienstleistungsbranche zu finden.

„Die Folgen des großen Niedriglohnsektors in Niedersachsen sind enorm: Viele Arbeitnehmer*innen müssen ihr Gehalt mit Bürgergeld oder Wohngeld ergänzen, weil es nicht zum Leben reicht. Und auch eine geringe Rente und damit Altersarmut sind für die Betroffenen vorprogrammiert“, erläutert Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Im Beratungsalltag des größten Sozialverbands in Niedersachsen werde dies sehr deutlich: „Zu uns kommen viele Mitglieder, die mit Leistungen aufstocken müssen, weil sie ansonsten nicht wissen, wie sie ihre Miete oder Lebensmittel bezahlen sollen.“

Deshalb fordert der SoVD von der niedersächsischen Landesregierung mehr Einsatz bei der Bekämpfung des Niedriglohnsektors. „Befristete Jobs und Leiharbeit drücken oft die Löhne, deshalb müssen diese Arbeitsverhältnisse besser reguliert werden. Außerdem brauchen wir allgemeinverbindliche Tarifverträge für ganze Branchen. Davon profitieren auch Beschäftigte, die in nicht tarifgebundenen Unternehmen arbeiten“, ist sich Swinke sicher. Darüber hinaus müsse sich die Landesregierung dafür starkmachen, dass unsichere Arbeitsverhältnisse wie Minijobs eingedämmt werden und der Mindestlohn weiter erhöht wird. „Berechnungen zeigen, dass erst ein Mindestlohn von mindestens 15,12 Euro für armutsfeste Renten sorgt. Das muss das Ziel sein“, fordert der Vorstandsvorsitzende.


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