Ralf G. Poppe

Dialoge zur Stille

Seit dem vergangenen Wochenende sind die Türen zur neuen EIGENART-Ausstellung „Seelenstille“ mit Fotografien und Lyrik von Lydia Wiebalk geöffnet.

Bilder
Lydia Wiebalk fmöchte mit ihren Werken dazu einladen, zur Ruhe zu kommen.

Lydia Wiebalk fmöchte mit ihren Werken dazu einladen, zur Ruhe zu kommen.

Bremervörde (rgp). Die in Nordrhein-Westfalen geborenen Künstlerin möchte eigenen Worten zufolge mit ihren Arbeiten dazu einladen, zur Ruhe zu kommen.

In ihrer Laudatio erläuterte EIGENART-Impulsgeberin Anja Schlesselmann-Janssen am Freitag nicht nur die besondere Kunst von Wiebalk, sondern sie betonte zudem die langjährige freundschaftliche Verbindung untereinander.

 

Wasser, Wolken, Farben

 

Wiebalk wurde im Sommer 1964 in einem kleineren Ort zwischen Köln und Düsseldorf geboren. Seit 1995 lebt die Fotografin im Elbe-Weser-Dreieck, hauptberuflich arbeitet sie im kaufmännischen Bereich der Geschäftsstelle einer gemeinnützigen Hamburger Selbsthilfeorganisation. Die Fotografie ist seit jeher ihr Ausgleich zum beruflichen Alltag.

Waren es früher vor allem Erinnerungsfotos von Urlauben, Ausflügen und Familientreffen, die sie im Bild einfing, so entwickelte sie nach und nach einen anderen Blick für ein Motiv. Dabei ist Wiebalk beim Fotografieren nicht auf ein Genre festgelegt. Weite, Wasser, Wolken, Bewegung, Struktur, Farben - aufgrund ihrer Vorlieben zieht es sie zumeist eher in die Natur als in eine Stadt.

Die im EIGENART-Kunstraum ausgestellten Werke sind zwischen 2014 und 2023 entstanden, als berufliche und private Veränderungen bestanden und verarbeitet werden mussten. „Ich habe gelernt, in mich hineinzuhören, die Zufriedenheit für ein glückliches Leben in mir zu suchen. Gefunden habe ich meine Seelenstille.“

Nachdem ihr seinerzeit ihr erstes Equipment gestohlen worden war, und sie sich ihre erste Spiegelreflex-Kamera kaufte, entschloss sich die Fotokünstlerin, einen Fotokurs zu belegen, um die gesamte Technik zu erlernen. „Die habe ich bis heute nicht verstanden“, sagt Wiebalk mit einem Lächeln.

Ihr Werk habe auch keine Botschaft zur Lösung von weltumspannenden Themen. „Seelenstille“ erzähle ruhige, gefühlte Momente, sie zeige im Besonderen oder im Alltäglichen entdeckte Blickwinkel und Impressionen, die die Seele ansprechen. Wiebalk präsentiert in ihrer Ausstellung Fotografien, die in der Natur entstanden sind: „Angekommen. Atmend. Einssein. Bei mir sein.“ Zumeist fanden sich die Motive am Wasser, unter Wolken, mit Blick in die Weite. Jedoch suche sie das Motiv nicht, sondern fände es beim Hinsehen. Sie fotografiere nach ihrem Verständnis von Kunst, nach ihrem Auge. „Je nachdem, was mich berührt“, so Wiebalk weiter. In der Regel, jedoch nicht bei jedem Motiv, entstehe dann in ihr ein Dialog. Eben aus dem Grund, weil sie das fotografierte Motiv selbst berührt. Im Einklang mit allem und sich selbst fühle sie eine innige Seelenstille, die leise Worte flüsterte. „Ich zeige mein Werk, indem ich Fotografie und meine Lyric in `Seelenstille´ miteinander verbinde.“ Sie würde diese Empfindungen allerdings nicht bewusst steuern, das Zusammenspiel von Wort und Bild passiere intuitiv.

Seit einiger Zeit probiere sie zudem sehr zögerlich, so Wiebalk, ob und welche Wirkung durch die digitale Bearbeitung ihrer Fotos entstehe. Ein vertrauter Freund habe sie dazu ermutigt. „Er schuf aus meinen Fotografien mit seiner Herangehensweise neue Kunstwerke. So geschah abermals das, was ihr bereits vertraut war: „Es entstanden Worte, die zu Lyric werden wollten. Ich empfinde die Zeiten im Moment so, als stünden wir vor einem großen Umbruch. Da möchte ich ein Stückweit einen kleinen Punkt dagegen setzen. Und dazu einladen, in meiner `Seelenstille´zur Ruhe zu kommen.

 

Öffnungszeiten

 

Die Ausstellung „Seelenstille“ ist noch bis einschließlich Freitag, 8. März, dienstags bis donnerstags von 10 bis 18 Uhr sowie freitags von 10 bis 14 Uhr zu bewundern.


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