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Abschottung oder Offenheit?

Bremervörde (eb). Am 5. November eröffnet der Verein Tandem mit der BBG die Ausstellung „Grenzerfahrungen - wie Europa gegen Schutzsuchende aufrüstet“.
„Grenzerfahrungen“ zeichnet das Bild einer EU nach, die sich von ihren menschenrechtlichen Grundsätzen entfernt hat.

„Grenzerfahrungen“ zeichnet das Bild einer EU nach, die sich von ihren menschenrechtlichen Grundsätzen entfernt hat.

Der Förderverein Pro Asyl hat gemeinsame mit Pax Christi sowie der Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden diese Ausstellung entwickelt. Die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten arbeiten seit Jahren darauf hin, den Zugang zum Recht auf Asyl insbesondere an den EU - Außengrenzen faktisch abzuschaffen. Dieses bittere Fazit muss 2021 gezogen werden. Genau dem Jahr, in dem die Genfer Flüchtlingskonvention 70 Jahre alt wird.
Derzeit sind mehr Menschen auf der Flucht als jemals seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Die meisten von ihnen bleiben in ihrer Region - entweder als Binnenvertriebene im eigenen Land oder in den Nachbarstaaten. Nur ein kleiner Teil kommt nach Europa, oft auf lebensgefährlichen Fluchtwegen.
„Grenzerfahrungen“ zeichnet ein Bild davon, wie weit sich die EU bei der Flüchtlingsabwehr mittlerweile von ihren eigenen menschenrechtlichen Grundsätzen entfernt hat. Die Zusammenarbeit mit Diktaturen und autokratischen Regimes zur Migrationssteuerung, die Militarisierung der Außengrenzen mittels enormer Investitionen in Überwachungs- und Befestigungssystemen, Elendslager wie der berüchtigte Hotspot Moria auf Lesbos, Planungen zur massenhaften Inhaftierung Asylsuchender - all dies ist europäische Realpolitik.
Jedoch: Ein Europa, das den Schwächsten ihre Rechte nimmt, dass sie illegal und gewalttätig zurückschiebt und das kriegsführende Staaten mit Waffen versorgt, kann nicht Teil der Lösung sein, sondern ist selbst Teil des Problems. Aber es geht bei dieser Frage nicht nur um Flüchtlingsrechte. Es geht auch darum, welche Gesellschaft wir wollen - für uns und für andere. Soll es eine Gesellschaft sein, die auf Ausgrenzung, Abschottung und autoritäre Strukturen setzt - oder soll es eine weltoffene, demokratische und humane Gesellschaft sein?
Die Veranstalter möchten anhand der anschaulichen Ausstellungsobjekte zur Auseinandersetzung mit dieser Frage einladen.
Vor 70 Jahren trat die Genfer Flüchtlingskonvention in Kraft - aktuell ist es höchste Zeit, die universelle Gültigkeit der Flüchtlings- und Menschenrechte gemeinsam zu verteidigen und einzufordern, so die Verantwortlichen des TANDEM e.V. Zu sehen ist die Ausstellung in der Zeit vom 8. bis 19. November Dienstags bis Freitags in der Zeit von 10 bis 18 Uhr. Eine offizielle Eröffnung findet am Freitag, 5. November, um 17Uhr in den Räumlichkeiten des EIGENART - kunstraum und EIGENART - Shop in der Bremer Straße 11 statt.
Gäste sind auch hier herzlich willkommen, allerdings wird für die Ausstellungseröffnung um eine kurze Anmeldung gebeten unter:
info@tandem-brv.de


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