Christa Neckermann

Weihnachtsmann mit Müllwagen unterwegs

Landkreis (nek). Kurz vor Weihnachten machten sich FAUN-Auszubildende auf den Weg und brachten Jugendhilfen Geschenke vorbei.

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Sonja Oelfke und Stine Gürtler vom SOS Kinderdorf Worpswede freuen sich sehr über die unerwartete Spende der FAUN-Azubis Jakob Reinhardt, Mika Wohltmann und Selina Schmidt.                Foto: nek

Sonja Oelfke und Stine Gürtler vom SOS Kinderdorf Worpswede freuen sich sehr über die unerwartete Spende der FAUN-Azubis Jakob Reinhardt, Mika Wohltmann und Selina Schmidt. Foto: nek

Was macht der Müllwagen vor der Tür, wenn doch heute gar kein Abfuhrtag ist? Und dann springt auch noch der Weihnachtsmann aus dem Gefährt und zieht einen großen, gefüllten Jutesack aus der Fahrerkabine.
„Weihnachtsmann“ Mika Wohltmann, Selina Schneider und Jakob Reinhardt sind Auszubildende der Firma Faun Umwelttechnik in Heilshorn. „Aufgrund der Pandemie fallen in diesem Jahr so viele Gelegenheiten aus, Familie, Freunde und Kollegen zu treffen“, sagt Mika Wohltmann. „Daher haben wir uns zu Weihnachten ein Projekt überlegt, um Kinder und Jugendliche in schwierigeren Lebenssituationen ein wenig Freude zu bringen“. Die Wahl der Auszubildenden fiel dabei auf zwei Einrichtungen im Landkreis Osterholz.
 
Neue Perspektiven
 
In der Backhaus Kinder- und Jugendhilfe in Vollersode werden derzeit zehn Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren betreut. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Kindern und Jugendlichen, die dauerhaft nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben können, neue Perspektiven im Leben zu geben“, sagt Jana Springmann, Hausleiterin der Wohngruppe in Vollersode. „Unsere Angebote richten sich an junge Menschen von Null bis 21 Jahren, die aufgrund ihrer Erfahrungen so belastet sind, dass eine besondere Förderung in einer gruppenpädagogischen Einrichtung oder einer Profifamilie notwendig und geeignet ist“, führt sie weiter aus. Gesellschaftsspielen kommt dabei eine große Rolle zu. „Wenn solche Spiele viel im Einsatz sind, kommt es auch zu natürlichem Schwund“, sagt Kris-Boris Krensellack, Erzieher in der Wohngruppe.
„Bevor wir uns auf den Weg zum Kaufhaus Fleischer in Osterholz-Scharmbeck gemacht haben, erkundigten wir uns bei der Hausleitung in Vollersode, was den Kindern und Jugendlichen Spaß machen würde“, erklärt Jakob Reinhard, der im ersten Ausbildungsjahr bei Faun arbeitet. Und so finden sich in den dicht bepackten Jutesäcken des Weihnachtsmannes Gesellschaftsspiele wie „Risiko“, „Spiel des Lebens“ und „Monopoly“, aber auch Bücher und Bastelsachen.
So schnell, wie sie gekommen waren, machte sich das ungewöhnliche Weihnachtsmann-Gefährt auf den Weg zum nächsten glücklichen Empfänger.
 
Nur Spiele fehlten noch
 
Im Einfahrtsbereich des SOS-Kinderdorfes Worpswede warteten schon Sonja Oelfke und Stine Gürtler auf den ungewöhnlichen Weihnachtsmann. „Wir haben gerade ein neues Haus eingerichtet, die Spiele sind jetzt noch das, was uns zur Komplettierung fehlt“, bedankt sich Sonja Oelke glücklich. Etwa 70 Kinder und Heranwachsende werden hier momentan betreut, und so sind besonders die Bastelsachen, die die Faun-Auszubildenden dabeihaben, sehr gefragt. „Damit haben die Jugendlichen eine wunderbare Beschäftigungsmöglichkeit“, bedankt sich Stine Gürtler.
„Im Grunde haben wir mit dem Projekt gleich drei Parteien glücklich gemacht“, ist Mika Wohltmann sicher. Nicht nur die beiden Einrichtungen, auch Firma Fleischer in Osterholz-Scharmbeck hatte in diesem Jahr mit den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zu kämpfen. „Unser Großeinkauf hat auch hier sicherlich geholfen“.


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