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Schwung und Melancholie - Neujahrskonzerte des JSO Bremen-Mitte waren sofort ausverkauft

Osterholz-Scharmbeck (ek). „Tradition verpflichtet!“, sagte Ulrich Messerschmidt im Namen des Sparkassenvorstandes Rotenburg Osterholz und meinte damit das alljährliche Neujahrskonzert in der Kundenhalle der Sparkasse für Kunden und Freunde des Hauses. Das Jugendsinfonieorchester Bremen-Mitte unter der Leitung von Martin Lentz spiele nicht das erste Mal in der Sparkasse Rotenburg Osterholz, „wir freuen uns über diese tolle Truppe“, sagte Messerschmidt, und der Applaus der Zuschauer zeigte volle Zustimmung.
Dem mächtigen Zulauf auf die wenigen Karten, die für gewöhnlich innerhalb von drei Stunden ausverkauft seien, habe man begegnen wollen und das Konzert gleich zweimal am Aufführungstag gespielt. „Jetzt haben wir also quasi zwei Konzerte – und waren trotzdem innerhalb von drei Stunden ausverkauft.“
Nach einem langen Einmarsch der im Schnitt rund 15-jährigen 70 Musiker, begrüßte der Leiter Martin Lentz die Zuhörer zunächst mit dem schwungvollen Tico-Tico von Abreu. „Auf den ersten Blick scheint Ihnen vieles unbekannt im Programm, aber Sie werden viele Stücke wiedererkennen“, prophezeite der Meister, der zwischen den Stücken eine Menge Einblick in die Musikgeschichte, aber auch in den Arbeitsalltag der Jungsinfoniker gewährte. So zum Beispiel die Geigerin Anna Boysen auf der Position der ersten Geige, die mit ihren 15 Jahren sechs Jahre Erfahrung im Geigenspiel aufweisen kann. „Davor spielte sie Klavier. Auf Wunsch ihrer Mutter lernte sie Geige, damit sie in einem Orchester mitspielen kann“, erklärte Lentz und zeigte sich selbst von ihrem Talent beeindruckt, das sich mit dem nicht ganz einfachen Stück „Romanze“ von Johan Svendsen ausdrückte.
Immer wieder kamen die Gäste in den Genuss von Solisten wie dem Fagottisten Aljoscha Donderer, der Vivaldi interpretierte, oder Sebastian Büstgens, der Gershwins „Walking the dog“ seine Klarinette singen ließ. Alisa von Rohden spielte Reineckes ersten Satz seines Flötenkonzerts und wurde dafür sehr gelobt. Der 17-jährige Philipp Wessolowski wurde von Lentz nicht nur als Leiter der Cello-Gruppe, sondern auch als Fußballturnierorganisator „Streicher gegen Bläser“ während der Orchesterfahrten geoutet. Die Frage, wer eigentlich die letzten drei Tore geschossen habe, konnte der begabte Cellist gar nicht so schnell beantworten. „Ich habe die ganze Zeit darüber nachgedacht, wer die geschossen hatte“, sagte er später zu seinem Kollegen, als sie die Bühne verlassen hatten. Doch das sah man ihm so gar nicht an, während er Tschaikowskys „Nocturne“ unglaublich stimmungsvoll, wie auch seine Mitmusiker, spielte.
Ein wirklich schwungvolles, aber auch melancholisches Konzert hatte Lentz mit seinen jungen Musikern zusammengestellt und gespielt, die jedes Lob der Zuschauer verdient hatten. Es war bestimmt eine sportliche Herausforderung, dieses Konzert gleich zweimal an einem Tag mit kurzer Pause zu spielen, doch doppelt so viele Menschen, die zuhören konnten, werden dafür dankbar gewesen sein.


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