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„Rilke Open Air“ am Barkenhoff

Der Regisseur und Schauspieler Oliver Peuker präsentiert im August „Rilke Open Air“, wo das Leben von Rainer Maria Rilke künstlerisch dargestellt wird.

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Oliver Peuke hat sich lange mit dem Leben und der Werke von Rainer Maria Rilke beschäftigt.

Oliver Peuke hat sich lange mit dem Leben und der Werke von Rainer Maria Rilke beschäftigt.

Worpswede. Bereits 2003 verarbeitet Oliver Peuker, Künstlerischer Leiter der Cosmos Factory in Worpswede, das Lebenswerk des Lyrikers Rainer Maria Rilke in einem facettenreichen Theater-Event. 20 Jahre später kehrt er mit einer Performance zurück, die weniger das Leben des einflussreichen Künstlers, als vielmehr seine lyrische Arbeit in den Vordergrund rückt.

„Rilke selbst war stets der Überzeugung, dass jedes gelungene Gedicht mehr Wert ist als jede menschliche Beziehung“, sagt Peuker, der die Cosmos Factory 1999 mitgegründet hat. Der Regisseur und Schauspieler beschäftigt sich schon lange intensiv mit Rilkes Lebenswerk und war auch 2003 Hauptakteur des Theaterstückes „Rilke 1903“. Beim anstehenden Open Air geht es ihm nun vor allem um Rilkes innige Verbindung zu Worpswede sowie die Zeit, welche der Lyriker in Heinrich Vogelers Barkenhoff verbrachte.

 

Auseinandersetzung mit Rilke

 

„Nicht nur die Heirat mit Clara Westhoff, sondern auch seine wohl emotionalste Lebenskrise haben Rilke nach Worpswede geführt“, resümiert Peuker. Für das Verfassen seines ersten und einzigen Romanes habe der Künstler damals Abstand gebraucht und sich deshalb in das Künstlerdorf zurückgezogen. Das Hineinversetzen in Rilke sei Peuker - durch seine stete Recherche und Beschäftigung mit dem Lyriker - nicht sonderlich schwergefallen, erklärt der Schauspieler. Um möglichst authentisch sein Schaffen zu repräsentieren, habe er sich auch mit neuen Quellen und Lesungen auseinandergesetzt, die Rilke einst selbst vorgetragen hat.

Dabei sei Peuker aufgefallen, dass seine Gedichtauswahl spannenderweise mit den Versen übereinstimmt, die auch Rainer Maria Rilke seinerzeit als besonders bedeutend erachtet. „Ich habe in meiner mehrmonatigen Vorbereitung hauptsächlich versucht, möglichst das gesamte Oeuvre des Künstlers abzubilden“, sagt er. Die Besucher:innen des Open Airs dürfen also auf eine künstlerische Biografie gespannt sein, die von Rilkes erstem Besuch des Barkenhoffes im Jahr 1898 bis zu seinem letzten Gedicht reicht.

 

Gleichzeitigkeit von Leben und Tod

 

Gezeichnet ist das Werk des Künstlers dabei immer wieder von Schmerz und der philosophischen Frage danach, was der Mensch in dieser Welt ist. „Rilke war fest überzeugt von der Gleichzeitigkeit von Leben und Tod. In seiner Kunst konnten Vergangenheit, Gegenwart sowie Zukunft parallel existieren“, so Peuker. Die Allgegenwärtigkeit seiner Kunst zeige sich vor allem daran, dass der Lyriker auch heute noch vielen jungen Künstler:innen zur Inspiration diene. „So finden sich immer wieder Zeilen, die man Rilke zunächst gar nicht zuordnet“, bemerkt der Regisseur weiter. Besonders deshalb sei Peukers Darbietung nicht nur etwas für Rilke-Fans, sondern auch für alle Lyrik-Begeisterten.

 

Termine

 

Die Generalproben für die etwa 80-minütige Dichterlesung beginnen in den kommenden Tagen. Premiere der Rezitation, welche von Judith Mann am Klavier unterstützt wurde, wurde am 4. August um 20 Uhr aufgeführt. Weitere Aufführungen folgen am Samstag, 5. August, Freitag, 11. August sowie Samstag, 12. August, zur selben Uhrzeit und am Sonntag, 6. sowie 13. August, jeweils um 18.00 Uhr. Spielort ist auch dieses Mal der Garten des Barkenhoffes, sodass bei schlechtem Wetter an regenfeste Kleidung gedacht werden muss. Tickets lassen sich unter der Nummer 04796-952903 oder per Mail (tickets@cosmosfactory.de) erwerben.


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