

Ritterhude. Nach dem ersten vollen Jahr als Chef des Hamme Forums bereut Elmar Schäfer die Entscheidung für seinen neuen Job nicht: „Es macht richtig Spaß, und es ist mir eine große Ehre, diese Chance zu bekommen“, sagt der Geschäftsführer, der seit Oktober 2024 für die Geschicke des Veranstaltungszentrums zuständig ist. Er blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Die große Torfnacht mit Suzi Quatro war wie erwartet das Highlight und konnte trotz zweier Baustellen – der Schlossbrücke und des Anbaus am Hamme Forum selbst – erfolgreich umgesetzt werden.
Das Jahr der Baustellen
Insgesamt habe man sich mit den Umständen gut arrangieren können, berichtet Schäfer. Für die Baufirma Beck, die den Neubau der Schlossbrücke verantwortet, hat er nur Lob übrig: „Der Bauleiter hat sehr viel Rücksicht auf uns genommen.“ Veranstaltungen, die möglichst nicht durch Lärm gestört werden sollten, hatte Schäfer frühzeitig auf einer Liste zusammengetragen. So konnten die Bauarbeiten entsprechend koordiniert werden, und die Gäste durften das Programm in Ruhe genießen.
Die beiden Baustellen sollen schon bald Geschichte sein. Sowohl die Fertigstellung der neuen Brücke als auch erste Umzugspläne des Hamme Forums sind für den Mai geplant. Während erstere vor allem Autofahrer und mit ihnen auch zahlreiche Anwohner in Ritterhude aufatmen lässt, verspricht Letzteres einige Erleichterungen für das neunköpfige Team des Hamme Forums. Einerseits verkürzen sich die Wege, wenn die Büros künftig direkt nebenan im Anbau und nicht mehr auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegen. Andererseits wird es endlich ein ebenerdiges Lager neben dem großen Saal geben. Dort sollen vor allem Tische und Stühle Platz finden. Diese müssen bisher bei jedem Auf- und Abbau im Fahrstuhl transportiert werden – ein enormer Aufwand. Den Saal für große Veranstaltungen wie etwa die Kohlfahrten mit über 300 Gästen herzurichten, dauert schon mal einen ganzen Arbeitstag.
Neue Veranstaltungen
In veranstaltungstechnischer Hinsicht hat das Hamme Forum im vergangenen Jahr mehrfach Neuland betreten: Ein Verein aus Bremen-Nord brachte die erste „Trading Card Games Börse“ nach Ritterhude, eine Lego-Messe gab es ebenfalls zum ersten Mal in der Gemeinde. „Außerordentlich viel Spaß“ hatten die Besucherinnen und Besucher der ersten Muttertagsparty, die ebenso wiederholt werden soll wie die Spargelparty.
Das neue Jahr beginnt traditionell mit dem Neujahrskonzert des Bremer Kaffeehaus Orchesters, außerdem stehen Comedy und Kabarett auf dem Programm. Ende Januar beginnen die Kohlpartys – sechs an der Zahl –, die unter verschiedenen Mottos stattfinden und bald restlos ausverkauft sein werden.
Eine besondere Veranstaltung ist für den 15. März unter dem Titel „Klassik Remix“ angekündigt: Hans-Jürgen Osmers interpretiert Meisterwerke verschiedener Epochen mit einem Orchester im Rücken und der beeindruckenden Sängerin Sonja Firker als Hauptstimme erfrischend neu – „Klassik meets Pop“. Mit dem Konzert wird eine Idee der langjährigen Geschäftsführerin Regine Schäfer weiterverfolgt. Sie wollte mehr klassische Musik auf die Bühne des Hamme Forums bringen und dabei gezielt Schülerinnen und Schüler als Zielgruppe ansprechen. Das Programm wird nur für diesen Abend vorbereitet. „Das gibt es so nie wieder irgendwo zu hören“, sagt Schäfer. „Klassik Remix“ ist die einzige Eigenproduktion im diesjährigen Veranstaltungskalender.
New Model Army bei der Torfnacht
Ein kollektives Unterfangen mehrerer Partner hingegen ist die Torfnacht, die in diesem Jahr recht früh am 30. Mai stattfindet – mit der Fußball-Weltmeisterschaft möchten weder die Veranstalter noch der Headliner New Model Army um Zuschauer konkurrieren. Das Gastspiel der Briten ruft nicht nur bei Elmar Schäfer, bekennendem Fan des Quartetts, Vorfreude hervor: Der Vorverkauf laufe gut, verrät der Geschäftsführer. Es sei bereits deutlich zu erkennen, dass auch viele Besucher von außerhalb dabei sein möchten. Für 2027 und darüber hinaus gebe es ebenfalls schon Überlegungen, wen man noch nach Ritterhude holen könnte. Spruchreif sei das alles aber noch nicht: „Ich denke, es wäre klüger, mich dazu noch nicht zu äußern“, sagt Schäfer.
Geschäftskunden sind gern gesehen
Das Hamme Forum ist bekannt für sein Kulturprogramm. Weitaus häufiger wird das Haus jedoch für geschäftliche Zwecke gebucht. Auch das ist Elmar Schäfers Aufgabe. „Übergeordnetes Ziel“ für die kommenden Jahre sei es, „den gewinnbringenden Teil dieses Unternehmens – das ist der B2B-Bereich – weiter auszubauen“, sagt er. Große Discounter, Bauunternehmen, produzierendes Gewerbe und Dienstleister stehen auf der langen Liste von Firmenkunden, die das Hamme Forum beherbergt. „Von der Fortbildung mit zehn Leuten bis zur Betriebsratsversammlung mit über 300 Gästen findet hier alles statt“, sagt Schäfer.
Es ist kein Geheimnis: Kultur kostet Geld. „Ritterhude ist eine kleine Gemeinde, die sich mit recht großem Aufwand dieses Haus leistet“, sagt Schäfer und bedankt sich bei den Verantwortlichen in der Verwaltung. Er möchte seinen Teil dazu beitragen, „den Zuschussbedarf für die Gemeinde zu reduzieren“, wie er sagt. Man habe im B2B-Bereich schon eine gute Auslastung, es gebe aber durchaus noch Möglichkeiten, „das weiter auszureizen“



