

Lilienthal. Mit einer ungewöhnlichen Mischung aus antikem Stoff und modernem Musikkabarett startet die Freilichtbühne Lilienthal in die neue Saison. Bodo Wartkes Version des Klassikers „König Ödipus“ wird am 26. Juni um 20 Uhr Premiere in Lilienthal feiern.
Antiker Stoff neu erzählt
Wer bei Ödipus an eine klassische griechische Tragödie denkt, soll in Lilienthal überrascht werden. Die Produktion basiert auf einer Neuinterpretation nach Sophokles von Bodo Wartke, Sven Schütze und Carmen Kalisch, mit Musik von Wartke. Die Bühnenfassung verbindet Wortwitz, literarische und popkulturelle Anspielungen und balanciert bewusst zwischen Komik und Tragik.
Im Zentrum steht die bekannte Geschichte um Ödipus: seinen unwissentlichen Vatermord, die Befreiung Thebens von der Sphinx, die Ehe mit seiner Mutter Iokaste und die spätere Enthüllung seiner Herkunft. Wartke hat den Stoff in seinem eigenen Musikverlag Reimkultur als Solo-Theaterabend entwickelt, in dem er mit wenigen Requisiten in zahlreiche Rollen schlüpft.
In Lilienthal wird daraus eine große Freilichtproduktion. Regisseur Felix Sommer kündigt an: „Wir werden aus Bodo Wartkes grandiosem Programm etwas Freilichtbühnengerechtes machen“. Mit einem großen Ensemble könnten Szenen deutlich umfangreicher inszeniert werden.
Zur ersten Produktionsbesprechung mit anschließender Leseprobe kamen rund 30 Mitwirkende zusammen. Neben erfahrenen Ensemblemitgliedern sind auch neue Darstellerinnen und Darsteller beteiligt. Geprobt wird zunächst zwei- bis dreimal pro Woche, in der Hauptphase täglich.
Musik, Chor und modernes Konzept
Das Bühnenbild, für das erneut Gianni Brontesi verantwortlich ist, soll sich am klassisch-griechischen Stil orientieren, ohne die Handlung zu „historisieren“. Stattdessen setzt die Inszenierung auf moderne Sprache und Musik.
Für die musikalische Umsetzung ist Bühnenkomponist Marcus Schirmer zuständig, der seit 25 Jahren mit der Freilichtbühne arbeitet. Er hat die ursprünglich rein pianistisch angelegten Stücke Wartkes instrumental erweitert. Ein großer Chor übernimmt zugleich erzählerische Funktionen.
Regisseur Sommer betont, dass viele Details erst im Laufe der Proben entstehen: „Ihr kennt ja mittlerweile meine Arbeitsweise“, scherzt er. An Ideen mangele es jedenfalls nicht. Ziel sei ein kurzweiliger Theaterabend, der sich auch für Schulklassen und Deutschkurse eigne.
Tickets sind bereits online sowie über Vorverkaufsstellen erhältlich. Neben der Produktion plant die Freilichtbühne auch den traditionellen Saisonauftakt mit Frühschoppen am Donnerstag, 1. Mai, mit einem Konzert der Band Afterburner. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der Freilichtbühne sowie über deren Kanäle in den sozialen Medien.




