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Neue Ausstellungsobjekte für die Gedenkstätte Lager Sandbostel

Eine in einem kleinen Siedlerhäuschens in Tarmstedt verbaute Wehrmachtsbaracke bleibt dank aufmerksamer Eigentümer:innen erhalten.

Tarmstedt/Sandbostel (eb). Hella und Florian Vollmer wussten anhand der alten Baupläne, dass 1954 eine Baracke aus dem ehemaligen Marine- und Zivilinternierungslager Marlag/Milag-Nord, als Kern des Neubaus genutzt wurde. Die Baracke wurde mit einem Verblendstein ummauert, neue Fenster und Türen eingesetzt und das Gebäude dann mit einem Satteldach aufgestockt.

Ein Bekannter von Hella und Florian Vollmer, der in der Gedenkstätte Lager Sandbostel arbeitet, bestätigte die Herkunft aus Westertimke und organisierte nach dem Abriss des Mauerwerks und der Demontage die Übergabe der gut erhaltenen Wandelemente.

Die Wandelemente der normierten Baracke und ein ebenfalls erhaltenes Originalfenster sind jeweils mit einem Datumsstempel auf 1936 und 1937 datiert. Die ebenfalls aufgestempelte Buchstabenfolge EW R konnte bisher noch nicht entschlüsselt werden. Bemerkenswert ist der gut erhaltenen grüne Farbanstrich der Wandelemente.

Mit Unterstützung Ernst Schnackenbergs und seines Teleskopladers verluden Mitarbeiter:innen der Gedenkstätte schließlich drei Paletten mit insgesamt 25 Wandelementen, eine Palette mit Pfosten, Schwellen und Koppelleisten sowie eine mit einem Fenster auf einen LKW und brachten die Bauteile in die Gedenkstätte. Beim Abladen in Sandbostel unterstützte ein örtlicher Baustoffhändler mit einen Radlader.

Hier werden die Wandtafeln und das Fenster zunächst genauer untersucht, dann aufgearbeitet und schließlich in Teilen in der Gedenkstätte als Ausstellungsobjekte präsentiert. Unklar ist noch, aus welchem Lagerteil des Marlag/Milag Nord die Baracke stammt und ob sie zuvor schon im Kriegsgefangenenlager Sandbostel genutzt und nach Westertimke versetzt wurde.

 

Hintergrund

 

Von Herbst 1941 bis wahrscheinlich Mai 1942 wurden im Kriegsgefangenenlager Sandbostel die Teillager „Marlag“ mit Angehörigen der britischen Marine und „Ilag“ mit Seeleuten der Zivilschifffahrt aus verschiedenen alliierten Nationen von Sandbostel in das 30 Kilometer entfernte Westertimke verlegt. Hierfür wurden im Stalag X B 10 Unterkunfts- und 3 Funktionsbaracken demontiert und in Westertimke wieder aufgebaut. In Westertimke entstanden neben dem Marinelager („Marlag Nord“) und dem in Marineinternierungslager („Milag Nord“) umbenannten „Ilag“ noch ein Durchgangslager („Dulag“) und ein Lager für Seeleute aus dem asiatischen Raum („Inderlager“).


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