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Multitalent hinter dem Tresen Osterholzer Auszubildende versteht ihr Handwerk

Ritterhude (nek). Vanessa Pestel, Auszubildende der Bäckerei Rolf-Pissarczyk in Ritterhude, erreichte den dritten Platz beim Bundesentscheid der Deutschen Bäcker-Akademie in Weinheim.
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Nominiert wurde Vanessa Pestel für den Bundesentscheid der Bäckerei-Fachverkäufer aufgund ihrer sehr guten Prüfungsnote

Nominiert wurde Vanessa Pestel für den Bundesentscheid der Bäckerei-Fachverkäufer aufgund ihrer sehr guten Prüfungsnote

„Damit hätten wir nicht gerechnet“, freut sich Andreas Rolf-Pissarczyk, Mitinhaber der Bäckerei Rolf-Pissarczyk aus Ritterhude.
Die Freude von Andreas Rolf-Pissarczyk gilt dem dritten Platz beim Bundesentscheid, den seine Auszubildende Vanessa Pestel in der vergangenen Woche in der Deutschen Bäcker-Akademie in Weinheim erreichte. Nominiert wurde Vanessa Pestel für den Bundesentscheid der Bäckerei-Fachverkäufer pandemiebedingt „lediglich“ über ihre Prüfungsnoten - eine 1,1.
Im Zuge seiner Tätigkeit habe er schon Tausende von Abschlusszeugnissen unterschrieben, aber einen Einser-Abschluss habe er bisher erst selten gesehen, lobt auch Dr. Jan-Peter Halves, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Elbe-Weser.
 
Bäckereiallrounderin
 
„Eine Bäckerei-Fachverkäuferin ist heutzutage fast schon der Allrounder im Verkauf“, erklärt Andreas Rolf-Pissarczyk, und zählt auf: „Unser Personal muss unsere Waren und deren Herstellungsprozesse genau kennen, um den Kunden fachlich gut beraten zu können. Darüber hinaus ist Kopfrechnen unerlässlich, das Herrichten von Frühstückstellern, Snacks erfinden und zubereiten, in der Filiale Brötchen backen und einen guten Kaffee bereiten“. Auch Produkte nachordern, Reinigen und kleinere Reparaturen in den Filialen ausführen gehörten zu ihren Aufgaben, ergänzt Vanessa Pestel - „Und möglichst immer freundlich sein.“
Vanessa jobbte während ihrer Schulzeit in den Verkaufsfilialen. Nach einem kurzen Abstecher als Auszubildende in den textilen Einzelhandel bemerkte sie bald, wo ihre wahre Bestimmung lag. Während ihrer Ausbildung war Vanessa Pestel überwiegend in der Filiale Vegesack am Sedanplatz tätig.
Nachdem Vanessa nach ihrem Abschluss aufgrund ihrer Noten zur Kammersiegerin gekürt wurde, erreichte sie auch den ersten Platz im Landesentscheid „nach Notenlage“. Erst jetzt, beim Bundesentscheid, durfte sie auch tatsächlich vor den Wertungsrichtern der Bäcker-Akademie zeigen, was sie alles kann.
 
Fast wie im Kreuzverhör
 
Dabei wurde den Teilnehmer:innen jeweils ein Bäcker zugelost, dessen Erzeugnisse dann in verschiedenen Themenbereichen präsentiert werden mussten. Dazu zählte unter anderem, Snacks zu belegen, einen Frühstücksteller herzurichten und einen Gugelhupf so zu verpacken, dass die verwendete Folie nicht das Gebäck berührt. Zu guter Letzt sollte noch ein schön dekorierter Schautisch die Erzeugnisse des zugelosten Bäckermeisters einladend präsentieren. Auch die handgeschriebene Beschriftung einer Verkaufstafel war Teil der Aufgaben.
„Das Schleife-Binden war eine echte Herausforderung“, bemerkt Vanessa Pestel, und der Schautisch sei die schwierigste Aufgabe gewesen. Vielleicht auch deshalb, weil in diesem Jahr erstmals seit zwei Jahren wieder Bundesentscheide in Weinheim stattfanden und mehr Bewerber:innen als sonst antraten - 15 junge Bäcker und zwöl Fachverkäuferinnen. Auch die Fachfragen der Wertungsrichter zu den einzelnen Teigwaren waren nicht ohne, bemerkt Vanessa. „Da fühlte ich mich fast wie im Kreuzverhör.“
Die Bäckerei Rolf-Pissarczyk hat schon genaue Vorstellungen, was den weiteren Karriereweg ihrer erfolgreichen Mitarbeiterin angeht. Vanessa Pestel arbeitet inzwischen schon dreimal wöchentlich in einer Filiale als „Filialleiterin Innendienst“ und strebt an, alternativ zu einem Studiengang die Bezirksleiter-Ausbildung zu absolvieren. Darüber hinaus hat die junge Frau auch noch erfolgreich einen Barista-Kurs absolviert, denn einige Filialen der Bäckerei Rolf sind mit exquisiten Siebträgermaschinen ausgestattet, die einem Barista ein kreatives Betätigungsfeld eröffnen.


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