

Landkreis. Beim ordentlichen Kreissporttag am 29. September im Hamme Forum in Ritterhude hat der Kreissportbund Osterholz e.V. auf die vergangenen Geschäftsjahre 2024 und 2025 zurückgeblickt. Alle zwei Jahre findet der Kreissporttag statt und dient nicht nur dazu, Bilanz zu ziehen, sondern auch, um aktuelle Herausforderungen zu diskutieren und die Entwicklung und Zukunft des organisierten Sports mitzugestalten.
Unter den geladenen Gästen waren neben den Vereinsvorsitzenden unter anderem der Erste Kreisrat des Landkreises Osterholz-Scharmbeck, Markus Pragal, Ritterhudes Bürgermeister Jürgen Kuck, amtierender Bürgermeister für Liliental und künftiger Landrat Kim Fürwentsches und Vorsitzender des Kreissportbundes Rotenburg, Jörn Leiding. Für den Landessportbund Niedersachsen sprach Kai Langer, Sprecher der Ständigen Konferenz der Sportbünde.
Die meisten Mitglieder sind Turner
Die Größe des organisierten Sports im Landkreis Osterholz spiegelt sich in den vorgestellten Mitgliederzahlen wider. Insgesamt gehören dem Kreissportbund 127 Vereine mit über 43.000 Mitgliedern an, von denen etwa 15.000 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind. Besonders stark ist das Turnen, das in 38 Vereinen mehr als 15.500 Mitglieder zählt. Gleich darauf folgt der Fußball mit knapp 9.000 Mitgliedern in 38 Vereinen.
In den vergangenen zwei Jahren habe sich auch die Altersstrukturen in den Vereinen verändert. Bei den jungen Mitgliedern von null bis sechs Jahren sowie bei den 19- bis 26-Jährigen wurden Rückgänge festgestellt. Die Zahl der über 60-Jährigen steigt hingegen stetig. Immer mehr Menschen bleiben somit also auch im höheren Alter aktiv und ihrem Verein verbunden.
Sportpolitik ist Gesellschaftspolitik
Kai Langer betonte die gesellschaftliche Bedeutung des Sports: „Sport schafft Begegnung, vermittelt Werte und bringt Menschen unterschiedlicher Generationen und Lebenswelten zusammen.“ Sportpolitik sei deshalb auch immer Gesellschaftspolitik und brauche verlässliche Rahmenbedingungen. Dabei ging ein deutlicher Appell an die Politik, denn es bedürfe Investitionen in sanierungsbedürftige Sportstätten, weniger Bürokratie und einer stärkeren Unterstützung des Ehrenamts.
Doch auch seitens des Kreissportbundes würden Verbesserungen angestrebt. Gemeinsam mit dem Landessportbund für Niedersachsen sollen die Strukturen weiterentwickelt werden. Besonders kleinere Sportbünde sollen künftig besser unterstützt werden, da regional zum Teil erhebliche Unterschiede bei Ausstattung und Leistungsangeboten erkennbar seien.
Auch die Kinder- und Jugendarbeit blieb nicht außen vor. Das Ziel bleibe, jedem Kind den Zugang zu Sport und zur Gemeinschaft eines Vereins zu ermöglichen. Gleichzeitig sollen sichere Strukturen für sie in den Vereinen weiter gestärkt und unterstützt werden. Die Positionierung des organisierten Sports sei hierbei klar: für Demokratie, Vielfalt und Respekt sowie gegen Diskriminierung, Gewalt und Extremismus.
Finanziell kündigte sich ebenfalls eine Veränderung an. Erstmals seit 2018 sollen die Beiträge des Kreissportbundes erhöht werden, um finanzielle Differenzen auszugleichen. Als Grund wurden unter anderem steigende Personalkosten genannt.
Themsen gibt Amt des Vorsitzenden ab
Ein Rückblick auf die verschiedenen Veranstaltungen sorgte hingegen für Freude. Bei der TSG Wörpedorf-Grasberg-Eickedorf wurden im Jugendbereich mehr als 200 Sportabzeichen abgelegt. Auch organisierte Sporttage mit Schulen erreichten zeitweise mehr als 2.000 Teilnehmende. Der Frauensporttag wird ebenfalls gut angenommen, sodass dieser am kommenden 14. November erneut in der August-Schlüter-Halle in Osterholz-Scharmbeck mit unterschiedlichen Sportangeboten stattfinden wird.
Zuletzt wurde ein Wechsel in den Reihen des Vorstandes des Kreissportbundes Osterholz e.V. angekündigt. Jens Themsen gab nach vier Jahren das Amt als erster Vorsitzender ab. Er dankte abschließend dem Vorstandsteam für die gemeinsame Arbeit. Sein Nachfolger an der Spitze des Kreissportbundes ist Jürgen Linke.

