Großer Ehrentag für Elke Ströh
Lilienthal. Elke Ströh hat in ihrem Leben bereits viele Ehrungen, Preise und Auszeichnungen erhalten. Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande war für sie allerdings ein außergewöhnliches Ereignis. In Vertretung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreichte der in diesem Jahr aus dem Amt scheidende Osterholzer Landrat Bernd Lütjen vor rund fünfzig geladenen Gästen den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an die umtriebige, 1954 geborene Grasbergerin und sagte: „Ich bin jetzt 13 Jahre lang im Amt und das ist die 38. Auszeichnung dieser Art, die ich verleihen darf. Das ist kein Tagesgeschäft. Bei drei Ehrungen im Jahr in unserem Landkreis mit 115.000 Einwohnern, ist das schon etwas ganz Besonderes.“
Ein erfülltes Leben im Ehrenamt
Bernd Lütjen skizzierte in seiner Laudatio den Weg von Elke Ströh und lobte ihren unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz. Seit über 60 Jahren gehört sie dem Spielmannszug Lilienthal-Falkenberg e.V. an, dem sie am 1. Mai 1964 als Neunjährige beigetreten war. Bereits vier Jahre später gehörte sie in der Funktion der Sprecherin des Mädchenzuges dem Vorstand an und wurde nur ein Jahr später Tambourmajorin. Ab 1976 übte sie für mehrere Jahrzehnte das Amt der Schriftführerin aus. In all den Jahren sorgte sie als „guter Geist“ für ein lebendiges Vereinsleben und kümmerte sich als inspirierende Mentorin um die Nachwuchsmusiker im Spielmannszug. Dabei bildete sie viele Kinder und Jugendliche im Umgang mit Instrumenten aus und vermittelte ihnen die Freude an der Musik. So kamen Jahr für Jahr mehr als 100 Termine für das Gemeinwohl zusammen.
Dazu kamen Organisationsaufgaben für die Auftritte der verschiedenen Orchester, die Auswahl der passenden Uniformen und nicht zuletzt die Verpflegung der Akteure. So heißt es in der offiziellen Begründung für die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Elke Ströh: „Ihre gewissenhafte Arbeit, ihr Organisationstalent und ihre Verlässlichkeit haben maßgeblich zur erfolgreichen Entwicklung und Stabilität des Vereins beigetragen.“ Bernd Lütjen vergaß nicht zu erwähnen, dass Ströh bei all ihrer Tätigkeit für den Spielmannszug sich zusätzlich noch bei der Lilienthaler Tafel engagierte und für zehn Jahre der AG Kultur angehörte.
Verdienstorden seit 1951
Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wurde erstmalig im September 1951 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss gestiftet. Damals wie heute wird die Auszeichnung an in- und ausländische Frauen und Männer für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik, zum Beispiel aus sozialen, karitativen und mitmenschlichen Bereichen. Dabei stehen langjährige ehrenamtliche Tätigkeiten zugunsten des Gemeinwohls im Vordergrund. Landrat Bernd Lütjen erläuterte den anwesenden Gästen den Weg zum Verdienstkreuz. Jeder Bürger könne eine herausragend engagierte Person für die Auszeichnung ins Spiel bringen. Im Fall von Elke Ströh kam die Anregung vom CDU-Landtagsabgeordneten Axel Miesner im Juni 2024. Der Vorschlag ging dann an die Staatskanzlei in Hannover und anschließend wurde die Kreisverwaltung in Osterholz-Scharmbeck involviert. Der Landkreis holte im weiteren Verlauf Stellungnahmen bei Wegbegleitern in Institutionen und Vereinen ein. Letztlich wurde die Urkunde von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier am 8. Dezember 2025 unterschrieben.

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