

Sandbostel. Die Ausstellung porträtiert Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine und zeichnet ihre Situation während des russischen Angriffskriegs nach. Seit dem 24. Februar 2022 ist der Alltag der Menschen in der Ukraine von Luftalarm und Zerstörung geprägt, in vielen Regionen auch von der Erfahrung der Besatzung. Für Überlebende der NS-Verbrechen bedeutet das, zum zweiten Mal in ihrem Leben mit Krieg und Besatzungsherrschaft konfrontiert zu sein.
Der Krieg wecke traumatische Erinnerungen und treffe die aufgrund ihres Alters besonders verletzliche Gruppe hart, heißt es in der Ankündigung der Gedenkstätte. Der Fotograf Kostjantyn Tschernitschkin aus Kyjiw hat einige dieser Menschen 2024 und 2025 im Auftrag des Hilfsnetzwerks für Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine besucht und porträtiert. Die Aufnahmen zeigen Überlebende in frontnahen Gebieten wie Odessa und Mykolajiw sowie in Sdolbuniw im Westen der Ukraine. Fast vier Jahre nach Beginn des vollumfänglichen russischen Angriffs dokumentieren die Bilder ihren Alltag, ihre Erinnerungen und die Dinge, die am Ende ihres Lebens Bedeutung haben. Sichtbar wird dabei auch die Beziehung zu ukrainischen Unterstützerinnen und Unterstützern, die die alten Menschen mit lebenswichtigen Gütern versorgen, ihnen Aufmerksamkeit schenken und ihre Sorgen und Erinnerungen teilen.
Die Ausstellung lässt die Porträtierten mit ihren Befürchtungen und Hoffnungen zu Wort kommen. Eröffnet wird sie am Mittwoch, 3. Juni, um 18 Uhr in der Gedenkstätte Lager Sandbostel. Nach der Begrüßung durch Gedenkstättenleiter Andreas Ehresmann führt Dr. Alexandra Köhring von der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen in die Ausstellung ein. Anschließend bietet sie eine Kuratorinnenführung durch die Ausstellung an.



