Ralf G. Poppe

Mehr Leben am Hafen

Mehr Aufenthaltsqualität, neue Wege und langfristig sogar Wohnen am Wasser: Mit einem Drei-Phasen-Konzept soll der Bremervörder Hafen schrittweise zu einem neuen Anziehungspunkt werden.
(v. l.) Ortsbürgermeister Dirk-Frederik Stelling, Mario Weichel und Kristin Harms präsentieren den Plan, der den Hafen aufwerten könnte.

(v. l.) Ortsbürgermeister Dirk-Frederik Stelling, Mario Weichel und Kristin Harms präsentieren den Plan, der den Hafen aufwerten könnte.

Bild: Rgp

Bremervörde. Bremervörde ist die einzige Stadt im Landkreis Rotenburg, die einen Hafen besitzt. Nicht nur deshalb diskutieren verschiedene Institutionen in der Ostestadt seit Jahren darüber, wie man den „Schatz“, den dieser Hafen in sich birgt, heben könne.

Der Rat der Stadt Bremervörde hat nun Maßnahmen und Ziele zur Aufwertung des Bremervörder Hafens als Planungs- und Diskussionsgrundlage beschlossen. Damit wurde die Verwaltung beauftragt, die baulichen, rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen für eine schrittweise Umsetzung zu prüfen. Als Ziele der Umgestaltung gelten der dauerhafte Erhalt der Nutzung als lebendiger Sportboothafen, die Steigerung der Aufenthaltsqualität am Wasser mit Sitzgelegenheiten, Gastronomie und Spielmöglichkeiten, eine Visualisierung der Hafengeschichte sowie die Schaffung von optischen Highlights zur Steigerung der Attraktivität.

 

Kurzfristige Maßnahmen

Kürzlich präsentierte die ehrenamtliche Arbeitsgruppe „Zukunft Hafen“ einen vom Ingenieurbüro Lütjen & Paulsen erarbeiteten Plan mit möglichen Projekten, die den Hafen und seine Nutzungsmöglichkeiten voranbringen sollen. Der Arbeitsgruppe gehören Ortsbürgermeister Dirk-Frederik Stelling, Mario Weichel, Kristin Harms, Manfred Mühler, Lothar Tabery, Hendrik Paulsen, Jürgen Bösch, Frank Pingel, Ingo Lange, Udo Engelke und Andy Tiedemann an. „Wir haben die Maßnahmen zur Entwicklung des Bremervörder Hafens in kurz-, mittel- und langfristige Planungen eingeteilt“, so Stelling.

Es wurde eine zeitliche Staffelung in drei Phasen vorgeschlagen, um eine realistische Umsetzung zu gewährleisten. Phase 1, mit Umsetzungsbeginn ab 2027, soll kurzfristige Maßnahmen wie die Schaffung eines neuen Rundwegs am Osteufer auf der Grünfläche des ehemaligen „Schabbelschen Gebäudes“ beinhalten. Der Weg wird als Lehrpfad mit Informationstafeln zur Hafengeschichte angelegt und zu einem neuen Aussichtspunkt führen. Weiterhin sollen auf der Wiese neben dem umgestalteten Osteufer Spielgeräte aufgestellt werden. Zudem sollen bestehende Sitzecken und die westliche Uferpromenade durch temporäre, flexible Erhöhungen – etwa leicht rückbaubare Holz- oder Metallkonstruktionen – so verändert werden, dass sich der Blick auf das Wasser verbessert. Dazu kommt eine optische Aufwertung der Pflanzenbeete entlang der Promenade.

 

Weitere Zukunftsaussichten

Im Zuge der zweiten Phase wird mittelfristig die südliche Hafenseite (Bundesstraße) umgestaltet. Das betrifft die Gehwege ebenso wie den Bau von einladenden Treppenstufen direkt ins Wasser. Weiterhin soll ein Gastro-Steg beziehungsweise eine großzügige Terrasse direkt am Wasser gegenüber dem bestehenden Restaurant errichtet werden. Auch die Hafenbeleuchtung soll mit modernen, zeitgemäßen Laternen neu angelegt werden.

In Phase 3 will man langfristig Perspektiven umsetzen. Dazu sollen moderne Wohneinheiten mit direktem Blick auf das Wasser realisiert werden, sofern die gewerbliche Nutzung in der unmittelbaren Hafenumgebung perspektivisch eingestellt oder verlagert wird. Als städtebaulicher Akzent ist die Schaffung eines markanten architektonischen „Eye-Catchers“ im Bereich zur Neuen Straße geplant.

Der Bremervörder Hafen besitzt ein erhebliches bislang ungenutztes Potenzial für die Stadtentwicklung. Als Sportboothafen, ehemaliger Wirtschaftsstandort und Ort zum Verweilen soll er künftig sowohl für Bürger:innen als auch für den Tourismus an Aufenthaltsqualität gewinnen. Unabhängig von neuen Gestaltungsmaßnahmen müssten bauliche Mängel zeitnah behoben werden, um die Grundsubstanz des Hafens zu sichern. Dazu gehören die Reduzierung des Bewuchses im südlichen Hafenbereich sowie die fachgerechte Reparatur der Kai-Mauer und Erneuerung der Pflasterung. „Die vorliegenden Planungen sind kein reines CDU-Machwerk. Wir haben auch namentlich alle Arbeitsgruppenmitglieder aufgezählt. Das habe ich auch im Rat noch mal betont“, so Stelling abschließend.


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