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Eine Seelsorgerin, die aus dem vollen Leben schöpft

Bremervörde (eb). Die evangelische Diakonin Rosemarie Meding ist neue Seelsorgerin des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Bremervörde-Zeven für drei Einrichtungen im Kirchenkreis.
 
Neue Seelsorgerin: Rosemarie Meding.

Neue Seelsorgerin: Rosemarie Meding.

Ein abwechslungsreicher Lebensweg und vielfältige Berufserfahrung haben die 62-Jährige auf diese Stelle vorbereitet. Inzwischen hat sie ihre drei Arbeitsfelder besucht und erste Gespräche geführt. „Überall bin ich sehr willkommen geheißen worden und freue mich, jetzt richtig loszulegen“, sagt Rosemarie Meding.
 
Frühe Erfahrung von Glaube und Leid
 
Von ihrem Erstberuf als Hauswirtschafterin führte sie ihr Weg schnell in den evangelischen Gemeindedienst. Dabei spielten frühe Erfahrungen der gebürtigen Emsländerin eine Rolle: Die Prägung der Schulzeit in einem Franziskanerkloster, eigene Leiderfahrung durch eine Erkrankung als Jugendliche und den Zuspruch, den sie in dieser Zeit erhielt. „Ich habe gemerkt, was man aushalten kann, wenn Menschen zueinanderstehen und bei einem bleiben.“ Was sie damals erfahren hat, will sie bis heute anderen geben: Einfach da sein, Menschlichkeit zeigen, auch Schwieriges gemeinsam durchstehen.
Nach einigen Jahren in der Kinder- und Jugendarbeit machte sie eine zweite Schlüsselerfahrung: Andere trauten ihr viel zu und ermutigten sie, weitere Schritte zu machen. Sie wurde Diakonin mit umfassenden, auch pastoralen Aufgaben in Osnabrück. 1991 dann der Wechsel als Seelsorgerin an das DRK-Krankenhaus Clementinenhaus in Hannover, wo sie neun Jahre als Seelsorgerin tätig war. Einfühlungsvermögen, Zuhören können, Menschen geistlich begleiten: All das konnte sie dort einbringen.
 
Große Verantwortung mit 39 Jahren
 
Weil Rosemarie Meding auch viel Freude daran hat, zu leiten, Veränderungen anzustoßen und zu organisieren, war der nächste Schritt eine sehr verantwortliche Führungsaufgabe - mit nur 39 Jahren. Sie wurde im Jahr 1999 Oberin im Diakonissen-Mutterhaus in Rotenburg/Wümme - ihre beruflich erfüllendste Zeit. Hier kam beides zusammen: Die Begleitung von Menschen und das Führen und Gestalten einer großen Organisation. Sie konnte manche neue Idee einbringen - etwa die Einbindung von Musik in die Ausbildung von Krankenpflegeschülerinnen. Acht Jahre lang leitete sie anschließend eine Einrichtung für Senior:innen in Hannover.
Viele Gaben und Fähigkeiten kommen bei Rosemarie Meding zusammen, die sie in die neue Aufgabe mitbringt. Neben dem Beruf machte sie zahlreiche Weiterbildungen, etwa in der Telefonseelsorge, Gesprächsführung, geistlicher Begleitung und dem Management sozialer Organisationen. Kein Wunder, dass sie vor Tatendrang sprüht und schon jetzt Ideen entwickelt, welche Akzente sie setzen könnte. Am Wichtigsten ist ihr aber zunächst: „Lasst mich erst mal 50 Tage schauen, zuhören und genau wahrnehmen, was die Leute vor Ort brauchen.“ Sie versteht sich dabei als Seelsorgerin nicht nur für Patient:innen und Bewohner:innen der Einrichtungen, sondern je nach Bedarf auch für Angehörige und Mitarbeiter:innen.
 
Im Auftrag Jesu Kranke und Gefangene besuchen
 
Motivation und Kraftquelle ist für Rosemarie Meding ihr christlicher Glaube - auch wenn sie für Menschen ganz unabhängig ihrer Religion und Konfession da sein will. Für die Menschen Fürbitte zu halten gehört für sie dazu, und auf Wunsch betet sie auch direkt mit ihnen und für sie. „Ich habe selbst erfahren, was der Glaube für Menschen in einem Tief bedeuten kann.“ Leitend ist für sie der Satz von Jesus: „Ich war krank und ihr habt mich besucht“ (Mt 25,36). Kranke und Gefangene zu besuchen, gehöre von alters her zu den Kernaufgaben christlicher Seelsorge und sei ein wesentliches Kennzeichen unserer Christlichen Kirche. „Mit der Zuversicht, dass Gott um jeden Einzelnen von uns weiß und uns trägt.“
So möchte sie mit Herzblut für die Menschen da sein, die für eine gewisse Zeit Begleitung und Beistand brauchen. Auch wenn das in den drei Einrichtungen in Bremervörde, Gyhum und Brauel sehr unterschiedlich aussehen wird. Konkrete Überlegungen gelten zurzeit den Weihnachtsfeiern, die sie in Gyhum und Bremervörde anbieten möchte. Dafür entwickelt sie schon viele Ideen – sie kann gar nicht anders.


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